Gesellschaft

Diversity Management - wem nützt das?

09. Mai 2013, von Prof. Günter Buchholz

Diversity ist ein Modebegriff, der auch in der Betriebswirtschaftslehre und in der unternehmerischen Praxis eine gewisse Rolle spielt. Aber es ist eine naive Selbsttäuschung oder ein Ausdruck von Einfalt zu meinen, mit diversity sei Vielfalt im Sinne von Heterogenität gemeint. Fragt man, was der Begriff wirklich - und das heißt praktisch - bedeutet, dann stößt man auf eine strategische sprachpolitische Täuschung.

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Es fällt auf, dass es immer mehr – meist amerikanische - Begriffe gibt, die entweder unübersetzbar sind (z. B. Gender Mainstreaming) oder auf deren Übersetzung – im Sinne von: Was genau ist damit gemeint? – bewusst verzichtet wird (z. B. doing gender), denn es ist sprachpolitisch gar nicht gewollt, dass hierüber Klarheit hergestellt wird.

 

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Freud, Epiktet und die Meinungsfreiheit

25. April 2013, von Dr. Alexander Ulfig

Meinungsfreiheit ist ein kostbares Gut. Sollte man ihr Grenzen setzen? Oder lassen sich Argumente für uneingeschränkte Meinungsfreiheit finden?

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Zur Meinungsfreiheit gehören zwei Seiten: derjenige, der eine Meinung äußert, der Adressant, und derjenige, der eine Meinung empfängt, der Adressat. Wenden wir uns zunächst dem Adressanten zu. Die Psychoanalyse fordert, dass ein Patient über alles frei, offen und somit tabulos sprechen soll. Nur so kann er seine unbewussten, verdrängten Probleme bewusst machen und sie gegebenenfalls lösen. Tut er das nicht, leben diese Konflikte im Unbewussten weiter und äußern sich irgendwann im Verhalten des Patienten, etwa in Gewaltausbrüchen.

 

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Kollektive Jagd auf einen vermeintlichen Kinderschänder

Was weibliche Wichtigtuerei anrichten kann

17. April 2013, von Thomas Rettig

Wie fühlt es sich an, wenn man zu Unrecht des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird? Dieser Frage hat sich der dänische Regisseur Thomas Vinterberg mit seinem neuen Epos „Die Jagd“ gestellt.

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Ich halte den Film, der seit 28.03.13 in den deutschen Kinos läuft, für einen Meilenstein, nicht nur weil er perfekt gemacht und spannend wie ein Hitchcock-Psychodrama ist. Auch nicht, weil nur eine Handvoll Verletzter und ein toter Hund zu beklagen sind. Nein, hier wird vielleicht zum ersten Mal die weibliche Schlüsselfigur weder als Opfer noch als omnipotente Kommissarin dargestellt, sondern als gründlich danebenliegende Profi-Pädagogin, die durch ihren Irrtum zum ursächlichen Problem, zur unfreiwilligen Täterin wurde.

 

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Über die kleinen Leute

16. April 2013, von Prof. Günter Buchholz

Im VSA Verlag Hamburg ist ein Arbeitsrechtsprozess dokumentiert worden, der bundesweit bekannt wurde, weil es gegenüber einer langjährig tätigen Verkäuferin (Emmely) in einem Supermarkt zu einer fristlosen Kündigung aufgrund einer Bagatelle kam, und dies in einer Zeit, in der mitten in der Finanzkrise die am anderen Ende der Skala befindlichen Fälle millionenschwerer Banker-Boni öffentlich diskutiert wurden.

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Der Widerspruch beider Erscheinungen könnte größer nicht sein. Er verweist darauf, dass die soziale Wirklichkeit der „kleinen Leute“, die sehr oft in dem von Kanzler Schröder mit Stolz geschaffenen Niedriglohnsektor arbeiten müssen, bereits mit der sozialen Wirklichkeit der gehobenen Angestelltenschichten, geschweige denn mit jener der Selbständigen, noch etwas zu tun hat.

 

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Jagd auf kranke Hartz-IV-Empfänger – die Kleinen hängt man …

11. April 2013, von Jens Berger, zuerst erschienen bei den NachDenkSeiten

Nach Schätzungen der OECD schädigen Steuerhinterzieher den deutschen Staat mit jährlich mehr als 100 Mrd. Euro. Durch die Aufdeckung der „Offshore Leaks“ ist das Thema wieder auf die Tagesordnung zurückgekehrt. Doch was machen die deutschen Behörden? Jagen sie Steuerhinterzieher und deren Helfershelfer bei der Deutschen Bank? Nein. Deutsche Behörden machen stattdessen Jagd auf kranke Hartz-IV-Empfänger.

Wenn erwerbsfähige Erwerbslose sich krankmelden, droht ihnen künftig ein Termin beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Und wenn das subjektive Gesundheitsempfinden nicht mit den objektiven Kriterien des MDK übereinstimmt, müssen die Erwerbslosen mit einer Sanktion rechnen – was nichts anderes heißt, als dass der Staat ihnen zeitweise die vom Grundgesetz garantierte Menschenwürde entzieht und ihnen das Existenzminimum verweigert. Die Kleinen hängt man, die Großen dürfen ihre eigenen Gesetze schreiben.

 

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Wie unsere Presse zum korrupten Desinformationsorgan verkommt

25. März 2013, von Hadmut Danisch, zuerst erschienen auf Hadmut Danischs Blog

Presse und Rundfunk erleiden gerade einen dramatischen Qualitätssturz.

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Es gab mal eine Zeit, in der verstanden sich Journalisten als welche, die untersuchen, aufdecken, konfrontieren, überprüfen. Die nichts glauben, die nichts abschreiben, sondern der Sache auf den Grund gehen. Diese Journalisten gibt es (fast) nicht mehr.

