Politik

Die grüne Unfähigkeit, sich zu schämen

23. August 2013, von Lucas Schoppe

Wenn ich mich richtig erinnere, war es Václav Havel, der einmal gefordert hat, Politikern zu verbieten, Kinder auf den Arm zu nehmen, sich mit ihnen ablichten zu lassen und sie so für die eigene Präsentation zu benutzen. Ich mache mir diese Forderung jedenfalls gern zu eigen und möchte sie auf Wahlkampfplakate ausweiten.

Kinder sind für die beauftragten Werbeagenturen offenbar Mittel der Wahl, wenn es darum geht, der Inhaltsleere in den Positionen Erwachsener den Anschein der Lebensfreude und Vitalität zu geben.

Dabei sind beispielsweise Kinder auf den CDU-Wahlkampfplakaten zumindest noch inhaltlich motiviert – wenn eine Partei Politik für Familien zu machen verspricht, dann ist es zumindest nicht absurd, dies mit Bildern von Eltern und Kindern zu illustrieren. Wesentlich schamloser sind in dieser Hinsicht Plakate der Grünen – und deren Zusammenhang mit der Pädophilie-Debatte, mit der die grüne Partei seit Monaten konfrontiert ist.

Sex sells. Aber Kinder gehen auch immer.

Hello Kita

Natürlich eine Anspielung an Hello Kitty, die den Eindruck erweckt, Kinder würden es sehnlich erwarten, möglichst früh von ihren Eltern in eine Kita gegeben zu werden. Der Ausbau von Kindertagesstätten ist sinnvoll, aber es geht dabei um die Interessen Erwachsener, darum, berufliches und familiäres Leben vereinbaren zu können – ob die Kinder von den entwickelten Lösungen angetan sind, spielt dabei keine Rolle.

Absurder noch ist dieses Plakat:

Mudda

Das ist nicht einmal mehr assoziativ und am Rande ein Kinderthema, hier ist der Junge ganz selbstverständlich Sprachrohr der Bedürfnisse seiner Mutter. Interessanter als das angepeilte Thema der Spitzenplätze für Frauen ist denn auch, was das Plakat über grüne Fantasien zum Mutter-Kind- bzw. Mutter-Sohn-Verhältnis aussagt – das Kind ist, als sei gar nichts dabei, bloß Gefäß für die Bedürfnisse einer Erwachsenen.

Auf interessante Weise wird auch im folgenden Plakat ein Kind, nun ein Mädchen, für die politischen Forderungen Erwachsener benutzt:

Energieriese

Hier imaginieren sich Erwachsene selbst als Kinder, sind noch klein (und natürlich, entsprechend der traditionellen Bedeutung von Kindern in der politischen Propaganda, unschuldig), aber ihre Energiekonzepte werden später ganz gewiss einmal ganz groß sein und das ganze Land versorgen.

Das einzige Kinder- und Jugendlichen-Plakat der Grünen, das tatsächlich an die Interessen des dargestellten Jungen oder Mädchens anknüpft, ist dieses hier:

Schulden

Auch hier aber sind es nur indirekt Kinderinteressen, die im Mittelpunkt stehen – die Interessen des Jungen werden erst dann von Belang sein, wenn er einmal erwachsen ist und für die heute angehäufte Schuldenlast aufkommen muss.

Logische Konsequenz der Schamlosigkeit, mit der die Grünen Kinder für ihre Wahlkampfplakate benutzen, ist dann ein kleiner Kasten auf der zentralen grünen Wahlkampf-Website – ein Mädchen bittet um Spenden für die Partei.

Spenden

Als ich das erste Mal eines dieser grünen Wahlplakate sah, nämlich das Hello-Kita-Bild, kam mir die Situation sehr unwirklich vor. Ich fragte mich kurz, ob die Grünen nun eigentlich endgültig den Verstand verloren haben, hatte dann aber das seltsame Gefühl, dass sich sonst niemand an diesen Plakaten störte. Jedenfalls ist die Souveränität beachtlich, mit der die Grünen ignorieren, dass ihre Partei sich seit einigen Monaten mit nachdrücklichen, dringlichen und gut begründeten Fragen zu ihrer Unterstützung der Pädophilie auseinandersetzen muss.

