Geschlechterdebatte

Menschenrechte in Beton

Zur Achtung der Menschenrechte in Deutschland. Update 2015

05. Juni 2015, von Lucas Schoppe

„Menschenrechte sind in der Bundesrepublik offenbar nur deklamatorischer Natur.“ Dieser Satz bezieht sich auf das deutsche Familienrecht und ist mehr als zwanzig Jahre alt. Er stammt aus dem Essay „Die Achtung der Menschenrechte in Deutschland – Anspruch und Wirklichkeit. Gedanken zum Jahr der Familie“, den Prof. Dr. Michael Reeken im Jahr 1994 in der Fachzeitschrift „Zentralblatt für Jugendrecht“ veröffentlicht hat.

Menschenrechte yxas1895Bei der Arbeit an dem Text über das seltsame Verhältnis des Deutschlandradios zu Menschenrechten habe ich den Text von Reeken noch einmal gelesen – und war abwechselnd verblüfft, belustigt und wütend, wie genau dieser alte Text auch heute noch die Situation im deutschen Familienrecht beschreibt.

 

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Was hat das Deutschlandradio eigentlich gegen Menschenrechte?

31. Mai 2015, von Lucas Schoppe

Die Situation deutscher Mütter ist – von der breiten Öffentlichkeit wie üblich unbemerkt – unerträglich geworden. „Unverheiratete Mütter und ihre Kinder geraten (…) in eine noch nie da gewesene Situation des Ausgeliefertseins an den Kindesvater.“

VaterKind vcxd3546 Durch gesetzlichen Zwang sieht sich die unschuldige Mutter der Willkür eines missgünstigen Vaters ausgesetzt, der sich zwar – wir kennen diese Gesellen ja – selbst nicht um das Kind kümmern möchte, ihre Sorge um das Kind aber vergnüglich und nach Kräften torpediert.

 

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Gleichstellung für Retrofetischisten

25. Mai 2015, von Kevin Fuchs

Moderne, zeitgenössische Gleichstellung ist alles andere als progressiv. Sie ist - ganz im Gegenteil - rückwärts gewandt und rückwärts gedacht.

Tradierte Rollenbilder und geschlechtsspezifische Stereotypen werden eben gerade nicht - wie gerne behauptet - kritisch hinterfragt und dekonstruiert, sondern unterschwellig reinkarniert und fortgetragen.Die Gründe hierfür sind in der individuellen Motivation derjenigen zu finden, die in diesen Bereichen tätig sind. Sie sind es, die unbewusst ein erstaunlich unmodernes, dichotomes Männer- und Frauenbild in ihrer Gleichstellungsarbeit reproduzieren.

 

Die neue Lüge: Das Gender Unpaid Gap

25. Mai 2015, von Michael Klein

Bei der Friedrich-Ebert-Stiftung hat man die Zeichen der Zeit erkannt: Die Lüge mit dem Gender Pay Gap, sie fällt nur noch bei den Allereinfältigsten auf fruchtbaren Boden.

Bei der Mehrheit der Bevölkerung hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen, dass wer weniger arbeitet, mehr Teilzeit arbeitet, weniger Überstunden macht, weniger Berufserfahrung hat und häufiger fehlt, auch weniger verdient. Frauen arbeiten im Aggregat weniger als Männer, arbeiten häufiger Teilzeit als Männer, sie machen weniger Überstunden als Männer, haben weniger Berufserfahren und fehlen häufiger. Deshalb ist ihr Lohn im Aggregat geringer als der von Männern.

 

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Gleichstellung: 30 Jahre Europäische Menschenrechtskonvention

11. Mai 2015, von Gerd Riedmeier


Im Frühjahr 1985 unterschrieb die Bundesrepublik Deutschland das 7. Zusatzprotokoll der Europäischen Menschenrechtskonvention. Darin verpflichtet Artikel 5 des Protokolls die unterzeichnenden Staaten zur Durchsetzung der Gleichberechtigung der Ehegatten bezüglich ihrer Rechte und Pflichten in ihren Beziehungen zu ihren Kindern - während einer Ehe ebenso wie nach Auflösung der Ehe.

