Wirtschaft

TINA und die wirtschaftspolitischen Alternativen

„There is no alternative“ (Margret Thatcher) - oder: TINA

29. April 2014, von Prof. Günter Buchholz

Einerlei um welche Frage es jeweils geht: Durch nichts wird der freie öffentliche Diskurs so sehr beschädigt wie durch die Suggestion, dass es nur eine - völlig alternativlose - Antwort oder nur eine mögliche Wahrnehmung und nur eine zulässige Sichtweise gäbe.

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Auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik wird von der Regierung und den Medien suggeriert, es gebe nur die mikroökonomische bzw. neoklassisch-neoliberale Auffassung und die aus ihr abgeleitete Austeritätspolitik (vgl. hierzu das Buch von Ingo Stützle, Austerität als politisches Projekt – Von der monetären Integration Europas zur Eurokrise, Münster 2013).

Auf zwei alternative Zugänge zum Thema Wirtschaftspolitik soll hier hingewiesen werden:

Erstens auf  die wissenschaftliche Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, die mit ihren „Memoranden“ seit den 70er Jahren regelmäßig wirtschaftstheoretisch fundierte und empirisch gestützte Analysen der wirtschaftlichen Entwicklung sowie wirtschaftspolitische Empfehlungen abgibt; jüngst ist das Memorandum 2014 mit dem Untertitel „Kein Aufbruch – Wirtschaftspolitik auf alten Pfaden“ im Verlag PapyRossa in Köln als Buch erschienen.

Zweitens ist auf die Website von Heiner Flassbeck und Friedrike Spieker hinzuweisen. Flassbeck & Spieker orientieren sich stark an der keynesianischen makroökonomischen Wirtschaftstheorie, die aufgrund ihrer Kreislauflogik einen deutlich anderen als den markttheoretischen, neoklassisch-neoliberalen Blick auf die Wirtschaft bietet. Und sie leiten hieraus folglich andere Empfehlungen an die Außenhandels-, Geld- und Fiskalpolitik ab.

Insbesondere jene Fachjournalisten, die über Wirtschaft, Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik schreiben, sollten m. E. solche Positionen aufarbeiten, reflektieren und kontrastierend zur offiziellen Wirtschaftspolitik darstellen, um den falschen Eindruck aufzulösen, dass es angeblich keine Alternativen gebe. Es würden sich daraus im übrigen fruchtbare Debatten entwickeln können, die unsere Gesellschaft so dringend braucht.

 

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