Geschlechterdebatte:

MeToo: ein intellektuelles schwarzes Loch


black hole

Die allgemeine Relativitätstheorie erklärt schwarze Löcher als Orte extremer Massenverdichtung. Komprimiert man einen großen Körper auf wenig Raum, so entwickelt er eine darart starke Gravitation, dass alles - sogar Licht - an diesem Ort verschlungen wird. Tatsächlich muss ich wohl Albert Einstein bemühen, um den Irrsinn in der MeToo-Debatte zu verstehen. Kurzum lautet meine verwegene Theorie wie folgt: Es muss sich innerhalb kurzer Zeit auf sehr begrenztem Raum so viel intellektuelles Unvermögen zusammengefunden haben, dass nunmehr alles halbwegs Vernunftbeseelte, das dieser Region zu nahe gerät, der totalen Veblödung ausgeliefert ist. MeToo ist komprimierte Dummheit mit enormer Gravitation. Ich selbst war diesem Einfluss zu lange ausgeliefert. Es folgt darum ein ausgesprochen dummer Text.

Kein Weib, kein Geschrei

1974 veröffentlichte Bob Marley seinen berühmten Song „No Woman No Cry". In meiner Heimat - am Fuße der schwäbischen Alb gelegen - übersetzt man das recht rustikal und pragmatisch mit „Koi Weib koi Gschroi" - zu Deutsch „Kein Weib, kein Geschrei". Bob Marley hatte das natürlich anders gemeint. Übersetzt man sein schlechtes Englisch in ebenso schlechtes Deutsch, so bedeutet der Text sinngemäß „nein, Frau, nix weinen". Der Song handelt von einem Fräulein, das in Streit mit ihrem Liebsten geraten ist und nun die Fassung verliert. Bob Marley schickt sich lediglich an, sie zu trösten.

Weinende Frauen sehen - mit Verlaub - gruselig aus. Wenn Mascara und Make Up zerlaufen, ergibt das eine Mischung aus Pandabär und eingeschmolzener Barbiepuppe. Bob Marleys Einsatz hatte aber keine ästhetischen Beweggründe. Er tröstete um des Tröstens willen - pures Mitgefühl. Was für ein Weichei. Ich bin da vollkommen anders konfiguriert. Ich tröste Frauen nicht, ich mache ihnen keine Komplimente, ich flirte nicht mit ihnen und wenn eine hinfällt lasse ich sie liegen.

Zugegeben: Frauen mögen mich nicht aber dafür habe ich keine Scherereien und führe ein ausgesprochen liebloses aber friedvolles Dasein. Mein Therapeut, den ich elf mal die Woche aufsuche, nennt dieses Verhalten dysfunktional. Er irrt sich, denn die Zeiten haben sich radikal gewandelt. Herzlose Typen wie ich liegen im Trend

Dazu muss man verstehen was „dysfunktional" eigentlich bedeutet. Eine Verhaltensweise ist selten grundsätzlich funktional oder dysfunktional. Vielmehr bestimmen Kontext, Umfeld und Gesellschaft darüber. Was hier oder dort dysfunktional ist, mag andernorts zu einer anderen Zeit völlig angemessen und Erfolgs-fördernd sein.

Angenommen in unserer Kultur wäre es sozial erwünscht, dass Männer und Frauen zueinanderfinden, dass man auch mal flirtet und die eine oder andere Zweideutigkeit entgleitet. Nehmen wir ferner an, das Mantra der emanzipierten, mündigen Frau wäre tatsächlich real und nicht nur der politisch-korrekte Furz einer Fata Morgana. Dann - ja dann läge mein Therapeut wohl richtig. Dann, und nur dann wäre meine Haltung in der Tat dysfunktional.