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Seitdem sind 30 Jahre vergangen - ratifiziert wurde das Protokoll durch die Bundesrepublik nicht. Damit steht die BRD alleine in Europa, lediglich von 2 Ländern flankiert: den Niederlanden und der Türkei. Seitdem trugen 8 Bundesministerinnen - durchgehend von Christ- und Sozialdemokraten gestellt - die Verantwortung im zuständigen Familienministerium. Die Frage stellt sich, weshalb die Ratifizierung unterlassen wurde und immer noch wird. 

 

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Geschlechterpolitik und Männer – passt das zusammen?

07. Mai 2015, von Johannes Meiners

Anfang März 2015 stellte der Club of Vienna (CoV), die Denkfabrik der Stadt Wien, eine neue Studie vor. Sie befasst sich mit dem Geschlechterverhältnis. An der Entwicklung von Teil I, der sich mit der Teilhabe von Männern und Frauen am Geschlechterdiskurs sowie der Geschichte von Feminismus und Maskulismus (Männerrechtsbewegung) beschäftigt, wirkte ich intensiv mit.

Gleichberechtigung hkzu6739Die neue Studie soll (auch) als wissenschaftliche, systematische und unvoreingenommene Erörterung der „männlichen“ Seite des Geschlechterverhältnisses dienen und ein Nachschlagewerk sein. Seit längerem reüssiert „Gender“ im öffentlichen Raum. Versatzstücke werden institutionell implementiert – nicht unproblematisch.

 

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Jugendgewalt: Agenda-Setting und manipulative Berichterstattung in Schweizer Medien

6. Mai 2015, von Arne Hoffmann

Warum bleiben männliche Opfer von Gewalt in der Partnerschaft oft noch immer unsichtbar? Schauen wir uns mal die Berichterstattung über eine aktuell vorliegende Untersuchung an.

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Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, kurz ETH Zürich, hat dieser Tage eine aktuelle Studie veröffentlicht, die die Hochschule auf ihrer Website unter der Überschrift Gewalt unter Jugendlichen sinkt vorstellt. Speziell über Gewalt in Paarbeziehungen heißt es dort:

 

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Vom emanzipatorischen Wert der Verleumdung

Zur Tagung „Wessen Internet?" in der Friedrich Ebert Stiftung

1. Mai 2015, von Lucas Schoppe

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Ich weiß nicht, ob es heroisch ist oder masochistisch oder einfach nur ein wenig seltsam. Nachdem ich wegen eines Umzugs eine Weile hier nichts geschrieben hatte, habe ich mir ausgerechnet die seltsame Tagung „Wessen Internet? Geschlechterverhältnisse und Gender-Debatten im Netz" der sozialdemokratischen Friedrich Ebert Stiftung und des Familienministeriums angeschaut - im Netz und nachträglich.

 

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Studie „Die Teilhabe von Frauen und Männern am Geschlechterdiskurs und an der Neugestaltung der Geschlechterrollen. Entstehung und Einfluss von Feminismus und Maskulismus“

27. April 2015, von Thomas Mittelberger

Die Autoren Christine Bauer-Jelinek und Johannes Meiners geben in ihrer Studie „Die Teilhabe von Frauen und Männern am Geschlechterdiskurs und an der Neugestaltung der Geschlechterrollen“ einen Überblick über den Einfluss, den Frauen und Männer in der Vergangenheit auf die Entwicklung der Geschlechterrollen nahmen bzw. den sie heute geltend machen.

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Grundgedanke der beiden Autoren ist, dass der heutige machtvolle, institutionalisierte Feminismus einseitig die Interessen eines kleinen Kreises ohnehin privilegierter Frauen auf Kosten der überwältigenden Bevölkerungsmehrheit vertritt und mit den Wellen der Frauenbewegung früherer Jahrzehnte nichts mehr zu tun hat.

 

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Familie, Arbeitsmarkt und Gleichstellungspolitik

19. April 2015, von Prof. Günter Buchholz

Wirtschaft, Unternehmen, Profit, Arbeitsmarkt, Konkurrenz auf der einen und Ehe, Familie,  Kindererziehung, Liebe und Vertrauen auf der anderen Seite bezeichnen die beiden Seiten des Widerspruchs zwischen Produktivität und Reproduktivität.

