Gesellschaft

Die Innenwelt

05. Juli 2013, von Bernhard Lassahn

Nun werden auch Männer als „Professorinnen“ bezeichnet. Jedenfalls an der Universität Leipzig. Das hat einigen Wirbel ausgelöst. Deshalb wird ein Projekt gestartet, das die Sprachregelung mit der umstrittenen „-innen“-Form und die aufgeregte Resonanz, die es ausgelöst hat, wissenschaftlich aufarbeiten möchte.

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Dazu möchte ich meinerseits einen kleinen, unaufgeregten Beitrag leisten. Dabei geht es obendrein um Tennis, um Backrezepte und um gutes Verallgemeinern und schlechtes Verallgemeinern.

 

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Opferverliebte Journalistinnen - Unterwerfung, die sich genießen lässt

02. Juli 2013, von Prof. Gerhard Amendt

Wer reißt sich schon um den Job bei der Müllabfuhr oder den Fernfahrern, wenn er über die Option einer Philosophieprofessur verfügt. Dass das eine leichter als das andere zu haben ist, stellt niemand in Frage.

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Da die Akademikerquote von Frauen aber nicht geringer als die von Männern ist, kommt es offenbar darauf an, was sie daraus machen. Und sie machen anderes daraus als Männer. Sie wählen, was ihnen Spaß macht und meiden, wo der Spaß für sie aufhört.

 

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FIFA-WM: Weltmeisterschaft der Ausbeutung

25. Juni 2013, von Sebastian Müller

Die Menschen in Brasilien gehen zu Recht auf die Straßen: Milliarden für die WM statt Gelder für Bildung, dazu korrupte Strukturen in der Politik. Doch die Kritik an der Regierung wirft auch einen großen Schatten auf die FIFA.

In einem fußballverrückten Land, vielleicht dem fußballverrücktesten überhaupt, protestieren die Menschen gegen die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr. Wie konnte es dazu kommen? Diejenigen Funktionäre und ehemaligen Stars, die sich oder den Fussball bereits verkauft haben, können sich freilich keinen Reim darauf machen. FIFA-Präsident Sepp Blatter rechnete mit dem Ende der Proteste, sobald der Confed-Cup beginnen würde, da der Fußball “stärker als die Unzufriedenheit der Menschen” sei.

Doch längst geht es nicht mehr nur um Fußball. Blatters Ignoranz wurde mit einem donnernden Buh-Konzert bestraft, so dass er bei der Eröffnungsfeier des Confed-Cups minutenlang nicht zu Wort kam. FIFA und Regierung spielten diesen Vorfall, der die Stimmung im Land deutlicher nicht symbolisieren könnte, mit fadenscheinigen Erklärungsversuchen herunter.

 

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Die neue Klassengesellschaft ist die alte - ein Kommentar

23. Juni 2013, von Prof. Günter Buchholz

Der von Ralph Bollmann und Inge Kloepfer geschriebene FAZ-Artikel „Chancengerechtigkeit – Die neue Klassengesellschaft“ greift aus empirischer Sicht zu Recht das Problem der vertikalen sozialen Mobilität – insbesondere die intergenerationelle Aufwärtsbewegung - auf.

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Positiv ist zu vermerken, dass der Blickwinkel zu Recht an der gesellschaftlichen Stratifizierung orientiert ist, denn es werden „Klassen“ oder „Schichten“ betrachtet und eben nicht, wie es gendermodisch - und falsch - nahe läge, das weibliche Geschlecht einerseits gegenüber dem männlichen Geschlecht andererseits, d. h., die „feministische Dichotomisierung“ wird implizit zurückgewiesen.

 

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Kampagnenjournalismus - diesmal ist Heiner Flassbeck das Opfer

Er wird zum Euro-Gegner und Anti-Europäer stilisiert

19. Juni 2013, von Albrecht Müller

Der gedruckte „Spiegel“ erschien in dieser Woche mit einem fünfseitigen Artikel „Die Taschenrechner“. Darin wird Heiner Flassbeck zum Gegner des Euro hochstilisiert und zu diesem Zwecke mit Olaf Henkel, Dirk Müller und dem AfD-Vorsitzenden Lucke vermanscht.

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Flassbeck hatte schon bei der Anbahnung des Gesprächs durch den Spiegel-Autor geahnt, dass hier ein Kampagnenjournalist tätig wird und sich den Vorgang gemerkt. Er berichtet davon hier.

 

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Propagandistischer Einheitsbrei

13. Juni 2013, von Prof. Adorján Kovács

Manchmal verrät sich die Systempresse. Drei Zeitungen, ein Bild.

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Drei Zeitungen, ein Bild. Drei Zeitungen, die in ihrer Selbstbeschreibung unterschiedlicher nicht sein könnten: die TAZ, die FAZ, die Süddeutsche. Drei Zeitungen, die vorgeben, ein breites Spektrum an Meinungen zu repräsentieren. Linksaußen, liberal-konservativ, gemäßigt links. Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch aufgefallen ist: Alle drei titelten mit einem identischen Foto.

 

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Sozialpaternalismus: Herrschaft durch Entmündigung

12. Juni 2013, von Michael Klein

Sozialpaternalismus ist eine Wortschöpfung, die ich gerade vorgenommen habe. Ja, und wo ich gerade dabei bin, den Begriff zu reklamieren, muss ich einräumen, dass ich zu schnell gewesen bin, mit meinem Innovations-Anspruch: Eine Suche in Google Scholar bringt für Deutschland immerhin 31 Einträge, eine Suche nach dem englischen Korrespondenten “social paternalism” erbingt immerhin 421 Einträge.

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Es gibt also schon einige Wissenschaftler vor mir, denen dieser Begriff in den Sinn gekommen ist. Das ist schön, da fühlt man sich nicht so alleine.

 

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Vietnam. Der Traum von der Familie

09. Juni 2013, von Bernhard Lassahn

Es fängt gut an. Ich mag die Leute, die hier vorübergehen, sie sind mir auf Anhieb sympathisch. Ich sitze etwa eine Stunde lang in Hanoi auf einer Bank am Hoan-Kiem-See - dem See des zurückgegebenen Schwertes - und gucke sie mir einfach nur an: junge Familien, die heiter und entspannt wirken und sich zwanglos berühren.

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Es liegt eine Stimmung in der Luft wie an einem Urlaubsort. Na, gut. Es ist ein zufälliger Blick, ein subjektiver Eindruck. Doch ich bin nicht allein damit. Auch Erich Wulff hat das so erlebt und beschreibt es in seinem Buch „Vietnamesische Versöhnung: Tagebuch einer Vietnam - Reise 2008 zu Buddhas und Ho Chi Minhs Geburtstag“.

 

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US-Psychiater wollen endlich verlässliche Diagnosekriterien

12. Mai 2013, von Michael Klein

Wer derzeit mit einer psychischen Störung diagnostiziert wird, der wird dies in den USA auf Grundlage der Diagnosekriterien wie sie im noch aktuellen DSM IV, dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorder, und in Europa auf der Grundlage von ICD-10, der International Classification of Diseases (ICD) festgelegt sind.

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Mit beiden Klassifikationssystemen verbinden sich erhebliche Probleme: Die Diagnosekriterien sind subjektiv und weich, die auf íhrer Grundlage erstellten Diagnosen oft nicht verlässlich und zuweilen schlicht falsch. Die subjektiven und weichen Kriterien, die von Psychiatern genutzt werden und die aufgrund ihrer Beliebigkeit jedem Wissenschaftler den Schweiß auf die Stirn treiben, sind über die letzten Jahre unter erhebliche Kritik geraten.

 

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