Mit MeToo vorwärts in die Vergangenheit

Doch im Konjunktiv des hier Gesagten liegt viel Abgrund und Traurigkeit. Die Ausgüsse der MeToo-Debatte lehren uns, dass all das vielleicht - zu einer anderen Zeit am selben oder einem anderen Ort - einmal wahr gewesen sein könnte. Aber das ist Geschichte. Als Mann tut man heute wohl gut daran, Frauen aus dem Weg zu gehen, sie gerade nicht als ebenbürtig und mündig anzusehen. Denn die larmoyante Substanz der MeToo-Debatte zeugt von einem Rückfall der Frauenrolle weit hinter die einstige Frauenbewegung. Der Aufschlagpunkt liegt dabei irgendwo zwischen Bronzezeit und viktorianischem Zeitalter. Novo-Redakteur Christoph Lövenich etwa attestiert MeToo „Züge einer hysterischen Hexenjagt" und identifiziert darin eine Art billiger „neuester Schrei". Sogar Thea Dorn wird es schon zu viel , und das will was heißen. Sie sieht hier „moralischen Totalitarismus" am Werk und attribuiert das Ganze gar mit Wörtern wie „bigott" und „spießig".

Die MeToo-Katastrophe ist in ihrer Grundgestalt nicht neu. Sie zeigt einen stetig wiederkehrenden Verlauf. Etwa einmal im Jahr entfleucht einem einzelnen Mann in irgendeinem Winkel der westlichen Welt eine mutmaßlich böse Tat. Oft sind es Männer, bei denen was zu holen ist: Strauss-Kahn , Kachelmann , Weinstein . Manchmal ist etwas wahres dran - oft auch nicht.

Sexisten und Vergewaltiger überall

Daraufhin folgt die altgediente Kunst kollektiver Männerbeschämung, ordentlich mit Patriarchatsgeschwätz und Verschwörungsrhetorik angesättigt. Jeder Mann ist irgendwie Teil des Großen Ganzen - sei es durch Kumpanei, Schweigekartell oder schlicht genitale Bestückung.

Als äußerst beliebt erweist sich das Konstrukt des sogenannten Alltagssexismus. Hierbei wird die effiziente Technik des Inflationierens gepflegt. Jede beiläufige Bemerkung, jeder missglückte Flirtversuch ist nun Fundament einer pyramidalen Architektur, an deren Spitze - mit fließendem vertikalen Übergang - Kapitalverbrechen wie etwa Vergewaltigung stehen.

Haben Sie mal einen schlechten Witz gemacht - wie der Nobelpreisträger Tim Hunt ? Haben Sie vor 15 Jahren mal jemandem ans Knie gefasst, wie der britische Ex-Verteidigungsminister Micheal Fallon ? Vielleicht haben Sie das Knie auch nur flüchtig, gar im Versehen gestreift - so wie der britische Staatssekretär Damian Green ? Dann sind Sie das Fundament der sogenannten Vergewaltigungskultur . Dieses geistige Niemandsland ist nicht mein gedankliches Werk. Das Pyramiden-Modell ist die vollkommen ernst gemeinte Schöpfung derer, die den Third-Wave-Feminismus repräsentieren und sich selbst gerne als die Generation der Social-Justice-Warriors preisen.

Der weiße heterosexuelle Mann: Tier und Krankheit in einem

Männliches Verhalten - gleich welcher Art und welchen Grades wird so zunehmend dem Verdacht des Pathologischen und Verwerflichen ausgesetzt - „Der Mann als Tier" titelt beispielsweise das Boulevardblatt „Stern" - ein ganz alter, ranziger Hut übrigens, den auch der Spiegel schon mal in anderer Variante hatte: „Eine Krankheit namens Mann" hieß es dort schon vor 14 Jahren.

Inflationierung und Pauschalisierung folgen dabei sexistischen, populistischen Argumentationsschablonen, wie sie heute wohl nur noch gegenüber weißen, heterosexuellen Männern salonfähig sind. Aus unzähligen dunklen Löchern kommen plötzlich allerlei selbstgekrönte Opfer zum Vorschein, angetrieben von Hypochondrie, Selbstbezüglichkeit und der Geilheit am Jagen.

Gouvernantenhaft und mit überwichtiger Geste wird der Verantwortungsvektor nun auf die guten Männer gerichtet - wer auch immer die guten sein sollen. Jene guten Männer sollen achtsam in ihren eigenen Reihen sein und die Bösewichte in die Pflicht nehmen. Sie sind angehalten, Wort und Zeigefinger zu erheben, sobald sich einer unter ihnen daneben benimmt. Als ob die werten Frauen dazu nicht selbst in der Lage wären. Die Frau erscheint bei alledem zart, zerbrechlich - wie ein verzagtes Häuflein. Was in der viktorianischen Epoche von Psychoanalytikern als Hysterie diagnostiziert wurde geht heute als Feminismus durch.