FrauKarriere vbcf5234Wenn die wirtschaftliche Seite aufgrund ihres Profitstrebens übergriffig wird, indem sie die privat-familiale Seite nicht mehr respektiert, indem sie versucht, auf deren Ressourcen zuzugreifen, wird das Gleichgewicht gestört.

 

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Frauenpolitik 2015 – wohin geht der Weg?

30. März 2015, von Gerd Riedmeier

Manuela Schwesig bezeichnet sich gerne als Bundesfrauenministerin. Dafür ist ihr der solidarische Zuspruch der Hälfte der deutschen Wählerschaft schon mal sicher. Die andere Hälfte der Bevölkerung - die männliche - könnte dabei jedoch Irritationen verspüren.

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Es ist bekannt: Die große Mehrheit der Männer unterstützt staatliche Frauenförderung und steht zum Teil selbst für erhebliche Transferleistungen zugunsten von Frauen im privaten Bereich. Die Frage mag jedoch erlaubt sein: Ist die Verwendung der Bezeichnung Bundesfrauenministerin im politischen Umfeld nicht ein wenig übertrieben? Man stelle sich vor, ein Kollege bezeichnete sich als Bundesmännerminister? Frauen fühlten sich exkludiert. Es gäbe (richtig!) einen #Aufschrei.

 

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Genderdebatte - Diversity für die Privilegierten

29. März 2015, von Kevin Fuchs


Gender-Mainstreaming fördert nicht die Vielfalt, sondern trägt durch Einebnung bestehender Unterschiede zur Gleichförmigkeit bei. Dabei setzen privilegierte Gruppen ihre Interessen durch, während die wirklich Benachteiligten kaum Gehör finden.

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Auf den ersten Blick scheinen die Begriffe Freiheit und Führung unvereinbar - eine Täuschung, wie sich bei näherem Hinsehen zeigt. Denn in Wahrheit bilden sie ein Paar, zwei widerstreitende Pole, die sich wechselseitig bedingen. Freiheit und Führung sind vorderhand entgegenwirkende Paradigmen, die in jeder Form selbstregulierender Systeme, ob ökonomischer, politischer oder sozialer Natur, wirken.

 

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Burkhard Oelemann: „Die Lynchaufrufe sind ein logisches Produkt jahrzehntelanger Dämonisierung“

Von Arne Hoffmann   9. April 2012
Das folgende Interview mit dem Anti-Gewalt-Berater und -Pädagogen Burkhard Oelemann hatte ich bereits geführt, bevor das Thema häusliche Gewalt durch seine skandalöse Behandlung durch die Zeitschrift Chrismon noch einmal besonders aktuell wurde. Deshalb habe ich Burkhard Oelemann nicht eigens dazu befragt (er fand meine Analyse der Chrismon-Artikel allerdings "sehr, sehr...

Gesellschaft

Köln: Neufeministische Opferverhöhnung

14. Januar 2016, von Prof. Gerhard Amendt
hart aber fair vom 11. Januar 2016 war bedrückend, denn die Politikerriege des linken Spektrums wusste nichts Weiterführendes zu den Gewaltexzessen zu sagen. MDB Künast redet wie ein Automat und Ministerpräsidentin Kraft lächelte unverständlich zum Schrecklichen, über das sie sprach.
Bedrohlich allerdings wurde dieses Gerede, weil die Lebensfremdheit der...

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Warum Linke die Männerrechtler brauchen (aber Männerrechtler die Linken nicht)

01. April 2014, von Lucas Schoppe
„Vor allem die linken Parteien schrecken inzwischen immer mehr Männer ab, die eigentlich für die Anliegen dieses Lagers mehr als aufgeschlossen wären“, schreibt Arne Hoffmann in seinem gerade erschienenen „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“. (S. 19)
Der Text listet viele Beispiele panischer Abgrenzungen und Feindseligkeiten irgendwie linker Parteien gegenüber...

