Geschlechterdebatte:

Was ist denn nun eigentlich ein „Masku“?

Zugegeben – ich weiß nicht so recht, was „Männerrechte“ eigentlich sind. Der Begriff ist in meinen Augen ebenso fragwürdig wie der Begriff „Frauenrechte“.

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Rechte gelten schließlich allgemein, nicht nur für bestimmte Gruppen – sonst sind es keine Rechte, sondern Vorrechte. Als beispielweise Christian Schmidt vor einigen Wochen über „Einschränkungen von Männerrechten“ schrieb, ging es eigentlich nicht um solche Sonderrechte – sondern darum, dass die allgemeinen Rechte bestimmter Menschen eingeschränkt werden, bloß weil diese Menschen biologisch männlich sind.

Den Begriff Maskulist finde ich noch unglücklicher als den des „Männerrechtlers“ – weil auch er allzu deutlich bloß Nachbildung eines weiblichen Vorbilds ist, und weil der Begriff Maskulismus bei Licht betrachtet ebenso unsinnig ist wie der Begriff Feminismus. Wie sollte denn eine Theorie, ein politisches Programm oder eine Weltanschauung einfach auf „Männlichkeit“ bzw. „Weiblichkeit“ aufgebaut werden?

Würde beispielweise ein sorgeberechtigter Vater die Kinder der Mutter entfremden und die Mutter schikanieren – dann wäre das in meinen Augen ebenso verwerflich, wie es umgekehrt ein solches Agieren einer Mutter ist. Sicher, unter den gegebenen Bedingungen haben Mütter wesentlich häufiger die Möglichkeit, so zu handeln – aber trotzdem liegt der Fokus auf allgemeinen Rechten, nicht allein auf Rechten von Vätern. Allein die Rechte der Kinder können hier sinnvoll hervorgehoben werden.

Die Schwierigkeit, eine vernünftige Bezeichnung für das zu finden, was auch ich in diesem Blog seit nun fast zwei Jahren betreibe, hat daher wohl einen ganz einfachen Grund. Ich hatte eigentlich niemals das Gefühl oder das Bestreben, spezifisch für Männerrechte einzutreten – sondern war mir bis vor wenigen Jahren sicher, dass das, wofür ich da eintrete, ein allgemein geteilter Konsens ist, ganz unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit.

Mir war lange Zeit nicht einmal klar, dass es besonders nötig wäre, dafür einzutreten.

Rechtliche Gleichheit – allgemeine Menschenrechte – ein Anspruch auf eine basale Fairness im Umgang – ein allgemeiner Anspruch auf Schutz vor Gewalt – ein Staat, der allen Staatsbürgern prinzipiell gleichermaßen verpflichtet ist, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, sozialer Schicht oder Geschlecht: Wer bemerkt, dass diese Selbstverständlichkeiten keineswegs selbstverständlich sind, und wer sich dagegen wehrt, dass sie durchaus systematisch attackiert werden – der kann sich damit plötzlich als „Männerechtler“ oder „Maskulist“ wiederfinden.

Wie man Menschen für unerwünscht erklärt (ohne dass sich jemand aufregt) 

Für „Maskus kann es keine Willkommenskultur geben“ – das twittert Jörg Rupp von baden-württembergischen Vorstand der Grünen als Antwort auf einen Spiegel-Artikel von Annett Meiritz. Die hatte nämlich glatt kritisiert, dass der heutige Feminismus viel zu schnell Menschen anderer Meinung zum Feind deklariere.

„Feministinnen, die ständig und überall den 'Kampf gegen die ‚Maskus' ausrufen - dazu möchte ich nicht gehören. Ich glaube nicht, dass der Feminismus eine neue Führungsfigur braucht, wie die ‚Zeit’ kürzlich forderte. Was er braucht, ist eine neue Willkommenskultur.“

In den Augen Rupps, immerhin Bundestagskandidat und im Vorstand der Regierungspartei seines Bundeslandes, müssten allerdings Maskus aus dem so geforderten offenen Dialog draußen bleiben. Er kenne sich da aus – für ihn sind sie ohnehin alle gleich.