Dahinter liegt ein Appell verborgen, der auf ein klassisches und eigentlich als überholt gedachtes Männlichkeitsideal abzielt. Der ritterliche Beschützermann ist auf einmal wieder gefragt. Unter Männern existiert ein bestimmter Typus, den so etwas anregt. Jener nämlich, der glaubt, Frauen hätten Schutz und Führung durch keinen Geringeren als ihn selbst nötig - ein narzisstisch überhöhtes Selbstbild, dem ein unterschwellig degeneriertes Frauenbild gegenübersteht. Einem solchen Mann bietet sich darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich über andere Männer zu stellen. Es betrifft darum oft die herrschsüchtigen, dominanten Exemplare wie mutmaßlich eben Weinstein. Es verwundert folglich wenig, dass ausgerechnet profeministische Männer sich häufig als die größten Schweine entlarven. Die keifenden MeToo-Frauen sehnen diesen Typ Mann herbei und fallen auch immer wieder auf ihn herein.

Die Sex-Partition: Frauen müssen draußen bleiben

Wo soll das enden? Wie lässt sich dieses nervtötende, von Eitelkeit und Lügengeschichten durchtränkte Dauergenöle abstellen? Gibt es für Männer einen Weg der Erlösung?

Eine Antwort auf diese Frage liefert die sogenannte Sex-Partition . Es handelt sich dabei nicht um einen speziellen Festplattenbereich hedonistischen Inhalts, sondern um empirisch fundierte Sozialforschung. Das englische „Sex" meint hier schlicht „Geschlecht". Die Sex-Partition ist hiernach eine Art unsichtbare Wand, welche zwischenzeitlich die amerikanische Arbeitswelt fein aber spürbar in Frauen- und Männersphären durchteilt.

Die amerikanische Psychologin Kim Elsesser hat die sozialen Auswirkungen dessen untersucht, was böse Menschen mit bösen Zungen gemeinhin als Sexual-Harassment-Hysterie bezeichnen. Für ein breiteres Publikum schildert sie ihre Erkenntnisse in einem Buch: „Sex and the Office: Women, Men, and the Sex Partition That's Dividing the Workplace" .

Ihrer Forschung nach hat die Hypersensibilisierung für sexuelle Belästigung wie auch im Besonderen die fortschreitende Ausdehnung dieses Tatbestandes auf Banalitäten des menschlichen Miteinanders eine unangenehme Folge für Frauen: Männer betrachten Frauen zunehmend als fragiles und kontaminiertes Gefahrengut, von dem man sich besser fernhält. So geben amerikanische Männer in Führungspositionen unumwunden zu, dass sie sich nicht allein mit einer Frau zu einem Gespräch oder gar Geschäftsessen begeben. Immer mehr Männer halten berufliche Beziehungen zu Frauen so formal als nur irgend möglich, um keinen falschen Verdächtigungen oder Missverständnissen ausgesetzt zu werden.

Für Karrieren in Führungsetagen sind jedoch Netzwerke unerlässlicher Baustoff. Hierbei geht es weniger um persönliche Begünstigungen als vielmehr um den Zugang zu Informationen sowie den Aufbau von Vertrauensbeziehungen und Allianzen. Im selben Maße wie Männer sich von Frauen distanzieren, werden dieselben Frauen eben auch von diesen wichtigen Ressourcen abgeschnitten. So summiert Kim Elsesser ihre Erkenntnisse und sie äußert gleichsam Verständnis für das männliche Verhalten.

Männerstreik: Pornos statt Frauen, Freizeit statt Familie

Recht ähnlich, allerdings eine zarte Spur düsterer diagnostiziert die Psychologin Helen Smith die Verfassung der männlichen Population. Aus ihrer therapeutischen Praxis resümiert sie, dass Männer sich zusehends gesellschaftlichen Erwartungen entziehen . Sie heiraten seltener, verweigern Frauen den Kinderwunsch und ziehen sich auch zunehmend aus der Arbeitswelt zurück. Männer werden minimalistischer: Pornos statt Frauen, Freizeit statt Familie und Karriere.

