Gesellschaft

Der Brüsseler Anschlag und der Islamofaschismus

6. Juni 2014 von Prof. Adorján F. Kovács

Kürzlich hat Joseph Croitoru das neue Buch von Hamed Abdel-Samad über den islamischen Faschismus in der „SZ“ vernichtend besprochen. Dabei hat sich Abdel-Samad auf die ägyptischen Muslimbrüder konzentriert, deren Mitglied er ja einmal war und die er kennen sollte.

Croitoru verurteilt den Begriff des „Islamofaschismus“ und meint: „So ist er hierzulande bei Rechts- wie bei Linkspopulisten, die mit diesem Etikett auch die islamische Religion per se zu diffamieren suchen, ebenso beliebt wie bei militanten Gegnern des politischen Islams in den muslimischen Ländern.“ Leider trägt die Absicht, sei sie „gut“ oder „böse“, nichts dazu bei, die Richtigkeit eines Begriffs zu veri- oder zu falsifizieren.

 

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Gutmenschentum und Zynismus

02. Juni 2014, von Prof. Günter Buchholz

Es gibt bekanntlich einen manchmal katastrophalen Unterschied zwischen“gut gemeint” – oder der vermeintlich oder tatsächlich guten Gesinnung – und “gut” in einem intersubjektiv begründbaren Sinne sowie, insbesondere, im Sinne der tatsächlichen Folgen.

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Wer sich dessen nicht bewußt ist und ebenso naiv wie beschränkt auf der persönlichen subjektiven Gesinnung beharrt, um diese zur Geltung zu bringen, der muß anderen, die ebenso berechtigt eine andere subjektive Gesinnung haben oder die sich bereits über die Folgen Gedanken gemacht haben, als zwanghafter Rechthaber, als Vertreter einer Political Correctness oder einer Ideologie, als nur vermeintlich wohlwollender Diktator oder als totalitärer Erzieher eines neuen Menschen erscheinen.

 

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Pirinçci-Debatte: Jedes Wunder dauert nur drei Tage

16. Mai 2014 von Prof. Adorján F. Kovács

Wie der Ablauf in einem auf Sensationen getrimmten Medienzirkus nun einmal so ist, wird es um Akif Pirinçcis Buch „Deutschland von Sinnen“ langsam ruhiger. Dies kann man auch der Webseite entnehmen, die dem Buch selbst gewidmet ist (die 200 Zuhörer bei der Bonner Autorenlesung waren vielleicht auch nicht der erwartete Andrang).

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Es lief insgesamt wieder einmal so wie immer: Nach einer wie abgesprochen in aller Kürze durchgezogenen konzertierten Verurteilung durch die sogenannten „Leitmedien“, natürlich ohne auch nur ansatzweise auf den Inhalt des Werks einzugehen oder ihn gar zu diskutieren, folgt jetzt Stufe zwei: das komplette Verschweigen.

 

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Lasst doch mal den Vati ran

14. Mai 2014, von Birgit Kelle

In den Diskussionen um Familienpolitik gehen Väter meistens unter. Warum eigentlich?

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Am Sonntag war es wieder so weit: Muttertag. Wir haben zwar nach wie vor nicht mehr Rente vom Staat, aber zumindest wieder Blumen von der Familie bekommen und Gebasteltes und kalten Kaffee ans Bett und wir haben uns gefreut.

 

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Neues Buch: „Die Beschneidung von Jungen: Ein trauriges Vermächtnis“

„Die Religionsfreiheit Erwachsener endet an der Körpergrenze von Kindern“

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Zwei Jahre nach dem Kölner Urteil hat Prof. Matthias Franz ein neues Buch über die Beschneidung von Jungen geschrieben: „Die Beschneidung von Jungen: Ein trauriges Vermächtnis“ . Die Beschneidungsdebatte scheint noch lange kein Ende zu finden. Die Beschneidung sei in ihrer Tragweite unterschätzt worden.

 

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Psychiatrie: Viele kleine Mollaths

Das Verbrechen an Gustl Mollath ist kein Einzelfall

4. Mai 2014, von Kevin Fuchs

Angenommen, Sie wären von einer zwanghaften Ahnung befallen. Nehmen wir an, in Ihrem Kopf tobte der wirre Glaube, ausländische Regierungen würden Ihre Telefonate belauschen. Diese hätten – so Ihre Vorstellung – sich in die Knotenpunkte aller Kommunikationsnetze eingehängt, wofür sie eigens konstruierte „Horchkugeln“ irgendwo in Bayern, aufgebaut hätten. Weiße, kugelförmige Polyeder, mit Drahtgeflechten umspannt, so würden Sie anderen diese ominösen Erscheinungen beschreiben.

