Gesellschaft

Speziesismus, Tierrechte und menschliche Moral - eine Analyse (Teil II)

30. Dezember 2013, von Immanuel Löwenstern

Tierrechte

So vielversprechend sich die Vorgehensweise mittels der Interessenabwägung auch anhört, so hat sie doch eine kleine Schwäche, welche sich jedoch durchaus negativ auf die Anwendung des Gleichheitsprinzips in Fragen der gerechten Interessenabwägung von menschlichen und nichtmenschlich-tierlichen Interessen auswirken kann.

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Der amerikanische Tierrechtler Gary L. Francione hat nämlich darauf hingewiesen, dass eine gerechte Interessenabwägung heutzutage gar nicht möglich sei, weil nichtmenschliche Tiere als Eigentum des Menschen behandelt werden dürfen.

 

Speziesismus, Tierrechte und menschliche Moral - eine Analyse (Teil I)

29. Dezember 2013, von Immanuel Löwenstern

Die nachfolgenden Ausführungen sind eine Zusammenfassung der Überlegungen einiger namhafter Denker, die sich vehement für die Berücksichtigung der Belange nichtmenschlicher Tiere(1) eingesetzt haben bzw. einsetzen.

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An dieser Stelle sind insbesondere Gary L. Francione, Mark Rowlands, James Rachels, Richard D. Ryder, Peter Singer, Tom Regan oder Jean-Claude Wolf zu nennen. Das heißt, die im weiteren Verlauf vorgetragenen Argumente (und in Ansätzen auch manches Beispiel) sind bereits seit längerer Zeit bekannt und von besagten Denkern vorgestellt sowie ausführlich diskutiert worden.

 

ADHS: Krankheit oder Kulturdefizit?

17. Dezember 2013, von Tom Todd

Das Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist zunehmend ins Kreuzfeuer der öffentlichen wie auch fachlichen Kritik geraten. Auslöser der Kritik waren verschiedene Berichte über den enormen Anstieg der letzten Jahre in der Diagnosestellung und medikamentösen Behandlung von ADHS.

Familienpolitisch ist die Diskussion hoch aktuell: einige Fachleute und Verbände sehen die Entwicklung als Ergebnis einer falschen Pädagogik und Erziehung, denn gerade Trennungsfamilien sind stark betroffen.

ADHS-Diagnose boomt

Die Zahlen sind alarmierend: Die Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie (DGSP, der größte berufsübergreifende unabhängige Fachverband in der Psychiatrie) wies dieses Frühjahr in der Broschüre „Eine Generation wird krankgeschrieben“(1) darauf hin, dass die Verordnung des ADHS-Medikaments Methylphenidat (bekannt unter dem Markennamen „Ritalin“) um mehr als das Fünfzigfache zwischen 1993 und 2011 gestiegen ist. Alleine zwischen 2006 und 2011 ist laut BARMER GEK Ärztereport 2013(2), der auf die Daten von 8 Millionen Versicherten basiert, die Diagnoserate für ADHS um 49%, die Methylphenidat-Verordnungsraten um 39% gestiegen.

 

Der Eiserne Vorhang

09. Dezember 2013, von Vera Lengsfeld

Anne Applebaum, die durch ihre Studie über den Gulag in Deutschland erstmals einem größeren Publikum bekannt wurde, geht in ihrem neuen Buch der Frage nach, wie es den Sowjets nach dem Zweiten Weltkrieg gelingen konnte, „die so unterschiedlichen Nationen Osteuropas in eine ideologisch und politisch homogene Region umzuformen“, aus „Gegnern und Verbündeten Hitlers ... ein Ensemble scheinbar identischer Staaten“ zu schaffen.

Dafür hat Applebaum nicht nur in 25 Archiven recherchiert, sondern auch an die hundert Zeitzeugen befragt. Daraus entstand eine ungewöhnlich lebendige, detailreiche Studie, die viele vergessene historische Ereignisse ins europäische Gedächtnis zurückholt.

 

Unterwegs zur Herrschaft der political correctness

19. November 2013, von Dr. Tomas Kubelik

In den 80-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erkannten linke amerikanische Studenten, dass Sprache eines der mächtigsten Werkzeuge darstellt und dass es möglich wäre, durch das Aufstellen von Sprachvorschriften das Bewusstsein der Menschen langfristig zu manipulieren und in Folge dessen Veränderungen in der sozialen Realität zu erwirken.

