Politik

Nach 25 Jahren: Die DDR lebt

09. November 2014, von Prof. Adorján Kovács

Heute, am Tag der Berliner Jubelfeiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls, schreibt Harald Martenstein im „Tagesspiegel“ einen grandiosen Beitrag, der zusammenfasst, was viele Leser fühlen.

ddrschild-mkni7845 „Die DDR lebt. Zumindest zum Teil. In einigen Bereichen nähert sich das vereinigte Deutschland immer mehr dem Zustand an, in dem die DDR gewesen ist.“

Folgende Punkte führt Martenstein an:

1. Die früher hervorragende Infrastruktur der BRD ist marode wie in der DDR.

2. Das erfolgreiche dreigliedrige Schulsystem der BRD ist abgeschafft, die DDR-Einheitsschule wird eingeführt.

3. Das früher in der BRD positiv besetzte Wort „Bildungsbürger“ ist (wie in der DDR, wo es ein Feindbild bezeichnete) heute abgewertet, der „Bildungsbürger“ verweigert sich angeblich dem Fortschritt und den offiziellen (linken) Idealen.

4. Die traditionelle Familie als Leitbild ist abgeschafft, Ganztagsschule und zwei berufstätige Eltern sind heute wie in der DDR die Norm, staatliche Krippenplätze für fast jedes Kind werden angestrebt.

5. Die harte Währung der BRD ist beseitigt, der Euro ist eine weiche Währung, die international immer weniger Wert hat.

6. Die (noch händische) Bespitzelung aller Bürger in der DDR ist von einer noch viel effektiveren Überwachung aller Deutschen durch Computer ersetzt worden.

7. „Auch in der DDR gab es [...] mehrere Parteien, die allerdings alle die gleiche Meinung vertraten… [...]. CDU, CSU, SPD, Grüne und Linkspartei sind allesamt im Kern sozialdemokratische Parteien, mit graduellen Unterschieden…[...]. Wann gibt es wieder einmal eine leidenschaftliche Grundsatzdebatte in unserem Parlament, eine echte? Sind wir wirklich alle einer Meinung? Oder ist da irgendwas mit dem Pluralismus passiert und wenn ja, was?“

8. USA und Kapitalismus sind heute wie in der DDR negative Begriffe.

9. Die Illusion, Wachstum bzw. Wohlstand mit Sozialismus erreichen zu können, beherrscht heute, wie in der DDR, die Landschaft.

10. Deutschland ist wie die DDR ein Schuldenstaat geworden und will das jetzt durch einen vernünftigen Sparkurs ändern, der aber besonders scharf kritisiert wird, weil die Illusionen der DDR in den Köpfen sitzen.

Man könnte noch die Ideologisierung der Politik erwähnen, die sich besonders durch das allseits vertretene Gender Mainstreaming zeigt, sowie die de-facto-Einschränkung der Meinungsfreiheit durch die political correctness, deren Nichtbeachtung zwar nicht mit Gefängnis, aber doch mit sozialer Stigmatisierung bestraft wird. Inwieweit Merkel, Gauck, Schwesig & Co. noch geistig und psychisch von der DDR zehren, will ich an dieser Stelle nicht erörtern.

Da kann man nach 25 Jahren Zusammenwachsen dessen, was zusammengehört, nur sagen: Von der DDR lernen heißt aus der Niederlage siegen lernen!

 

Weitere Beiträge
Politik

Von Gleichschaltung, Rassismus, Volksverhetzung und anderen Tabubegriffen

6. Juli 2012, von Albrecht Müller, zuerst erschienen bei den NachDenkSeiten
Darf man Begriffe benutzen, die bisher der Beschreibung der Verhältnisse in der Nazizeit vorbehalten waren?
Robert Misik hat für einen Kommentar in der TAZ („Kollegen, ihr habt versagt!“) den Begriff „Gleichschaltung“ zur Beschreibung der Mediensituation in Deutschland benutzt. Es ist begrüßenswert, dass endlich auch ein...

Gesellschaft

Kann ein Faschist große Literatur schreiben?

13. August 2012, von Prof. Adorján Kovács
Die Bewertung faschistischer Intellektueller in Europa erfolgt mit zweierlei Maß: Gab es gute und böse Faschisten?
Teil 1: Ungarn und Rumänien Mögen andere Länder verdrängen und vertuschen, Du, glückliches Deutschland, bist immer ehrlich, weißt genau Bescheid und alles besser! Denn Deutschland ist das Land der Vergangenheitsbewältigung und hat als solches durch eine...