Was wäre wohl geschehen, wenn die katholische Kirche während ihrer Pädophilie-Skandale auf die irre Idee gekommen wäre, in ganz Deutschland Bilder von Kindern zu plakatieren, denen Empfehlungen zur Mitgliedschaft in der katholischen Kirche in den Mund gelegt wurden? Vermutlich hätten führende Grünen-Politiker zu den ersten gehört, die sich angesichts der ungeheuren Unsensibilität gegenüber den Opfern publikumswirksam erschüttert gezeigt hätten.

Gewissens-Outsourcing und andere unschuldige Lümmeleien

Die Grünen aber haben, was Fragen nach der grünen Pädophilie-Unterstützung angeht, ein erfolgreiches Outsourcing betrieben und eine Arbeitsgruppe des Göttinger Politikwissenschaftlers Franz Walter beauftragt, die Rolle der Grünen bei der politischen Lobbyarbeit für die sexuelle Verfügbarmachung von Kindern zu untersuchen. Nico Fried kommentiert das Verhalten der Grünen in der Süddeutschen Zeitung:

„Ihre historische Aufarbeitung ist lobenswert, ihr politisches Gebaren jämmerlich. Bedurfte es wirklich einer wissenschaftlichen Studie für die Feststellung, dass sich die Partei im ersten Grundsatzprogramm von 1980 für eine Legalisierung sexueller Beziehungen von Erwachsenen mit Minderjährigen aussprach? Ein Blick ins hauseigene Archiv hätte genügt.“

Walters Zwischenergebnisse, die er gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Stephan Klecha zuerst in der FAZ veröffentlichte, sind allerdings zweischneidig. Einerseits wird, so Fried, die „Verteidigungslinie hinfällig“, in der grüne Parteiverantwortliche wie Volker Beck oder Katja Dörner behauptet hatten, es hätte niemals Parteibeschlüsse zur Legalisierung der Pädophilie gegeben. Nach Walter und Klecha findet sich

die Forderung nach einer strafrechtlichen Freistellung von Pädophilie (…) schon im ersten Grundsatzprogramm der Grünen aus dem Jahr 1980“ und blieb in Kraft „bis zur Fusion mit Bündnis 90 im Jahr 1993“.

Salami

Gleichwohl ist auch Walters und Klechas FAZ-Beitrag „Distanzierungstango in der Pädofrage“ durchsetzt von Formulierungen, mit denen sie die Verantwortung Grüner eher kaschieren als aufklären. Der Text steigt ein mit einem berüchtigten Zitat Daniel Cohn-Bendits aus einer französischen Talkshow des Jahres 1982, in dem dieser von der umwerfenden erotischen Wirkung eines fünfjährigen Mädchens beim Ausziehen schwärmt.

Die Wissenschaftler verbuchen dieses Zitat als Lust an der Provokation und beschreiben Cohn-Bendit als „pausbäckigen Lümmel“ – ausgerechnet angesichts einer Situation also, die von der Machtdifferenz zwischen Erwachsenen und Kindern geprägt ist, infantilisieren sie den erwachsenen Mann, präsentieren so die Situation unterschwellig als Spiel zwischen Kindern und kopieren damit eben das pädophile Selbstverständnis, das aufzuklären sie vorgeben.

Ihre aufsehenerregendsten Ergebnisse bestehen darin, dass sie andere Parteien – und insbesondere die FDP, Intimfeindin der Grünen – belasten. Beispielsweise zitieren sie einen Artikel der FDP-Bundestagskandidatin Döring, die ihre Kandidatur inzwischen zurückgezogen hat und die 1980 für die Legalisierung der Pädophilie eintrat. „Kausal keineswegs zwingend, aber doch interessant“ ist es in den Augen Walters und Klechas, dass sie 27 Jahre später in die FDP eintrat – was eine gepflegte Umschreibung des Umstands ist, dass sie zwar keinen logischen Zusammenhang zwischen Dörings Artikel und dem FDP-Beitritt konstruieren können, aber ja doch irgendwie das eine mit dem anderen etwas zu tun haben müsse.