Immer stärker werden die Medien von einem neuen Typus von Journalisten durchsetzt, die ihre Position nicht mehr als die eines Kritikers und Untersuchers, sondern nur noch als die eines Sprachrohrs verstehen.

 

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Das Unwort im Munde herumgedreht

23. Januar 2013, von Andreas Kraußer, zuerst erschienen bei MANNdat

Eine Jury um die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich hat „Opfer-Abo“ zum Unwort des Jahres 2012 gekürt. Sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf das Auswahlverfahren hat sich die Jury damit der Lächerlichkeit preisgegeben. Dagegen gebührt Jörg und Miriam Kachelmann Dank, mit ihrer kreativen Wortschöpfung einen gesellschaftlichen Missstand im wahrsten Sinn des Wortes namhaft gemacht zu haben.

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Dieser von Jörg Kachelmann im Zusammenhang mit dem gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwurf geprägte Ausdruck kritisiere Frauen „pauschal und in inakzeptabler Weise“, so die Jury. Es werde der Verdacht erweckt, Frauen seien pauschal selbst Täterinnen und erfänden die sexuelle Gewalt, von der sie betroffen zu sein vorgeben. Die Jury behauptet, nur fünf bis acht Prozent der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen schalteten tatsächlich die Polizei ein und es komme nur in drei bis vier Prozent der Fälle zu einer Anzeige und einem Gerichtsverfahren.

 

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Doppeltes Opfer – Arbeiter Märtyrer: gleiche Rentenbeiträge, kürzeres Leben

15. Januar 2013, von Michael Klein, zuerst erschienen auf ScienceFiles.org

Dass man eine Korrelation zwischen dem Einkommen und der Lebenserwartung zeigen kann, ist unter Sozialwissenschaftlern seit langem bekannt: Mit einem geringeren Einkommen geht eine geringere Lebenserwartung einher.

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Je nach ideologischer Färbung wird das Ergebnis dann genutzt, um gegen “Bonzen” zu Felde zu ziehen, die sich einem Mindestlohn widersetzen, um die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse zu beklagen oder um eine neue Anstrengung zu machen, um das Bildungsniveau der Bevölkerung zu heben. Wenig bekannt, jedenfalls wenig wissenschaftlich fundiert, ist dagegen, was die gemessene Korrelation zwischen Einkommen und Lebenserwartung eigentlich bedeutet.

 

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Segregation: Bestandteil der „deutschen Kultur“?

3. Januar 2013, von Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein, zuerst erschienen auf Scienfiles.org

Wer schon einmal mit dem Flugzeug in London-Heathrow gelandet ist, der hat einen Eindruck davon erhalten, wie eine integrierte Gesellschaft aussieht.

Die Passkontrolle führt ein Brite durch, der offensichtlich afrikanische Vorfahren hat, ein Brite mit offensichtlich asiatischen Vorfahren kümmert sich um die Touristen vom Kontinent, die auf der Suche nach der Tube (U-Bahn) verloren gegangen sind, und ein Polizeibeamter mit klar erkennbarem osteuropäischem Akzent nimmt sich derer an, die nicht verloren gingen, sondern verloren haben, was auch immer.

 

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Das Individuum und sein Glaube

4. Dezember 2012, von Dr. Gérard Bökenkamp, zuerst erschienen beim Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung

Wir Menschen sind in einer erkenntnistheoretischen Blase der Unwissenheit eingeschlossen, aus der es kein Entkommen gibt. Wir wissen nicht, wie die Welt jenseits unserer sinnlichen Wahrnehmung und unserer Begriffe von Zeit und Raum beschaffen ist.

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Wie Kant feststellte, ist das Ding an sich, also die Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit, die wir mit unserem Bewusstsein erfassen, unerkennbar. Der Mensch steht wie jedes andere seiner selbst bewusste, denkende Wesen im Universum vor dem Dilemma, nach dem Urgrund der Existenz fragen zu können, aber durch die Begrenzung seiner Erkenntnismöglichkeiten niemals zu einer unbestreitbaren Gewissheit über diesen Urgrund zu gelangen.

 

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Diktatur des Kapitals?

2. Dezember 2012, von Dr. Johannes Resch

Ich reibe mir die Augen. Da fordert der Arbeitgeberverband (BDA) und sein Präsident Dieter Hundt eine Verkürzung der Elternzeit auf ein Jahr und erklärt die Kleinkind-Betreuung zur „Kernaufgabe des Staates“. Warum? Um der Wirtschaft möglichst viele Arbeitskräfte zuzuführen, was die Lohndrückung erleichtert?

Die Wirtschaft hat sich an die angebliche „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ gewöhnt, die Eltern ins Hamsterrad und Kleinkinder in die Krippen treibt. Dass immer mehr Eltern im „Burn-out“ landen, interessiert die Wirtschaftsbosse ebensowenig wie der Stress, dem die Kinder in der Krippe und durch ihre ebenfalls gestressten Eltern ausgesetzt sind.

 

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Gesellschaftliche Entfremdung auflösen! Für ein Leben und Lernen in Freiheit

26. November 2012, von Prof. Günter Buchholz

Rezension des Buches „Sehnsucht nach Wahrheit“ von Christa Maria Bauermeister

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Die Initiatorin und Herausgeberin dieses Buches war Oberstudienrätin am Alfelder Gymnasium, hat sich nach Herausgabe des Buches jedoch versetzen lassen. Dieser Wunsch nach Versetzung steht im Zusammenhang mit der Haltung des Kollegiums und des Schulleiters des Alfelder Gymnasiums, Andreas Unger. Seine distanzierende Erklärung zum Projekt „Geld & Leben“ ist im Buch mit abgedruckt worden (S. 666).

 

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