„Alle. Punkt. Wer anders ist, nennt sich nicht Masku.“

„Kein Mensch nennt sich selbst Masku“, antwortet ihm ein Gesprächspartner bei Twitter. Das ist ein wichtiger Punkt: Die Beschreibung als „Masku“, oft auch die als „Männerrechtler“, ist weitaus häufiger eine Fremd- als eine Selbstzuschreibung. Übrigens ist bei anderer Gelegenheit auch schon Rupp selbst als „Kämpfer für Männerrechte“ bezeichnet worden – weil er bei den Grünen, nach fast zehn Jahren Arbeit und Vorbereitung, an der Verfassung eines sehr zahmen, bei Licht besehen durchaus servilen Männermanifests beteiligt war.

Als Masku steht schon jemand da, der an Selbstverständlichkeiten wie der Unschuldsvermutung oder dem Recht auf ein faires Verfahren festhält. Tut er das auch angesichts von Vergewaltigungsprozessen, muss er sich gelegentlich als rape apologist – als Verteidiger von Vergewaltigungen – oder als rape  denialist hinstellen lassen – als jemanden, der Vergewaltigungen leugnet und damit ungefähr auf der Stufe von Holocaustleugnern steht.

Wer als Vater dafür kämpft, den Kontakt zu seinen Kindern zu behalten und Müttern gegenüber nicht rechtlich benachteiligt zu werden, muss hinnehmen, mit Neonazis oder Gewalttätern gleichgesetzt zu werden.

Wer kritisiert, dass häusliche Gewalt allein als Gewalt von Männern gegen Frauen wahrgenommen und Gewalt von Frauen gegen Männer ignoriert wird, und wer auf dieser Basis fordert, Frauenhäuser sollten in Zentren gegen familiäre Gewalt umgewandelt werden, die allen Geschlechtern zugänglich sind – der kann sich in der Folgezeit erst einmal nur mit Bodyguards bewegen, weil er ernsthafte Gewaltdrohungen erhält. Wenn du Arschloch noch mal behauptest, ich sei gewalttätig, dann knall ich dich ab.

Wer dann in öffentlichen Netzwerken wie Twitter allzu offen seine Meinung sagt, muss damit rechnen, dafür als „menschlicher Abschaum“  betitelt oder mit Gewaltphantasien überzogen zu werden.

Dass Menschen als „Maskus“ dastehen und als Unpersonen behandelt werden, weil sie an geschlechtsunabhängigen Selbstverständlichkeiten festhalten, zeigt, dass sich in großen Teilen der öffentlichen Debatte Maßstäbe verschoben haben – und dass sich eine Politik schon weit durchgesetzt hat, die auf rechtliche Ungleichheit setzt, auf das Festhalten an Privilegien fixiert ist und diese Haltung unter anderem mit Geschlechterklischees legitimiert.

Dabei bin ich mir sicher, dass der selbstverständliche demokratische und rechtsstaatliche Konsens, von dem ich einst ausging, weithin noch existiert. Als ich, mit Ausnahme des vierzehntägigen Umgangs, den Kontakt zu unserem Sohn weitgehend verloren hatte, weil ich nun einmal sein Vater bin und nicht seine Mutter – da fiel mir in den kommenden Wochen und Monaten etwas Interessantes auf:

Von den vielen Menschen, mit denen ich sprach, wusste niemand etwas darüber, wie ungleich und entrechtend die familienrechtlichen Bedingungen für Väter sind. Die einzigen Ausnahmen waren Aktivisten im Väteraufbruch, die sich schon lang mit dem Thema beschäftigten.

Gleichwohl waren meine Gesprächspartner ansonsten oft politisch sehr gut informiert. Dass trotzdem niemand von ihnen wusste, wie schlimm es um das Kindschaftsrecht bestellt war (und noch ist), dass viele mir empört gar nicht glauben wollten, was ich erzählte – das hatte wohl vor allem einen sehr einfachen Grund: Sie konnten es sich einfach nicht vorstellen.

