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Vom 12. bis zum 14. April fand an der Volksbühne „ein soziologisches Experiment, bei dem wir etwas über Humanität lernen können“ statt - so zumindest die Erläuterung der Regisseurin über ihre eigene semi-fiktionale Theater-Performance. Und wie sieht so etwas aus? Fünf reale Expertinnen und fünf Schauspielerinnen sitzen an einem runden Tisch, um eine globale Katastrophe zu verhindern. Das Stück: „What if Women Rule the World?“ Sind Frauen die humaneren Menschen?

 

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Wir schreiben das Jahr 2018, #metoo und damit auch die negative Objektivierung der Frau, die in aller Munde ist. Gedichte, die bewundern werden wegen Sexismus Vorwurf entfernt und auch klassische Kunstwerke sollen aus Museen verbannt werden , da zu viel nackte Haut oder anrüchige Szenen gezeigt werden. Man kann sagen, dass extreme Zustände herrschen, die auch nicht davor halt machen, die Freiheit der Kunst in Frage zu stellen. Hauptsache man erreicht eine sexistisch einwandfreie Umwelt. Aber es gibt auch TV-Formate, deren Beliebtheit keinerlei Abbruch erleben, obwohl sie vor Sexismus nur so triefen.

 

Staatliche Gleichstellungspolitik meint reine Frauenförderung, festigt aber letztlich die tradierten Rollenvorstellungen.

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Seit Jahrzehnten betreiben die westlichen Industriestaaten eine intensive Gleichstellungspolitik. Im Besonderen gelten hier die skandinavischen Staaten als Vorbild. Doch eben diese Länder mühen sich mit einem allzu offensichtlichen Widerspruch: Obgleich man beispiellos nach Gleichheit jedweder Form strebt, ist die geschlechtsspezifische Teilung des Arbeitsmarktes in den westlichen Staaten – und ganz speziell eben in den nordischen Ländern – deutlich stärker ausgeprägt als in solchen Ländern, in denen wenig oder keine Gleichstellung betrieben wird.

 

Die gegenwärtige Politik ist geprägt vom Gender Mainstreaming. Dieses ist verbindlich festgelegt im Lissaboner Vertrag – siehe Webseite BMFSFJ. Gender Mainstreaming setzt neue Normen in Sexualität, Erziehung und Familie, und es ist gesellschaftlich umstritten.

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Der vorliegende Text hat zum Zweck eine Analyse des Motivs. Anhand einiger Widersprüche und vorhandener, aber unbeachteter Hinweise leitet der Artikel eine ökonomische Zielsetzung des Gender Mainstreaming her.

 

Warum der Feminismus weder rechts noch links oder vielleicht auch beides ist

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Als ich in Göttingen studierte, hielt die NPD dort regelmäßig Demonstrationen ab. Deren Hintergrund: Während Rechtsaußen-Akteure im südniedersächsischen Umland gut vertreten waren, schafften sie es nicht, in der Studentenstadt Fuß zu fassen. Wir verstanden die regelmäßigen Demonstrationen also als eine Art Kampfansage, und so nahmen wir – viele Freunde und ich – regelmäßig an den Gegendemonstrationen teil.

 

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Frauen sollten keine Opfer sein, vor allem sollten sie nicht durch eine Debatte zu Opfern gemacht werden! Aber dass Frauen im Allgemeinen für sich selbst sprechen können, scheint keine Relevanz mehr zu haben, betrachtet man die derzeitigen Geschehnisse. Die #metoo Bewegung erschuf ein überempfindliches Umfeld, in dem sogar die Bewunderung an eine Frau mit dem Sexismus Stempel versehen wird. Und dieser Stempel ist vergleichbar mit dem zwangsvollsteckerischen Kuckuck, denn ist er einmal aufgebracht ist die Pfändung bzw. Eliminierung nicht mehr weit.

Jüngst geschehen mit einem Gedicht an der Fassade einer Berliner Hochschule.

 

"Die Politik muss zahlenmäßig weiblicher werden. Wenn es um Familien- und Geschlechterpolitik geht, muss die Politik jedoch weniger weiblich werden", formuliert Gerd Riedmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV) in einer aktuellen Presseerklärung.