Günter Verheugen schließlich habe 1980 während einer Veranstaltung von Schwulen- und Lesbengruppen in der Bonner Beethovenhalle vor Pädophilie-Lobbyisten eine „Revision der Paragraphen 174 und 176“, in denen es um sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen und von Kindern geht, für möglich gehalten. Verheugen wiederum, der erst der FDP und dann der SPD angehörte, empört sich darüber, dass Walter mit ihm niemals über die Vorwürfe gesprochen habe – was Walter im Spiegel gewunden damit erklärt, dass er nun einmal keine „Oral History“ betreibe, sondern mit Dokumenten arbeite (als ob es für Historiker und Politikwissenschaftler völlig absurd wäre, die Arbeit mit Dokumenten durch Zeitzeugeninterviews zu ergänzen, falls es möglich ist).

Natürlich ist es möglich, sogar wahrscheinlich, dass die Grünen nicht die einzige Partei sind, der eine Unterstützung pädophiler Anliegen vorzuwerfen ist, und dass dies in einer sorgfältigen Forschungsarbeit auch deutlich wird. Dass Walters Arbeit gleichwohl ein Gschmäckle hat, merkt er offenbar selbst: Er klärt über die Grünen nur das auf, was ohnehin nicht mehr lange zu vertuschen war, und belastet ansonsten die politische Konkurrenz seines Auftraggebers.

Schuld der anderen

Im Spiegel verteidigt Walter sein Vorgehen, beruft er sich auf Schilderungen von Opfern Pädophiler und schließt seinen Text mit einem moralisierenden Overkill, nämlich mit dem Satz „Es widert mich an.“ Es sind aber eben nicht die Täter, über die sich Walter hier so wirkungsvoll empört, sondern diejenigen, die Zweifel an der Unvoreingenommenheit seiner wissenschaftlichen Arbeit formulieren.

Ihren FAZ-Text schließen Walter und Klecha mit der Feststellung, dass

Bündnis 90/Die Grünen schließlich mit ihrer Vergangenheit unwiderruflich gebrochen" hätten.

Sie begründen diesen Persilschein mit der grünen Ablehnung sexualisierter Gewalt aus dem Grundsatzprogramm 2002, doch diese Begründung ist nicht tragfähig. Denn schließlich haben die Grünen sich niemals, ebenso wenig wie eine andere demokratische Partei, für sexualisierte Gewalt ausgesprochen und mussten daher auch nicht damit „brechen“ – ihr Problem bestand und besteht darin, dass sie Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen überhaupt nicht als Gewalt wahrnahmen. Wie aber war das möglich?

Die Unfähigkeit, sich zu schämen

Nachdem die „Verteidigungslinie“, dass es nie entsprechende Beschlüsse gegeben habe, nicht mehr haltbar ist, haben sich Grüne offenbar nun darauf verständigt, dass

Nachsicht und Toleranz gegenüber pädophilen Bestrebungen“ (auch hier: Walter/Klecha)

ihr Problem gewesen seien. Diese Selbstkritik hat etwas entschieden Selbstverliebtes: Noch in ihrer programmatischen Position, dass die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Erwachsene straffrei sein müsse, entdecken die Grünen und die aufklärenden Wissenschaftler nichts als eine demokratische Tugend, nämlich eine große Toleranz, die nun einmal leider ausgenutzt worden sei.

Das ist unplausibel. Die programmatischen grünen Beschlüsse sind nur unter der Voraussetzung zu erklären, dass die Verantwortlichen keinen Unterschied zwischen den Bedürfnissen Erwachsener und den basalen Interessen von Kindern machten. Möglicherweise gab es im linksalternativen Milieu, aus dem sich die grüne Partei speiste und speist, in eben dieser Hinsicht spezifische und besonders günstige Voraussetzungen für Pädophile.

Wer die Tabus der „bürgerlichen Gesellschaft“ rundweg für menschliches Elend verantwortlich machte und gar nicht auf die Idee kam zu fragen, ob manche dieser Tabus nicht auch vernünftige Funktionen erfüllen könnten – für den sind eben gerade die Menschen attraktiv, die in der eigenen Imagination noch nicht von diesen Tabus infiziert sind. Kinder konnten so zur Projektionsfläche der Sehnsucht Erwachsener nach einer Unschuld außerhalb der rigiden „bürgerlichen Sexualmoral“ werden.