Denn wer einfach nur das Grundgesetz kennt und der Meinung ist, dass es weithin gilt, der kommt gar nicht erst auf die Idee, dass Menschen bloß aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit – oder der Geschlechtszugehörigkeit eines Elternteils – basale Grundrechte vorenthalten werden.

Die Verschiebung der Debatte, die Schleifung demokratischer und rechtsstaatlicher Selbstverständlichkeiten, wird also von großen Teilen der Bevölkerung gar nicht bemerkt, erst recht nicht gebilligt oder betrieben. Sie ist Sache von einer relativ kleinen Elite in Politik, staatlichen Institutionen, Verbänden und Medien. Offenbar ventilieren die Beteiligten dabei auch abseitige Außenseiterpositionen untereinander so häufig, und so abgeschottet, dass sie schließlich ernsthaft davon überzeugt sind, damit zum Mainstream zu gehören.

Wie man den Väteraufbruch dann doch nicht an die Schulen bringt 

Ein weiteres persönliches Beispiel. Ich sprach neulich mit einem guten Bekannten über Sexualerziehung an den Schulen. Er stellte die These auf, dass es eigentlich keine sexuellen Normen gäbe, dass diese Normen zumindest künstlich erzeugt und nicht verbindlich seien. Es bedient Klischees, dass er Mandatsträger bei den Grünen ist – es spiegelt aber auch tatsächlich Positionen dieser Partei wider.

Die These meines Bekannten ist offensichtlich falsch. Natürlich haben wir sehr wirkungsvolle und auch wichtige sexuelle Normen. Davon lenkt allerdings die Vorstellung ab, in den modernen Industriestaaten sei die Heterosexualität wesentliche Norm – als „Heteronormativität“. Tatsächlich gibt es eine viel wirkungsvollere und weithin auch sehr viel entschiedener verteidigte sexuelle Norm, und dies zum Glück – nämlich das Gebot der Freiwilligkeit.

Homosexuelle Paare sind Normalität in populären Fernsehserien wie in der realen Welt – mit seinem Satz „Ich bin schwul, und das ist auch gut so“ stand Klaus Wowereit sympathisch und souverän da, keineswegs abnorm und krank. Das wäre, mit guten Gründen, völlig anders, wenn jemand behaupten würde, dass er sich Sex gern mit Gewalt verschaffe. Und dass das auch gut so sei.

Die große Bedeutung des Freiwilligkeits-Gebots zeigt, wie irreführend und unüberlegt die Vorstellung ist, Normen – und zumal sexuelle Normen – lediglich als Resultat und Reproduktion von Herrschaftsverhältnissen zu verstehen. Prinzipiell sind Normen und Normalitätserwartungen wichtig als Schutz vor Willkür – und daher schützen sie auch vor allem diejenigen, die in einer schwachen Position sind. Wer diese Bedeutung von Verhaltensnormen nicht wahrnimmt, kann das also gern als Ausdruck eigener Privilegien verstehen: Er hat Normen vermutlich weniger nötig als andere.

Natürlich können Normen gleichwohl kritisiert werden – aber eben im Rückgriff auf andere Normen, nicht mit der Utopie einer normfreien Gesellschaft. Die Ächtung der Homosexualität kann z.B. mit liberalen Normen abgelehnt werden (Wir haben nicht das Recht, uns in das Leben anderer einzumischen, wenn diese niemandem schaden) oder mit der Norm, unnötiges Leid zu verhindern.

Dass aber jegliche Normsetzung prinzipiell als scheinhaft und repressiv entlarvt werden könnte, ist eine gedankliche Illusion – wir können die entsprechenden Wörter aneinander reihen (Es – gibt – eigentlich – keine – Normen), aber mit ihnen keinen erkennbaren Sinn verbinden.

