Cuncti-Dossier „Contra Frauenquote“

21. Oktober 2014, von Dr. Alexander Ulfig

Die Frauenquote scheint eine beschlossene Sache zu sein. Die börsenorientierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen sollen ab 2016 verpflichtet sein, 30 Prozent der Aufsichtssitze mit Frauen zu besetzen.

Frauenquote-lksg6739Die Frauenquote wird die Bundesrepublik grundlegend verändern, denn sie verstößt gegen fundamentale Prinzipien unserer Gesellschaft:

- Der Individualismus wird zugunsten des Kollektivismus aufgehoben; Menschen werden nicht mehr als Individuen in ihrer Individualität, sondern als Repräsentanten von Kollektiven (die Frauen versus die Männer) betrachtet.

- Das Individualrecht wird zugunsten des Kollektivrechts außer Kraft gesetzt; Menschen werden auch in rechtlicher Hinsicht nicht als Individuen, sondern als Angehörige von Kollektiven angesehen. Da das Grundgesetz weitgehend individualrechtlich ausgerichtet ist, wird die Frauenquote das Grundgesetz verletzen.

- Das Leistungsprinzip wird abgeschafft; nicht die Leistung eines Individuums, seine Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen, sondern die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht wird zum entscheidenden Beurteilungs- und Einstellungskriterium.

- Das Prinzip der Bestenauslese wird aufgehoben, denn nicht das bestqualifizierte Individuum wird die entsprechende Arbeitsstelle erhalten, sondern die Person, die dem bevorzugten Geschlecht angehört.

- Die unternehmerische Freiheit wird beseitigt; Unternehmer können nicht diejenigen Personen einstellen, die sie einstellen möchten, sondern müssen sich an einem Proporzprinzip orientieren.

- Das Antidiskriminierungsprinzip wird außer Kraft gesetzt, denn besser qualifizierte Männer werden diskriminiert, indem sie nicht die Stellen erhalten werden, die sie eigentlich erhalten sollten.

- Die demokratische Wahlprozedur wurde bereits in den meisten etablierten Parteien abgeschafft; viele Männer, die für politische Ämter kandidieren möchten, können es nicht tun, weil sie Männer sind und durch die Frauenquote von der Kandidatur ausgeschlossen werden. Aus der Perspektive der Wähler gesehen: Wähler können nicht diejenigen Kandidaten wählen, die sie sonst wählen würden.

- Die bundesrepublikanische Politik wird zu einer Lobby- und Klientelpolitik; die einflussreiche Frauenlobby wird über die Richtlinien der Politik und über die Vergabe von gut bezahlten und prestigeträchtigen Stellen entscheiden.

Es ist fraglich, ob es den meisten Bundesbürgern bewusst ist, dass die Frauenquote die genannten Grundprinzipien unserer Gesellschaft außer Kraft setzt, denn seit fünf Jahren werden sie fast täglich durch die Mainstream-Medien mit Pro-Frauenquote-Propaganda bombardiert. Bereits 2010 schrieb ich in dem Artikel „Immer das Gleiche“: „Die Mainstream-Medien propagieren täglich die Frauenquote. Dabei bedienen sie sich gebetsmühlenartig immer wieder der gleichen Parolen und Phrasen.“ Seitdem hat sich nichts geändert.

Deshalb haben wir auf „Cuncti“ das Dossier „Contra Frauenquote“ angelegt. In über 70 Artikeln äußern sich Politiker, Wissenschaftler, Wirtschaftsfachleute, Publizisten und Blogger kritisch zur Frauenquote. Das ist notwendig, um ein kritisches Gegengewicht zu der Pro-Frauenquote-Propaganda der Mainstream-Medien zu schaffen.

Auch wenn die Frauenquote bald eingeführt wird, wird die Debatte über ihren Sinn und ihre Auswirkungen weitergehen. Dabei wird die Aufhebung der oben genannten fundamentalen Prinzipien unserer Gesellschaft durch die Frauenquote immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken.

Zum Cuncti-Dossier "Contra Frauenquote"

 

Weitere Beiträge
Wissenschaft

Schwätzer-Hijacking

18. Mai 2014, von Michael Klein
Wenn das 21. Jahrhundert durch etwas ausgezeichnet ist, dann dadurch, dass das Verhältnis derer, die über etwas reden, im Verhältnis zu denen, die dieses Etwas tun, immer schiefer wird.
Überspitzt formuliert leben wir in einem Zeitalter des Schwätzer-Hijackings, in dem es immer mehr selbst ernannte Experten gibt, die von dem, wovon sie Experte zu sein vorgeben,...

Geschlechterdebatte

Gleichstellungspolitik an Hochschulen

24. Juni 2012, von Prof. Günter Buchholz
In westlichen Regierungen wie auch in internationalen Organisationen hat sich zusehends ein Staatsfeminismus institutionalisiert, dessen Basis die abstrakte Vorstellung eines „Patriarchats“ bildet. Doch sowohl in theoretischer wie auch empirischer Hinsicht ist die These des „Patriarchats“ nicht haltbar.
1. Die allgemeine These der Frauendiskriminierung...