Zudem operiert diese Position mit einer klaren Gut-Böse-Zuordnung, die eine ehrliche Reflexion des eigene Handelns erschwert – auf der einen Seite stehen die Vertreter einer reaktionären Zwangsgesellschaft, auf der anderen Seite die humanen Repräsentanten einer zukünftigen besseren Welt.

Es ist beispielsweise plausibel davon auszugehen, dass die schwerkriminellen Strukturen der Odenwaldschule ohne solche Schwarz-Weiß-Klischees niemals über Jahrzehnte hinweg hätten verdeckt werden können: Wer über den systematischen sexuellen Missbrauch von Kindern an dieser reformpädagogischen Vorzeigeeinrichtung berichtet hätte, wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Vorwurf begegnet, damit den Vertretern einer „reaktionären“ Pädagogik in die Hände zu spielen.

Die Chefredaktion der inoffiziellen grünen Parteizeitung taz kommt gar nicht auf die Idee, aus diesen Zusammenhängen Schlüsse zu ziehen. Gerade erst hat die Chefredakteurin Ines Pohl einen kritischen Artikel des renommierten Bildungsjournalisten und taz-Redakteurs Christian Füller mit fadenscheinigen Argumenten aus dem Blatt gekippt – offenkundig, um den Grünen im Wahlkampf nicht zu schaden. Sätze wie die folgenden sollten also taz-LeserInnen nicht erreichen (der unterdrückte Füller-Artikel findet sich, mit Dank an Genderama, hier):

"Empathie gibt es bei den Grünen nur für die Opfer der anderen. Als die Bundesregierung 2010 einen Runden Tisch einrichtete, gehörte Fraktionschefin Renate Künast zu denen, die am lautesten Aufklärung forderten — von der katholischen Kirche. Jürgen Trittin weicht noch in seinem jüngsten Interview in der »Welt« jedem Vergleich mit der Kirche aus. Das ist insofern richtig, als die katholische Kirche anders aufklärt als die Grünen — besser und gründlicher."

Auch die grüne Weigerung, Anlaufstellen für die Opfer ihrer Politik zu schaffen, ist wohl auf ein einfaches Gut-Böse-Verständnis der politischen Landschaft zurückzuführen: Es wäre für Grüne offenbar Neuland, den Gedanken zu akzeptieren, dass auch die Politik ihrer eigenen Partei Opfer produziert. Vor allem aber ist noch in der Weigerung, Opfer der eigenen Politik anzuerkennen, die alte brutale Überzeugung aufbewahrt, dass Pädophilie ein „Verbrechen ohne Opfer“ wäre – die Grünen behandeln die sexuell ausgebeuteten Kinder, die heute erwachsen sind, als Kollateralschäden im ehrbaren Kampf um die sexuelle Befreiung (ein Bericht über eines der Opfer findet sich in der Welt).

Die Unfähigkeit, sich über die eigenen Positionen zu schämen, zeigt sich auch an der letzten grünen Verteidigungslinie gegen Pädophilie-Vorwürfe, nämlich dem Hinweis, dass sich die „Sichtweise der feministischen Strömungen bei den Grünen“ (erneut: Walter/Klecha) durchgesetzt hätte. Tatsächlich hat beispielsweise Alice Schwarzer schon früh gegen die Verharmlosung der Pädophilie deutlich Stellung bezogen.

Doch die feministische Pädophilie-Kritik hat einen Preis: Die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Erwachsene wird darin als Nebenwiderspruch patriarchaler Verhältnisse, die tatsächliche Herrschaftsdifferenz zwischen Erwachsenen und Kindern als Teil einer imaginierten männlichen Herrschaft begriffen.

Ganz wie die Kinder mit den Pädophilen machen es die Frauen mit den Freiern angeblich ‚einvernehmlich‘ und ‚freiwillig‘

- diese krumme Parallele zwischen dem sexuellen Missbrauch von Kindern und der Prostitution konstruiert Schwarzer ausgerechnet in einem Text, der mit den pädophilenfreundlichen Positionen der Grünen abrechnet. Sie nimmt dabei gleichfalls Kinder für Interessen Erwachsener in Haftung, während ihr etwa die Inzestverherrlichung ihres Idols Andrea Dworkin niemals ein Wort der Kritik wert war.