Hätten Sie sich ein paar Jahrzehnte vor der heutigen Zeit mit dieser bizarr anmutenden Geschichte den falschen Leuten anvertraut, so wäre Ihnen womöglich ähnliches widerfahren wie Gustl Mollath. Womöglich hätte man Ihnen ein Medikament verabreicht, Sie zur Ruhe und zum Schweigen gebracht. Gustl Mollath ist auch so ein mutmaßlich Verrückter. Sein Wahn, der sich um Geldwäsche und Korruption drehte, erwies sich aber –ebenso wie die bayrischen Horchkugeln – als wahr.

 

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Altersarmut: Die ewig getriebene Sau

29. April 2014, von Kevin Fuchs

Es raunt ein Quieken und Grunzen - eine Sau wird wieder und wieder durchs Dorf getrieben. So auch jüngst in einer Studie des Versorgungswerks Metallrente. Diese befasst sich mit dem Thema Rente und Altersarmut. Ihre Autoren lobpreisen Riester & Co. und tadeln jene, welche Riester und Co. keines Euros würdigen - die Vorsorgemuffel eben.

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Doch die Muffel zieren sich zu Recht. Die Renditen derzeitiger privater Rentenversicherungen sind bei 1,75 Prozent Garantiezins so niedrig, dass nach Abzug von Vertriebs-, Verwaltungs- und Risikokosten nicht mal mehr die Inflation ausgeglichen werden dürfte. An mancher Stelle wird gar schon von einem Garantiezins von 1,25 Prozent für 2015 gemunkelt.

 

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Wider das Schubladendenken - Wikipedia revisited

28. März 2014, von Prof. Adorján Kovács

Mein Artikel zu den Aktivitäten der „Wikipedia-AufseherInnen“ hat gewisse Früchte getragen. Im Wikipedia-Artikel über Akif Pirinçci wurde der tendenziöse Eintrag zu seiner publizistischen Tätigkeit geändert.

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Na also, geht doch! Es brauchte zwar eine lange Diskussion, bis sich die Wikipedianer zu dieser Korrektur entschließen konnten, aber insgesamt macht die Diskussion einen recht guten Eindruck.

 

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Im Billerland – Anmerkungen zu Maxim Billers Tirade in der „Zeit“

22. Februar 2014, von Prof. Adorján Kovács

Der Schriftsteller Maxim Biller, der zumindest mit seinem Roman Esra zweifelhaften Angedenkens etwas Leben in die deutsche Literaturszene gepustet hat, wütet dieser Tage in der „Zeit“ gegen die „unglaublich langweilige deutsche Gegenwartsliteratur“.

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Sie sei wie „der todkranke Patient, der aufgehört hat, zum Arzt zu gehen, aber allen erzählt, dass es ihm gut geht.“ Welche Pathogenese liegt dem nach Meinung Dr. Billers zugrunde? Zählen wir auf, bevor wir zusammenfassen:

 

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Sterbehilfe nun für alle

14. Februar 2014, von Prof. Adorján Kovács

In Belgien ist jetzt die sogenannte „Sterbehilfe“ ohne Altersbegrenzung erlaubt. Auch minderjährigen Kindern kann auf ausdrücklichen und wiederholten Wunsch, mit Einverständnis der Eltern und nach Prüfung durch Sachverständige (Ärzte) im Falle einer tödlichen Erkrankung und von unerträglichem Leiden ein tödliches Mittel verabreicht werden.

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Alle Bedingungen müssen erfüllt sein. Die Befürworter argumentieren sicher wahrheitsgemäß, dass solche Kinder durch jahrelanges Leiden so frühzeitig gereift seien, dass sie die Tragweite ihrer unumkehrbaren Entscheidung begreifen würden. Sie verstünden, „dass sie keine Zukunft haben“.

 

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Offener Brief: Jörg Kachelmann liest ARD die Leviten

13. Februar 2014, von Jörg Kachelmann

Der bekannte Meteorologe Jörg Kachelmann wurde von der ARD-Talksendung "Nachtcafé" zur Teilnahme an einer Sendung zum Thema "Gesellschaftsspiel Klatsch" eingeladen.

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Darauf reagiert er nun mit einer Antwort, die sich gewaschen hat und die er dankenswerterweise auch Genderama zur Dokumentation zur Verfügung gestellt hat. (Der Brief ist auch auf Jörg Kachelmanns Facebookseite zu finden.)

 

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Aufgehen in einer Tätigkeit - das Flow-Erlebnis

06. Februar 2014, von Dr. Alexander Ulfig

Der Zustand des Aufgehens in einer Tätigkeit wird von Psychologen als Flow bezeichnet. Er wird auch als Bestandteil eines erfüllten und glücklichen Lebens angesehen.

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Ein Schachspieler berichtet: „Wenn das Spiel mich packt, höre ich sozusagen nichts mehr … es gibt nur das Spiel als Gegenstand meines Denkens.“ „Ich bin mir meiner Selbst und meiner Probleme weniger bewusst … es gibt Phasen, in denen ich nichts anderes als Spielpositionen sehe.“

 

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