Geschlechterdebatte

Die weibliche Definitionsmacht

14. Juni 2013, von Prof. Walter Hollstein
Seit dem Feminismus in den Siebzigerjahren steht der Mann in der Kritik von Frauen. Dabei werden von Frauen Forderungen an den Mann gestellt, neue Männerbilder entworfen und die Erwartungen der Frauen an den Mann beschrieben. Der Mann selber als soziale Wirklichkeit kommt dabei nicht vor, ebenso wenig wie seine Bedürfnisse und Wünsche.
Ein aktuelles...

Geschlechterdebatte

Für eine ausgewogene Berichterstattung zur Gleichstellungspolitik

Offener Brief an den Deutschen Presserat 09. Januar 2014
Wir, die Unterzeichner des Offenen Briefes, wenden uns an Sie, weil wir über die Berichterstattung der deutschen Leitmedien zur Gleichstellungspolitik besorgt sind.
Seit Jahren werden wir fast täglich mit Artikeln konfrontiert, die sehr einseitig über die Gleichstellunspolitik, insbesondere über die Frauenquote, berichten. Wir beobachten mit...

Geschlechterdebatte

Goldmarie durch Geschlecht - Frauenquote ist Selbstbetrug

24. Juli 2014, von Monika Ebeling
Es war ein eigentümliches Klima in den Siebzigern und Achtzigern des vorigen Jahrhunderts. Ein Klima, in dem sich radikale, abstruse und längst wieder verworfene Ideen, und auch die sogenannte ´Frauenbefreiung´, Bahn brachen.
Man wollte nicht mehr hinnehmen, dass sich ´Frauenrechte´ prozesshaft, gesellschaftskonform oder gar ´bio-dynamisch´  entwickeln.  Nun sollte mit...

Politik

Liberalismus und direkte Demokratie: Ein Weg zur Begrenzung politischer Macht?

Eine Reflexion über Machtgleichgewicht und Mehrheitsprinzip 12. November 2012, von Dr. Gérard Bökenkamp, zuerst erschienen auf eigentümlich frei
1. Grenzen der Mehrheitsentscheidung Bevor man die Frage stellt, ob die repräsentative Demokratie oder direkte Demokratie oder eine Mischform aus beidem die erstrebenswerte Form der Mehrheitsentscheidung ist und wo die Grenzen der direkten Demokratie...

Gesellschaft

Diktatur des Kapitals?

2. Dezember 2012, von Dr. Johannes Resch
Ich reibe mir die Augen. Da fordert der Arbeitgeberverband (BDA) und sein Präsident Dieter Hundt eine Verkürzung der Elternzeit auf ein Jahr und erklärt die Kleinkind-Betreuung zur „Kernaufgabe des Staates“. Warum? Um der Wirtschaft möglichst viele Arbeitskräfte zuzuführen, was die Lohndrückung erleichtert?
Die Wirtschaft hat sich an die angebliche...

Geschlechterdebatte

Wie die SPD unwählbar wurde

10. August 2013, von Lucas Schoppe
Es gibt wohl kaum einen Satz in der gegenwärtigen deutschen Politik, der in der Männerbewegung ähnlich oft zitiert wird.
In der „Champions League des Sexismus“, die gerade von MANNdat veranstaltet wird, ist er natürlich mit dabei, und der Bremer Professor Gerhard Amendt bezeichnet ihn in der „Welt" als einen „Aufruf zum Kampf gegen die Männer“, der sie in den...

Geschlechterdebatte

Münchner SPD will angeblich „Mädchen-Zonen“ auf Kinderspielplätzen

10. März 2014, von Hadmut Danisch
Behauptet Focus. Schön so. Damit die lieben Kleinen schon im Kindergartenalter lernen, dass die Gesellschaft zweigeteilt ist, in Ober- und Untermenschen, in von Geburt aus Adlige mit Sonderrechten und Privilegien und das gemeine Proletariat.
Klar, dass so ein Aufbau einer Zweiteilung der Gesellschaft in Privilegierte und Fußvolk, das draußen bleiben muss, sowas...

Gesellschaft

Universelle Menschenrechte versus partikulare Sonderrechte

26. Mai 2015, von Dr. Alexander Ulfig
Menschenrechte schützen den Einzelnen und legen seine grundlegenden Freiheiten fest. Sie sollen für alle Menschen gelten. Doch bis heute mangelt es nicht an Versuchen, ihre Allgemeingültigkeit, ihre Universalität, zu untergraben und partikulare – nur für bestimmte Gruppen geltende – Sonderrechte zu etablieren.
Im ersten Schritt werde ich die Attribute...

Geschlechterdebatte

Was will das Weib, was soll die Quote?

21. Juni 2012, von Dr. Cora Stephan, zuerst erschienen in derStandard.at
Warum die neuerdings wieder forcierte Debatte um die angebliche Dringlichkeit eines höheren Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorstandsgremien oder sonst wo an den tatsächlichen Problemen unserer Lebens- und Arbeitsrealität völlig vorbeigeht
Noch nie waren sie so wertvoll wie heute. Alle Welt möchte Frauen - vor allem in den...

Geschlechterdebatte

Infopaket zur Gleichstellungspolitik II

07. Juni 2014
In den Leitmedien herrscht eine sehr einseitige Berichterstattung zur Gleichstellungspolitik; Die Gleichstellungspolitik wird dort meist unkritisch propagiert, wobei unbegründete und falsche Informationen verbreitet werden.
Das betrifft beispielsweise die längst als falsch erwiesene Behauptung von einem dreiundzwanzigprozentigen Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen sowie die Mär...