Smith spricht hier vom „Männerstreik" - entsprechend ihrem gleichnamigen Buch „Men on Strike" . Mit dieser speziellen Vokabel bringt sie zum Ausdruck, dass Männer hier nicht zwingend bewusst, jedoch durchaus sinnvoll handeln. Ihrer klassischen Rolle entsagend, entziehen sich Männer nicht nur einer ihnen feindselig gestimmten Umgebung, sie entlasten sich auch von Erwartungen, die in ihrer Fülle und Widersprüchlichkeit allzu kräftezehrend sind - „No Woman No Cry". Smith deutet das als Resultat beständiger, kulturell verwachsener Herabwürdigungen von Männern, die auch im deutschsprachigen Raum den schweizerischen Soziologen Walter Hollstein beschäftigen: Männer würden „nur noch als Defizitwesen hingestellt" - schreibt Hollstein in der Basler Zeitung.

Sexismus gegen Frauen wird überbewertet

Am Ende formt sich für manchen eine unpopuläre aber klare Einsicht: Entgegen aller Agitation und Scheindebatten ist Sexismus gegen Frauen in unserer westlichen Kultur heute kein relevantes Problem mehr. Schließlich kann jeder noch so marginale Fehltritt einen Mann Kopf und Kragen kosten - ein falsch verstandenes Kompliment genügt. Für frauenfeindlichen Sexismus bleibt hier schlicht kein Spielraum.

Ein manifestes Übel ist hingegen eine zur kollektiven Gewohnheit gewachsene Misandrie, die Männer durchweg zu Mängelwesen degradiert. Alltägliche Diffamierungen des Männlichen an sich ebenso wie persönliche Angriffe werden als weibliche Verteidigungstaktik legitimiert und somit sakrosankt gehalten. Und so kann es einem Mann auch schon mal geschehen, einzig auf Grund bloßer Gegenwehr als Frauenfeind gebrandmarkt zu werden.

Kommen wir also auf die Frage zurück, was funktionales von dysfunktionalem Verhalten unterscheidet. Das Verhalten der von Kim Elsesser und Helen Smith beschriebenen Männer zeugt nicht von Verunsicherung oder irgendeiner Störung. Es ist nicht mehr als die Adaption eines Verhaltens an gegebene Bedingungen und somit funktional.

Muschimützen und Selbstinfantilisierung

Mit den Männern ist soweit also alles in Ordnung. Aber wie steht es um die Frauen? Einer relevant großen Zahl an Männern fällt es zunehmend schwer, Frauen und ihren Anliegen noch irgend etwas ernsthaftes abzugewinnen. Ein plastisches Exempel bieten die sogenannten Muschimützen (Pussyhats) . Amerikanische Feministinnen haben dieses pinkfarbige Strick- oder Häkelwerk mit kleinen Katzenöhrchen zum Symbol gegen Sexismus erhoben . Diese Muschimützen sind durchaus lustig wie auch niedlich. Aber lustig und niedlich ist kaum geeignet, sich Respekt zu verschaffen. Gepaart mit zwanghafter Höchsterregung wird daraus ein Modus der Selbstinfantilisierung. All die mediale Aufmerksamkeit und Zustimmung, die Frauen hierfür erhalten, ist darum weniger als wertlos. Es gleicht dem Lob, das man einem Kind für seine Bauklötzchenkunst gibt: „Ja, Muschimützchen, das hast Du ganz toll gemacht."

Den Schaden haben die Frauen. Den Gesetzmäßigkeiten von Kim Elsessers Sex-Partition und Helen Smiths Männerstreik entsprechend wird der weibliche Anteil an der öffentlichen Sphäre und den Führungsetagen wieder schrumpfen. Die Männerwelt wird Frauen klammheimlich aussondern und sie mit jenen gläsernen Decken und Wänden strafen, die der Feminismus selbst aufgezogen hat.

 

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Kommentare   

0 # SchalterAlter 2017-11-20 20:22
Alter Schalter Finanzverwalter,
Da zieht aber einer vom Leder :-)
Antworten
0 # metooHermann Bohle 2017-11-21 10:26
Bob Marlley verstehen: Er meint etwa: Weine nicht mein Schatz; er will trösten nicht ätzen!
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