Geschlechterdebatte

Konsequenter Verfassungsbruch

Deutsche Richter und die Gleichheit der Geschlechter vor dem Gesetz
Von Michael Klein   9. Mai 2012Zuerst erschienen auf Sciencefiles.org
Hannah Arendt wird zugeschrieben, im Zusammenhang mit der Frage, wie der Nationalsozialismus möglich gewesen ist, von der Trivialität des Bösen, der Faschisierung in kleinen Schritten gesprochen zu haben. Gemeint hat sie damit wohl die stetige und inkrementelle...

Geschlechterdebatte

Feminismus als Ideologie

8. Juli 2012, von Dr. Alexander Ulfig
Ideologien sind wie Krankheiten oder böse Geister. Sie beherrschen zeitlang das Denken und Leben der Menschen. Die meisten Menschen können sich ihnen kaum entziehen. Wie narkotisiert folgen sie ihnen. Auch ansonsten aufgeklärte und kritische Menschen sind von ihnen naiv begeistert und schalten bei ihrer Beurteilung ihre Kritikfähigkeit völlig aus.
Moderne...

Gesellschaft

Das Dritte Reich: Die Unterdrückung der Bevölkerung war gar nicht notwendig

Von Michael Klein   14. April 2012Zuerst erschienen auf Sciencefiles.org

Die Frage, wie die Nationalsozialisten an “die Macht” kommen konnten und wie sie sich an “der Macht” halten konnten, hat Historiker über die letzten Jahrzehnte immer wieder entzweit. Im Hinblick auf die zweite Frage hat sich zeitweise die Meinung durchgesetzt, dass es der NSDAP durch Terror und Zwang – ausgeübt u.a. von Gestapo...

Gesellschaft

Ohne Kapitalismus kein Respekt

19. Mai 2012, von Michael Klein - zuerst erschienen auf Sciencefiles.org
Derzeit ist es en vogue, sich vom Kapitalismus zu distanzieren. “Die Krise heißt Kapitalismus” titelt die “Gruppe soziale Kämpfe” deren Ziel darin besteht, Re-Kommunalisierung und Verstaatlichung durchzusetzen, also Sozialismus einzuführen.
Eine andere Sektion der so genannten “Occupy Bewegung” ist gar der Ansicht “Echte Demokratie...

Geschlechterdebatte

Feminismus: Mission fehlgeschlagen!

19. November 2012, von Maria Dorno, zuerst erschienen auf Theatrum Mundi
Der Feminismus ist gescheitert! Beim Versuch, uns Frauen von einer würdelosen Abhängigkeit zu befreien, hat er uns in die nächste gestürzt. Darum ist er heute nur noch der Fahnenträger von Manchesterkapitalismus und Sozialismus. Schade, wir Frauen hätten auch mal das Mensch-Sein verdient gehabt.
Erwerbstätigkeit =...

Gesellschaft

Der Eiserne Vorhang

09. Dezember 2013, von Vera Lengsfeld
Anne Applebaum, die durch ihre Studie über den Gulag in Deutschland erstmals einem größeren Publikum bekannt wurde, geht in ihrem neuen Buch der Frage nach, wie es den Sowjets nach dem Zweiten Weltkrieg gelingen konnte, „die so unterschiedlichen Nationen Osteuropas in eine ideologisch und politisch homogene Region umzuformen“, aus „Gegnern und Verbündeten...

Politik

Macht Sozialismus glücklich?

Von Michael Klein   27. April 2012Zuerst erschienen auf Sciencefiles.org
Bei bestimmten Büchern kann man die Rezeptionsgeschichte quasi vorher sagen. Als Richard Wilkinson und Kate Pickett (übrigens in genau der Autorenreihenfolge und nicht etwa umgekehrt, wie Liana Fix in einem Anfall von Genderismus  meint) ihr Buch “The Spirit Level” veröffentlicht haben, in dem Belege zusammengetragen sein...

Gesellschaft

Prof. Adorján Kovács: Die Deutschen heben wieder ab

Ein Volk der Extreme: Wie aus Nazis Linke wurden und aus Linken Nazis werden: Interview mit Professor Adorján Kovács, Arzt und Publizist
Von Dr. Alexander Ulfig, 7. Mai 2012
Alexander Ulfig: Sie arbeiten als Arzt und sind daneben auch als Publizist tätig. Ihre publizistischen Arbeiten kreisen fast alle um Deutschland. In Ihrem Buch „Deutsche Befindlichkeiten“ werfen Sie den Deutschen die Neigung zu...