Es gibt einen sehr breiten Konsens, mit dem Feindschaft gegen Homosexuelle abgelehnt wird – auch wenn das natürlich nicht bedeutet, dass es diese Feindschaft nicht gibt. Das merke ich auch als Lehrer, wenn ich Filme oder Texte behandle, in denen das Thema Homosexualität eine wichtige Rolle spielt – ich habe noch niemals Proteste von Eltern erlebt, und ich rechne auch nicht mit ihnen. Ich bin mir aber sicher, dass es eher früher als später Proteste gäbe, wenn ich offen homosexuellenfeindlich agieren würde.

Anstatt aber diesen breiten Konsens zu nutzen und auszubauen, hat der Landtag in Niedersachsen – mit den Vorbildern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen –  gerade einen Bildungsplan zur „Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten“ beschlossen. Der sieht zum Beispiel vor, dass Schulen Vertreter von Schwulenorganisationen in den Unterricht einladen sollen – was ich ganz vernünftig finde. Er sieht aber auch vor, dass jeder Lehrplan in jeder Jahrgangsstufe für jedes Fach daraufhin überprüft werden muss, ob Homo- und Transsexualität genügend berücksichtigt werde. Schulbücher, die nicht entsprechend verfasst sind, haben keine Chance mehr auf Genehmigung.

Das hat nicht mehr viel zu tun damit, gegen Diskriminierungen einzutreten – es ist eher ein umfassendes Erziehungsprogramm, das weniger vom Vertrauen in einen breiten Konsens geleitet ist als von dem Gefühl, dem Volk, dem großen Lümmel, ohne umfassende Kontrolle und Anleitung nicht trauen zu können.

Ich bin mir ganz sicher, dass Initiativen zur Unterstützung homo- oder auch transsexueller Jugendlicher breite Zustimmung finden würden. Statt sich aber darauf zu konzentrieren, verhalten sich die rot-grünen Landesregierungen wie ein pubertierendes Kind extrem liberaler Eltern, das immer absurdere Positionen bezieht, um endlich einmal irgendwo an Grenzen zu stoßen.

Vor allem aber sind die Beschlüsse willkürlich. Es gibt Diskriminierungen Homosexueller an den Schulen, es gibt auch Diskriminierungen aus sozialen Gründen, vor allem unter Mädchen beispielweise einen enormen Druck, die richtige Kleidung zu tragen. Mädchen oder Jungen werden, wenn sie Pech haben, allgemein abgelehnt, weil sie den falschen Haarschnitt, die falschen Freunde oder die falschen Interessen haben, oder weil sie sich schlicht mit den falschen Leuten angelegt hatten.

Nicht verständlich ist angesichts dessen die umfassende Fixierung auf Diskriminierungen, die in der sexuellen Identität begründet sind. Besonders gravierend zudem: Gerade in dieser Hinsicht ist beispielsweise die Vaterlosigkeit für viele Kinder und Jugendliche ein enorm wichtiges Thema.

Aber niemals wohl käme eine rot-grüne Regierung auf die Idee, Schulen per Landesgesetz dazu zu verpflichten, Vertreter von Väterorganisationen in die Schulen einzuladen. Das nämlich würde nicht an Normen anderer rühren, sondern an den eigenen – die gleichgültig hingenommene oder gar erzwungene Vaterlosigkeit wird schließlich gerade im rot-grünen Spektrum mit dem ohnehin irreführenden Begriff der „Alleinerziehung“ kaschiert und mit unbekümmerter Kinderfeindlichkeit als „moderne Familienform“ präsentiert.

Die Fixierung auf „Heteronormativität“ ist so keineswegs von dem Wunsch geleitet, Einzelne zu unterstützen. Die Probleme eines homosexuellen Jungen sind den rot-grünen Landesregierungen herzlich egal, solange er diese Probleme nicht als Homosexueller, sondern als Junge hat. Gleiches gilt für einen homosexuellen Vater.

Wer hingegen die schulrechtliche Fixierung auf Probleme der „Heteronormativität“ absurd findet, muss keineswegs homophob sein – er hat möglicherweise einfach ganz andere Probleme. 

