Gesellschaft

Islamismus versus Populismus: Wer sind die Täter? Was wollen sie?

amr353ttdg27

19. August 2017, von Bernhard Lassahn

Charlottenburg kann so schön sein: Die Sonne scheint, ein Eiswagen verteilt kostenlos Eis. Die SPD ist unterwegs und macht bürgernahen Wahlkampf mit dem grundsympathischen Tim Renner, der seine Broschüre, die „Tim Renner Das Rote Album" heißt, so gestalten ließ, dass sie an ein Booklet einer CD erinnert. Alles bestens. Mailen Sie ihm: tim[at]bundesrenner.de

Unter dem Track SICHERHEIT #WIRKLICHMACHEN heißt es:

„In Charlottenburg-Wilmersdorf hatten wir den ersten großen Anschlag mit islamistischem Hintergrund. Ein in Nordrhein-Westfalen registrierter Asylbewerber raste am 19.12.2016 in einem Lastwagen absichtlich in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz und riss zwölf Menschen aus dem Leben."

 

Weiterlesen: Islamismus versus Populismus: Wer sind die Täter? Was wollen sie?

Was denken die Anderen über mich?

dep67578578

01. August 2017, von Dr. Alexander Ulfig

Soziale Phobie als das Grundproblem des Menschen

Die Angst vor (negativen) Meinungen der Anderen, auch soziale Phobie genannt, ist die Grundangst des Menschen. Sie liegt vielen anderen Ängsten zugrunde. Somit ist sie die Ursache vieler psychischer Krankheiten. Die Angst, Kontakt mit Menschen aufzunehmen, die Angst, vor vielen Menschen zu sprechen, oder generell die Angst vor Ablehnung sind Formen der sozialen Phobie. Soziale Ängste sind ein universelles Phänomen, d.h. alle Menschen haben sie mehr oder weniger. Doch nicht bei jedem werden sie pathologisch.

Geben wir dieser Angst nach, dann verlieren wir unser Selbst. Wir machen nicht das, was wir machen möchten, sondern das, was Andere von uns verlangen. Wir gehen nicht unseren Weg, sondern orientieren uns an den Meinungen der Anderen. Anders gewendet: Ohne die soziale Angst wären wir viel freier und könnten das machen, was wir machen möchten. 

 

Weiterlesen: Was denken die Anderen über mich?

Hate Speech mit GEZ-Gebühren?

 hateetetd7wdt6w7

21. Juli 2017, von Dr. Bruno Köhler

ARD und ZDF inszenieren sich in der Öffentlichkeit als Kämpfer gegen Hate Speech. Doch wie sieht es mit Hate Speech in den eigenen Formaten aus?

Nicht erst seit Justizminister Heiko Maas ein Anti Hate Speech-Gesetz einführen will, fragt man sich, was unter Hate Speech zu verstehen ist. Eine offizielle Definition gibt es bis heute nicht. Durch diese Unbestimmtheit wird die Kontroverse zu Heiko Maas neuestem Vorstoß zusätzlich verschärft. Je weniger klare, eindeutig überprüfbare Kriterien es gib, desto größer ist der Einfluss von Willkür bei der Beurteilung eines Beitrages.

 

Weiterlesen: Hate Speech mit GEZ-Gebühren?

„Transphobisches Stück Scheiße“ - eine Art Liebeserklärung

lo 663tezgiuh

16. Juli 2017, von Bernhard Lassahn

Du musst dein Leben ändern, eine Art Liebeserklärung, eine kleine Video-Show und ein Veranstaltungshinweis

„Transphobisches Stück Scheiße" - das klingt nicht gerade vielversprechend. Dennoch. Der Beitrag von Tamara Wernli hat mich begeistert. Ich bin ihr richtig dankbar. It made my day. Das muss ich kurz erklären: Ihr Video hat mich nicht etwa begeistert, weil ich es gut finde, was sie uns da vorführt. Sondern weil sie ein Fenster aufgemacht und Jordan Peterson vorgestellt hat.

Jordan Peterson. Darauf habe ich gewartet.

 

Weiterlesen: „Transphobisches Stück Scheiße“ - eine Art Liebeserklärung

Schlimmer als Helikopter-Eltern: Helikopter-Narzissten!

Über die Opfergesellschaft und das narzisstische, globalisierte Ich

1. Februar 2017, von Deborah Ryszka

Das Auftreten narzisstischer Persönlichkeitsstörungen hat über Jahrzehnte hinweg in unserer Gesellschaft zugenommen. Jedoch findet zugleich neben einer gesellschaftlichen Globalisierung auch eine individuelle, narzisstische statt. Nämlich die des eigenen Ich. Diese drückt sich in einer kollektiv, organisierten Opfermentalität aus, wie es z.B. der Radikalfeminismus oder die politische Korrektheit tut.

bquiwdiciiqwhio

Wir leben in einer Zeit des Schreckens. Überall lauert Gefahr. Von rechts, von links, von unten oder von oben (nicht im politischen, sondern im metaphorischen Sinne). Sie ist ständig da, kann unerwartet auftauchen und das Ich in Schrecken versetzen. Denn „Ich bin Ich, also bin Ich, und zwar Ich der Mittelpunkt der Welt". So kann man das heutige Lebensmotto der meisten beschreiben. Das Ich als das Zentrum, das Absolute der Welt, um das sich alles dreht.