Geschlechterdebatte

Die Remoralisierung des Strafrechts

 
26. Februar 2016, von Prof. Monika Frommel
Offenbar ist das 21. Jahrhundert eine Zeitenwende. War Strafrecht immer ein Unterfangen, das als repressiv und eher ungeeignet zur Konfliktlösung galt, soll es nun „Menschenrechte" schützen, und zwar nicht punktuell, sondern umfassend.
Strafrecht soll nicht mehr dem Schutz von Rechtsgütern dienen, es wird nicht mehr konzipiert als ultima ratio und soll auch...

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Feminismus: die Zeiten ändern sich....

3. März 2015, von Prof. Gerhard Amendt
Bevor man sich erstaunt über das Schweigen der Männer gibt, sollte man sich einmal Gedanken über die Selbstverständlichkeit machen, wie deren Tod hingenommen und stillschweigend totgeschwiegen wird.
Wohingegen das Unbehagen von Frauen im Kleinen wie im Großen – wie bei kriegsbedingten Vergewaltigungen - zum Gesellschaftsskandal stets aufgerüstet wird. Wobei...

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Sexuelle Belästigung: In Deutschland bisher nur während der Arbeitszeit verboten

Über die (noch) fast grenzenlose Freiheit von Grapschern und sexuellen Anmachen in Deutschland 21. Februar 2016, von Dr. Alexander Stevens
Die Debatte um sexuelle Belästigung von Frauen ebbt nicht ab. Zuletzt bei den sog. „Sex- Mobs" in der Silvesternacht, aber auch im letzten Jahr, als selbsterklärte „Pick-Up- Artists" Jagd auf „sexhungrige" Frauen machten, die freilich durch die offensiv...

Geschlechterdebatte

Die Antisexualisten und ihr Krieg gegen den Mann

16. Januar 2015, von Kevin Fuchs
In der westlichen Welt geht eine neue Mode um. Nach einer Jahrzehnte fortdauernden Hypersexualisierung unserer Kultur, der Pornographisierung einer ganzen Jugend und nach anrüchigen Aufklärungsköfferchen mit putzigen Plüschvaginas und Plüschpenissen für Grundschüler irritiert uns ein neuer Kanon, der sich so gar nicht dem uns Gewohnten fügen mag. Ich nenne es...

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Vereinte Nationen und Google arbeiten an einem feministischen Internet

26. September 2015, von Arne Hoffmann
Neues vom Frauen unterdrückenden Patriarchat meldet die Washington Post. Die Zeitung spricht von einer "radikalen, gefährlichen Zukunft":
On Thursday, the organization’s Broadband Commission for Digital Development released a damning "world-wide wake-up call" on what it calls "cyber VAWG," or violence against women and girls. The report concludes that online...

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Frauen - Opfer der Gesellschaft?

12. November 2013, von Dr. Tomas Kubelik
Wir alle haben es längst internalisiert: Frauen sind das diskriminierte, das benachteiligte, das unterdrückte Geschlecht.
In der Berufswelt, in der Familie, in der Partnerschaft und nicht zuletzt in der Sprache: Frauen sind das Opfer patriarchaler Strukturen. Seit bald zwei Generationen wird die Öffentlichkeit mit diesem Dogma bearbeitet.
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AGENS-Positionen zum Problem der häuslichen Gewalt

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Wenn es um häusliche Gewalt gehe, sei die Dunkelziffer misshandelter Männer vermutlich weitaus höher, als es die Kriminalstatistiken hergeben, erklärte im Dezember 2008 die Nürnberger Kriminalhauptkommissarin Cora Miguletz. Man habe es hier mit einem extrem tabuisierten Thema zu tun. "Die Männer müssen jetzt das Gleiche tun, wie die Frauen vor 20 Jahren - sie...

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Pulitzer-Preisträger: Angebliche Sex-Übergriffe bringen Vorteile für "Opfer"

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Die ästhetisierte Gewalt

Von Kevin Fuchs   6. April 2012

Gewalt ist Männersache – so der Mythos. Bei häuslicher Gewalt verdichtet sich die These einer Gleichverteilung männlicher und weiblicher Täter. Im außerhäuslichen Bereich ist Gewalt hingegen eindeutig männlich dominiert, doch auch hier ist die Vorstellung von Gewalt als schlicht „männlichem Prinzip“ nicht haltbar.