Die feministische Position Schwarzers kopiert also eben die problematischen Strukturen, die Bedingung für die grüne Unterstützung von Pädophilen waren: die Identifikation der Bedürfnisse Erwachsener mit den basalen Interessen von Kindern und die klare Einteilung der Welt in simple Gut-Böse-Strukturen.

Wenn die Grünen sich nun auf eine leider allzu große Toleranz und auf die Durchsetzung feministischer Positionen berufen, dann basteln sie sich wiederum Verteidigungslinien, die sachlich nicht haltbar sind. Sie sind nur eben weniger klar durch Sachinformationen zu widerlegen als die primitive Behauptung, es habe niemals Parteibeschlüsse zu Gunsten Pädophiler gegeben.

Aufgeklärt!“, titelte die taz als grünes Sprachrohr Mitte August, als ob sie das großmäulige Bush-Statement „Mission accomplished“ nachäffen wollte. Nicht nur die flächendeckende, angesichts der Pädophilie-Debatte irrwitzig schamlose Benutzung von Kindern auf den grünen Wahlplakaten zeigt, dass diese Behauptung verfehlt ist. Das Gegenteil ist richtig: Die Aufklärung über die Unterstützung der Grünen für die sexuelle Verfügbarmachung von Kindern und Jugendlichen hat noch nicht einmal ernsthaft begonnen.

Der FAZ-Artikel von Franz Walter und Stephan Klecha ist noch nicht online erhältlich. Ich zitiere hier aus:

Franz Walter/Stephan Klecha: "Distanzierungstango in der Pädofrage", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. August 2013, S. 7

Der Artikel erschien zuerst auf man tau.

 

Weitere Beiträge
Geschlechterdebatte

Menschenteile bei Maischberger (und andere ProQuote-Seltsamkeiten)

24 Juni 2013, von Lucas Schoppe
„Zu dem unterirdischen Radiofeature "Maskuline Muskelspiele" sei der Hinweis erlaubt, dass Homann nur "Künstler" ist, kein Journalist. Redaktionell verantwortlich ist Ulrike Ebenbeck, rein zufällig natürlich auch Unterzeichnerin/Unterstützerin von Pro Quote.“ Soweit Thomas M. in einem Kommentar vor wenigen Tagen.
Die zentrale Forderung von ProQuote – einer seit...

Geschlechterdebatte

Empörungstheater

29. September 2013, von Lucas Schoppe
„Frauen würden sich ihrer Obdachlosigkeit schämen und verstecken, sagt Renate Kaufmann. ‚Männer hingegen feiern ihr Schicksal quasi mit einem Doppelliter in der Öffentlichkeit‘, überspitzt die Bezirksvorsteherin von Mariahilf (SP) die Tatsache, dass obdachlose Frauen viel weniger sichtbar sind."
Das wurde aber auch Zeit: Während oberflächlich argumentierende...

Politik

Dummheit 2.0: Die Piraten haben es voll verkackt

23. September 2013, von Hadmut Danisch
Das war kein Elfmeter, den sie verschossen haben. Die Piraten standen 3 Meter vor dem Tor, kein Torwart, keine Gegenmannschaft, viel Zeit – und trotzdem haben sie das Tor nicht getroffen.
Ich habe in meinem Blog schon mehrfach prophezeit, dass die Piraten als Mehrheitsbeschaffer in die Regierung kommen könnten, wenn sie es über die 5-Prozent-Hürde schaffen....

Geschlechterdebatte

Die feministischen AufseherInnen von Wikipedia

07. Februar 2014, von Prof. Adorján Kovács
Grundsätzlich ist die Internet-Enzyklopädie Wikipedia eine begrüßenswerte Einrichtung. Demokratisch verfasstes und verfügbares Wissen, eine tolle Sache. Nun gab es immer schon sachliche Kritik an inhaltlichen Fehlern der Beiträge und auch absurde Beispiele für die Unflexibilität der Plattform.
So wird von dem amerikanischen Schriftsteller Philip Roth...

Gesellschaft

Propagandistischer Einheitsbrei

13. Juni 2013, von Prof. Adorján Kovács
Manchmal verrät sich die Systempresse. Drei Zeitungen, ein Bild.
Drei Zeitungen, ein Bild. Drei Zeitungen, die in ihrer Selbstbeschreibung unterschiedlicher nicht sein könnten: die TAZ, die FAZ, die Süddeutsche. Drei Zeitungen, die vorgeben, ein breites Spektrum an Meinungen zu repräsentieren. Linksaußen, liberal-konservativ, gemäßigt links. Ich weiß...