 

Weiterlesen: Schlimmer als Helikopter-Eltern: Helikopter-Narzissten!

Die Theorie hinter dem Zeitgeist der Beliebigkeit. Eine Buchbesprechung

16. Januar 2017, von Prof. Adorján Kovács

Der Philosoph Daniel von Wachter unterschied in einem Vortrag vor drei Jahren zwischen zwei Arten von „Philosophie“: Es gebe einmal die „literarische oder existenzielle Philosophie“, die „oft dunkel, geheimnisvoll, kryptisch, quasireligiös“ sei, sich „oft unklar und unscharf ohne Definitionen“, dafür aber „mit langen Sätzen“ ausdrücke.

Vernetzung khfd8643

Diese Art von Philosophie stelle „keine klare Frage“, formuliere „keine klare These“, bringe „keine Argumente“ und „keine Untersuchung der alternativen Positionen“. Von Wachter nennt als Beispiele Sartre und Camus, die vor allem Literatur produziert haben, ferner Nietzsche, der kaum Argumente bringe, sowie Heidegger, dessen „Wortbrei“ kein Mensch lesen könne, aber auch Hegel, der kaum klare Thesen nenne und gegen deren Gegenthesen verteidige.

 

Weiterlesen: Die Theorie hinter dem Zeitgeist der Beliebigkeit. Eine Buchbesprechung

Falsche Lehren aus der Silvesternacht

3. Januar 2017, von Prof. Monika Frommel

In ihrem Buch „Die Nacht, die Deutschland veränderte" arbeiten Voogt und Wiermer die Kölner Vorgänge vom letzten Silvester auf. Die Probleme liegen nicht bei Islam und Sexualstrafrecht.

col tedcz335d77f

Ein gerade erschienenes Buch von Gerhard Voogt und Christian Wiermer hilft zu verstehen, was in der Kölner Silvesternacht 2015/16 passiert ist. Nun rüstete Köln für Silvester 2016/17 auf, um nicht noch einmal ein solches Desaster zu produzieren. Aber gelernt hat der Innenminister von NRW aus dem eklatanten Polizeiversagen vor einem Jahr nicht. Noch immer ist die Politik dabei, das Geschehene zu verdunkeln. Berichtet wird weder über Falschaussagen, die es auch gibt, noch zeichnet die Regierung ein realistisches Bild und erklärt, wieso sie routinierten und tatgeneigten Migranten aus den Maghreb-Staaten eine solche Gelegenheit geboten hat.

 

Weiterlesen: Falsche Lehren aus der Silvesternacht

Der Generalverdacht gegen die Aufklärung

Oder: Wie die Dialektik der Aufklärung die Verbreitung der Aufklärung verhinderte

12. Dezember 2016, von Dr. Alexander Ulfig

Die Kritische Theorie, auch "Frankfurter Schule“ genannt, gehört zu den einflussreichsten philosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Ihr programmatisches Werk ist die 1947 von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verfasste Dialektik der Aufklärung.

HorkheimerAdorno njui8767

Bild: Jjshapiro in der Wikipedia auf Englisch, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6633571, Bild beschnitten

Darin formulieren die beiden Hauptvertreter der Kritischen Theorie ihre folgenreiche Kulturkritik. Ihre Hauptthese lautet: Die Aufklärung schlägt in Gegenaufklärung um; fortschrittliche Ideale werden in ihr Gegenteil verkehrt. Die Aufklärung mündet in Unterordnung, skrupellose Machtausübung und Gewalt – sie mündet letztlich in Faschismus.

 

Weiterlesen: Der Generalverdacht gegen die Aufklärung

Verbotene Liebe, oder wer mit wem, wann, wie oft und wie lange Sex haben darf

11. November 2016, von Dr. Alexander Stevens

Gestern trat das neue Sexualstrafrecht in Kraft. Was ich von dem „Sind Sie für oder gegen Vergewaltigung Hype" halte, habe ich ja schon oft genug kundgetan. Sei's drum.

few feet 684685 960 720

Da ist sie also nun. Die sagenumwobene „Nein hießt Nein Regelung" oder besser gesagt „Jede Art von mutmaßlich entgegenstehendem Willen heißt jetzt Nein". Wer das genau feststellen will, wann man Sex will und wann nicht und woran man das als Richter, der ja dann im Zuge einer Anzeige genau hierüber entscheiden werden muss fest macht - keine Ahnung.

 

Weiterlesen: Verbotene Liebe, oder wer mit wem, wann, wie oft und wie lange Sex haben darf

Hassrede ist freie Rede

27. Oktober 2016, von Kolja Zydatiss

Mit Netzsperren und öffentlichkeitswirksamen Kampagnen wird gegen sogenannte „Hate Speech“vorgegangen. Besser wäre es, rassistischen und anderen Vorurteilen sachliche Argumente entgegenzusetzen.

ggt655rtt

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der Hate Speech. Im Englischen wird der Begriff benutzt, um herabsetzende sprachliche Äußerungen zu kennzeichnen, die vermeintlich Ausdruck von Hass sind. Misstrauen gegenüber dem Begriff ist angebracht. Wie andere politisch korrekte Modephrasen aus dem angloamerikanischen Raum, etwa „check your privilege“ oder „mansplaining“, ist er geeignet, Andersdenkende mundtot zu machen, ohne sich mit deren Argumenten auseinandersetzen zu müssen.

 

Weiterlesen: Hassrede ist freie Rede