Wie man Maskus richtig verwendet 

Es ist gefährlich, den bestehenden breiten zivilen und rechtsstaatlichen Konsens zu leugnen, um sich in mühsam inszenierten kulturpolitischen Kämpfen profilieren zu können. Wer Menschen als „homophob“ hinstellt, nur weil sie den Eindruck haben, die schulrechtlich angestrebte Sexualerziehung sei gegenüber ihren Kindern übergriffig –

oder wer Menschen als Verteidiger von Vergewaltigungen hinstellt, weil sie an der Unschuldsvermutung festhalten –

oder wer „Maskus“ vom Gespräch ausschließen will, weil die doch glatt meinen, Menschenrechte gälten auch für Jungen und für Männer –

der übersieht angesichts der inszenierten Feindschaften und herbeigepinselten Feindbilder ganz, dass es auch tatsächlich menschenfeindliche Positionen gibt, gegen die ein rechtsstaatlicher demokratischer Konsens unbedingt nötig ist.

Arne Hoffmann hat neulich einige solcher Positionen vorgestellt und gefragt, wo hier denn die Empörung bliebe. Dazu gehört die Meinung der erfolgreichen konservativen amerikanischen Publizistin Ann Coulter, die unbekümmert und natürlich unbelegt öffentlich verkündet, dass der größte Teil aller Vergewaltigungsvorwürfe auf Lügen oder dem Wunsch nach Aufmerksamkeit basiere.

Für die Selbst-Inszenierung als heldenhafter Streiter gegen eine allgemeine Frauen-, Homosexuellen-, oder Transsexuellenfeindschaft reicht es aber natürlich nicht, den selbstverständlichen Konsens gegen solche Außenseiterpositionen zu betonen. Die Inszenierung braucht die Illusion, als Avantgarde gegen eine breite reaktionäre Mehrheit anzukämpfen.

Das Resultat ist ein bemerkenswert autoritäres Staatsverständnis. Hier geht es überhaupt nicht mehr darum, Vertreter staatlicher Macht demokratisch zu kontrollieren – kontrolliert wird von oben nach unten, nicht umgekehrt. In ihren Selbstinszenierungen, die journalistisch in aller Regel bemerkenswert selbstverständlich und kritiklos nachgeäfft werden, sind Vertreter staatlicher Herrschaft gute Erzieher, die einer angeblich rückständigen Bevölkerung den Weg in die humanere Zukunft weisen. Der gute Staat kontrolliert die unreife, immer irgendwie für das Böse anfällige Gesellschaft.

Dass dabei demokratische und rechtsstaatliche Grundsätze geschleift werden, ist kein zufälliges Nebenprodukt, sondern Programm.

„Tatsächlich verbirgt sich hinter einer Quote, die die Hälfte der Bevölkerung diskriminiert und private Institutionen dazu zwingt, ein zweifelhaftes Social-Engineering-Projekt umzusetzen, ein ‚rechtlicher Relativismus’: Prinzipien werden immer so interpretiert, wie es gerade zu den politischen Zielen passt.“

Das schreibt Aaron Rhodes in der Zeit, in einem der seltenen massenmedialen Texte, in denen der Konflikt zwischen einer unbekümmert elitären Politik und dem Konzept der Menschenrechte überhaupt einmal erwähnt wird.

Dass Menschen sich als „Maskus“ wiederfinden, ohne recht zu wissen, was genau damit eigentlich gemeint ist – das ist eines der Nebenprodukte dieser Konstellation. Wer eine elitär abgeschottete Politik mit dem Rückgriff auf Geschlechterklischees legitimiert, wer sich so als staatlicher Verteidiger weiblicher Unschuld gegen männliche Gewalt und Machtgier inszeniert – der nimmt eben Menschen, die trotzdem unbeirrt an Menschen- und Grundrechten festhalten, als Verteidiger von „Männerrechten“ wahr.

„Maskus“ sind also, vor allem anderen, eine Projektion – ein Feindbild, dem Protagonisten einer Politik der Spaltung und der Rechtsverletzung ihr eigenes Bedürfnis nach Feindschaft unterschieben, um sich selbst als Verkünder einer menschlicheren Gesellschaft inszenieren zu können.

Der Artikel erschien zuerst auf man tau.

 

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