Es raunt ein Quieken und Grunzen - eine Sau wird wieder und wieder durchs Dorf getrieben. So auch jüngst in einer Studie des Versorgungswerks Metallrente. Diese befasst sich mit dem Thema Rente und Altersarmut. Ihre Autoren lobpreisen Riester & Co. und tadeln jene, welche Riester und Co. keines Euros würdigen - die Vorsorgemuffel eben.

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Doch die Muffel zieren sich zu Recht. Die Renditen derzeitiger privater Rentenversicherungen sind bei 1,75 Prozent Garantiezins so niedrig, dass nach Abzug von Vertriebs-, Verwaltungs- und Risikokosten nicht mal mehr die Inflation ausgeglichen werden dürfte. An mancher Stelle wird gar schon von einem Garantiezins von 1,25 Prozent für 2015 gemunkelt.

Die VorsorgelügeDie Versicherer versprechen zwar, über den Garantiezins hinaus Gewinne zu erwirtschaften und auszuzahlen. Schlussendlich jedoch ist es eben ein Versprechen, keine Gewähr. Will man überhaupt mehr als das ohnehin Eingezahlte herausbekommen, so muss man im Allgemeinen ein Alter jenseits der 84 erreichen. Allzu frühes Sterben unter 84 birgt ein Verlustgeschäft. Diese Altersgrenze ist bewusst gewählt - ein großer Teil der Bevölkerung erreicht dieses Alter schließlich nicht.

Aber was stellen die Versicherer eigentlich mit dem Geld an? Nichts besonderes, nichts kompliziertes, nichts mysteriöses. Sie legen es auf den Kapitalmärkten in festverzinsten Papieren oder in Fonds an. Das ist nicht unbedingt die höchste aller Künste. Wenn Ihnen Immobilien zu spießig sind, so kaufen Sie sich doch ein paar Indexzertifikate, da wissen Sie wenigstens was Sie haben und vor allem: von der Rendite gehört alles Ihnen, Ihnen ganz allein, ohne abzügliche Kosten, ohne Mitesser.

Es ist nicht allzu lange her, da wurden wir im Kontext der Bankenkrise von Politikern und anderen Gesellen penetrant, notorisch und mantrahaft vor den üblen, alles zermalmenden Finanzmärkten gewarnt. Einem Banker solle man nicht trauen. Arg viel Gier und zu viel Eigennutz der Finanzinstitute waren die gemutmaßten Gründe für die gutgemeinte Warnung. Nun aber, da es um die Altersvorsorge der Menschen geht - also um etwas existenzielles, etwas, das man für Nahrung und Unterkunft benötigt - da wird eben derselbe Bürger von eben denselben Gestalten, die zuerst noch warnten, auf eben dieselben Kapitalmärkte getrieben. Er möge doch sein Geld einer Versicherung anvertrauen und darauf hoffen, dass sie es mit bestem Gewissen mehre. Ja - schon klar!

Doch eine gute Nachricht gibt es. Unter dem Titel "Generation Altersarmut" lässt der Tagesspiegel uns unter Bezug auf oben benannte Studie wissen: "Junge Menschen legen zu wenig für das Alter zurück". Ja, und nicht wenige legen überhaupt nichts zurück. Offenbar ist die junge Generation besser als ihr Ruf. Nichts ist derzeit vernunftträchtiger, als sich dem System der privaten Altersvorsorge zu entziehen. Aus diesen jungen Leuten wird mal was, ich spüre Hoffnung.

 

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