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Die um Regierungsbeteiligung verhandelnden Parteien haben Riedmeier zufolge die Aufgabe, den alleinigen Fokus der Politik auf die Bedürfnisse von Frauen zukünftig durch einen Blick auf beide Geschlechter zu ersetzen.

 


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Die allgemeine Relativitätstheorie erklärt schwarze Löcher als Orte extremer Massenverdichtung. Komprimiert man einen großen Körper auf wenig Raum, so entwickelt er eine darart starke Gravitation, dass alles - sogar Licht - an diesem Ort verschlungen wird. Tatsächlich muss ich wohl Albert Einstein bemühen, um den Irrsinn in der MeToo-Debatte zu verstehen. Kurzum lautet meine verwegene Theorie wie folgt: Es muss sich innerhalb kurzer Zeit auf sehr begrenztem Raum so viel intellektuelles Unvermögen zusammengefunden haben, dass nunmehr alles halbwegs Vernunftbeseelte, das dieser Region zu nahe gerät, der totalen Veblödung ausgeliefert ist. MeToo ist komprimierte Dummheit mit enormer Gravitation. Ich selbst war diesem Einfluss zu lange ausgeliefert. Es folgt darum ein ausgesprochen dummer Text.

 

Männerrechtsaktivisten beschwören einen Geschlechterkampf und inszenieren Männer pauschal als Opfer. Tatsächlich benachteiligten Männern aus der Arbeiterschicht hilft das nicht weiter.

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Seit mindestens 50 Jahren sprechen Journalisten, Publizisten und Aktivisten von einer „Krise der Männer“. Diese Krise ist inzwischen eine Art Running Gag geworden. Etwa alle zehn Jahre erscheint eine neue Schar von Büchern auf dem Markt, die sich mit der Verfassung unserer Jungen und Männer auseinandersetzen. Aktuell befinden wir uns wieder inmitten eines solchen Zyklus. Seit der Finanzkrise 2008 gelten Männer – zumindest in Kreisen, die nicht extrem feministisch sind – als die maßgeblichen Verlierer der schwachen wirtschaftlichen Lage. Der Finanzcrash hat alte Sorgen um den scheinbaren Niedergang der Männer, ihre Sinnkrise in einer „post-patriarchalischen“ Gesellschaft, wiederaufleben lassen.

 

In der aktuellen #metoo-Diskussion bleibt unerwähnt, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden.

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Sexismus ist männlich. Oder? Verfolgt man die momentane Debatte über den Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein, bekommt man diesen Eindruck. Ein wütender, keifender Mob zieht durch die virtuellen Straßen und zerrt die sexistischen Altlasten hervor, um sie im Tageslicht zu präsentieren und sie medienwirksam zu zerfleischen. Aber das dürfen wohlgemerkt nur Frauen.

 

An einem Text der erfolgreichen Bloggerin Christine Finke lässt sich zeigen, auf welche Weise Barrikaden gegen die vorsichtigen Änderungen des veralteten deutschen Kindschaftsrechts aufgebaut werden.

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Seitdem sich die rechtliche Situation von Vätern in Deutschland sehr, sehr langsam, aber erkennbar verbessert, formieren sich natürlich auch Widerstände dagegen. Das hat grundsätzlich nichts mit Frauen und Männern, Müttern und Vätern, Feministinnen oder Väterrechtlern zu tun: Dass Veränderungen Widerstände bei denen provozieren, die um ihre Privilegien fürchten, ist geschlechterunabhängig ganz normal. Schön ist es deswegen allerdings noch nicht.

 

Die Filmemacherin Joanna Bielinski recherchierte mehrere Jahre zum Thema „häusliche Gewalt an Männern“. Schon seit Jahrzehnten legen Dunkelfeldstudien nahe, dass Frauen etwa zur Hälfte auch Täter sind. Weibliche Täter und männliche Opfer bleiben dennoch ein Tabuthema. Zwischen Hellfeld und Dunkelfeld scheint eine dubiose Kluft zu liegen. In ihrem Kurzfilmprojekt "REA" nimmt sich Joanna Bielinski dieses Themas an. Hierfür haben sie und ihr Team eine Crowdfunding-Kampagne gestartet:

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