Gesellschaft

Plädoyer für eine zivile Debatte - ein offener Brief an den SWR

An den Rundfunkrat des SWR sowie an Herrn Peter Boudgoust (Intendant des SWR) und Herrn Gerold Hug (Hörfunkdirektor des SWR) 01. März 2015
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir schreiben Ihnen anlässlich der Sendung „Maskulinisten – Krieger im Geschlechterkampf“, die in diesen Tagen bei SWR2 mehrfach ausgestrahlt wird.
Mit einem überraschend konsequenten Freund-Feind-Denken und vielen offenbar bewusst...

Geschlechterdebatte

Gleichberechtigt „schwarzern“

04. Februar 2014, von Birgit Kelle
Endlich macht sich die Gleichberechtigung auch bei der Steuerhinterziehung bemerkbar! Danke Alice! Wieder eine Männerdomäne erobert.
Diesmal das Schwarzgeld. Und ja, es tut mir auch wirklich leid, dass der Name von Alice Schwarzer so wunderbar einlädt zu ganz neuen Wortschöpfungen im Zusammenhang mit dem Vorbeischaffen von Steuergeldern am Fiskus.
...

Politik

Die Doppelmoral der Grünen

18. August 2013, von Prof. Adorján Kovács
Viele Kommentatoren haben aufgrund der jüngsten Vorschläge der Grünen, von denen der zu einem fleischlosen Tag in deutschen Kantinen nur der spektakulärste ist, festgestellt, dass diese Partei etwas Oberlehrerhaftes hat.
Nicht ohne Grund sehen manche auch einen messianischen Weltverbesserungsdrang, der schon ideologische Züge trägt. Eine Partei der...

Geschlechterdebatte

Antifeminismus zwischen Demagogie und Flirthilfe

19. August 2013, von Lucas Schoppe
Da lese ich, im Zug sitzend, unschuldig auf meinem Laptop ein paar Texte zum Thema „Antifeminismus“, kämpfe mich zum Beispiel ohne Rücksicht auf mich selbst durch Rolf Pohls „Männer – das benachteiligte Geschlecht? Weiblichkeitsabwehr und Antifeminismus im Diskurs über die Krise der Männlichkeit“
und bleibe trotz des wikipedia-Artikels mit der großen...

Geschlechterdebatte

Alice Schwarzer: Heldenhafte Steuerhinterziehung

03. Februar 2014, von Dr. Christian Weilmeier
Nach Angaben des SPIEGEL hat Alice Schwarzer in der Schweiz Steuern hinterzogen. Im Gefolge einer Selbstanzeige musste sie einige Hunderttausend Euro nachzahlen. Schwarzer eine Steuersünderin? Nein, eine Heldin.
Es ist vollkommen nutzlos, jetzt den drohenden männlichen Zeigefinger gegen die Frauenrechtlerin zu erheben. Das mit dem Zeigefinger geht...

Geschlechterdebatte

Von Versteinerungen und der Angst vorm Tanzen - Zu Robert Claus' "Maskulismus"

17. 07. 2014, von Lucas Schoppe
Robert Claus‘ Text Maskulismus. Antifeminismus zwischen vermeintlicher Salonfähigkeit und unverhohlenem Frauenhass, den er gerade für die SPD-nahe Friedrich Ebert Stiftung veröffentlicht hat, ist ein Kunstwerk.
Wie in vielen literarischen Werken ist auch hier der ganze Inhalt eigentlich schon in den ersten Zeilen enthalten – so dass der aufmerksame Leser sich den...

Gesellschaft

Google und Facebook - gefährliche Datenkraken oder Blender?

Ein Selbstversuch 10. Juli 2013, von Jens Berger
Mittlerweile dürfte es sich bereits bis zum arglosesten Internetnutzer herumgesprochen haben, dass die Dienste der beiden Internetgiganten Google und Facebook im großen Maßstab Nutzerdaten speichern und zu einem Profil zusammenfügen, das von ihnen vor allem zu Werbezwecken genutzt wird.
Welche Daten dieses Profil erhält, lässt sich über die gut...