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Das war die Geburtsstunde der political correctness. Von Anfang an zielte das Konzept auf die sprachliche Einbeziehung und den Schutz von Minderheiten. Es ging um Antidiskriminierung, indem bestimmte Ausdrücke tabuisiert und andere an deren Stelle favorisiert wurden. Die Funktion der political correctness war und blieb dabei nichts anderes als Zensur: eine autoritäre Entscheidung darüber, in welcher Weise öffentlich über Themen gesprochen werden darf.

 

Abweichende Meinungen? Nicht unbedingt.

15. November 2013, von Dr. Tomas Kubelik

Wer es wagt, eine zur gesellschaftlichen Doktrin erhobene Weltanschauung öffentlichkeitswirksam zu kritisieren, muss mit starkem Gegenwind rechnen.

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Zielt die Kritik auf eine der erfolgreichsten Missionsbewegungen des 20. Jahrhunderts, ist besonderer Mut gefragt. Schnell gelangt der freie Diskurs an seine Grenzen und der Kritiker in die Defensive.

 

Stolz und Trägheit

Zum 100. Geburtstag von Albert Camus

07. November 2013, von Prof. Adorján Kovács

In Camus´ Roman „Die Pest“ kommt dieser seltsame Typ vor, Grand, der ein Buch schreiben möchte. Aber eins, das vollkommen ist.

Er erklärt dem Doktor Rieux:„«Sehen Sie, Herr Doktor, was ich will ist folgendes: am Tag, da das Manuskript zum Verleger kommt, soll der nach dem Lesen aufstehen und zu seinen Mitarbeitern sagen: <Hut ab, meine Herren!>» Diese unverhoffte Erklärung überraschte Rieux. Es war ihm, als mache sein Begleiter die Gebärde des Hutabnehmens: er hob die Hand zum Kopf und streckte dann den Arm waagrecht aus. [...]

 

13 Thesen für die Freiheit

Für freie Menschen und eine Gesellschaft freier Menschen im 21. Jahrhundert

31. Oktober 2013

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Wir haben Glück, heute zu leben. Noch nie standen so vielen Menschen so viele Möglichkeiten offen. Wir sind mobiler, gesünder, wohlhabender, gebildeter, technologisch fortgeschrittener und in vielerlei Hinsicht freier in unserer persönlichen Lebensgestaltung als je zuvor. Grund genug, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

 

Liberalismus und Neoliberalismus

24. Oktober 2013, von Prof. Günter Buchholz

Liberalismus ist die Denkweise des Bürgertums, genauer: des Besitzbürgertums, so wie es vor ca. 500 Jahren zu Beginn der Neuzeit entstanden ist und sich aus diesen Anfängen heraus weiter entwickelt hat.

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Besitzbürger ist, wer über modernes Eigentum verfügt und wer damit wirtschaftlich selbständig auf den Märkten tätig ist, sei es als Kaufmann, oder als Industrieller, als Bankier, als Reeder, als Verleger, als Hotelier usw.

 

Boris Becker: Victim Blaming bei AMICA und taz

28. September 2013, von Arne Hoffmann

Vor wenigen Tagen outete sich Boris Becker als Opfer häuslicher Gewalt durch seine ehemalige Partnerin Barbara. Inzwischen hat unter anderem auch n-tv darüber berichtet:

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"In meinem Erinnerungsprotokoll steht: Barbara vollkommen außer sich!", schreibt Boris Becker. "Sie brüllte mich an, sprang plötzlich auf und fing an, mich wie von Sinnen zu schlagen".

 

Rezension: Jürgen Borchert, "Sozialstaatsdämmerung"

09. September 2013, von Dr. Johannes Resch

Borcherts Ausführungen haben Gewicht. Er war als Sachverständiger wesentlich am Zustandekommen des „Trümmerfrauenurteils“ 1992 und des Urteils zur Pflegeversicherung 2001 beteiligt. Als Vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgericht rief er erfolgreich das Bundesverfassungsgericht zur Überprüfung der Hartz IV-Gesetze an.

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Gleich eingangs geißelt er den „semantischen Betrug“, indem durch Begriffe wie „Versicherung“  und „Generationenvertrag“ ein solides Sozialsystem vorgegaukelt werde. Tatsächlich handle es sich aber um ein brutales Umverteilungssystem von Arm zu Reich, das durch „Transferausbeutung der Familien“ gekennzeichnet sei und „auf breiter Front“ das Grundgesetz verletze.