Gesellschaft

Einspruch unerwünscht – wie sich die Mainstream-Medien von ihren Lesern entfremden

21. September, von Jens Berger

Die FAZ erlaubt unter Online-Artikeln zum Themenkomplex Ukraine/Russland schon seit längerem keine Leserkommentare mehr. SPIEGEL Online geht da selektiver vor und schließt den Kommentarbereich erst dann, wenn die Leser die Artikel zu kritisch bewerten.

Am konsequentesten ist jedoch die Süddeutsche, die ihren Kommentarbereich gleich ganz abgeschafft hat und Leserkommentare nun auf die sozialen Netzwerke auslagert. Währenddessen erreichen uns nahezu täglich Mails von Lesern, die uns darauf hinweisen, dass in den Kommentarbereichen nahezu aller großen Portale Leserkommentare mit Links auf die NachDenkSeiten nicht veröffentlicht oder meist kommentarlos gelöscht werden. Leserkritik ist bei den Mainstream-Medien offenbar unerwünscht. Doch das eigentliche Problem ist tiefgreifender.

 

Abschied aus Einsicht?

Facetten der Selbsttötung

04. September 2014, von Prof. Walter Hollstein

Es ist schon eine Weile her. Eigentlich schon ziemlich lange sogar. Unter dem Titel „Abschied aus Einsicht“ – damals ohne Fragezeichen – veröffentlichte die „Basler Zeitung“ am 18. Oktober 1980 einen Artikel von mir zur Fragestellung von Selbsttötung/Freitod/Selbstmord.

Verzweiflung-lopn7863 Der Text erschien noch vor dem Zeitalter der Digitalisierung, ist also nicht im Internet nachzulesen; insofern zunächst einmal die Fakten. Anlass zu diesem Text damals war eine Häufung von Selbsttötungen in meiner Nähe:

 

WHO: Gesundheitsprävention auf Abwegen

02. September 2014, von Prof. Romano Grieshaber

Die Weltgesundheitsorganisation will Alkohol, Fastfood oder Süßwaren nun ähnlich zu Leibe rücken wie dem Tabak. Der Präventionsexperte und Medizinprofessor Romano Grieshaber kritisiert dies als freiheitsfeindlichen Irrweg und plädiert für rationale Gesundheitsförderung.

Die WHO hat das Kriegsbeil nun auch gegen die Nahrungs- und Genussmittelindustrie ausgegraben. So sagte Margaret Chan, Generaldirektorin der WHO, bei der Eröffnung der 8. Weltkonferenz für Gesundheitsförderung in Helsinki im Juni 2013:

 

Paternalismus: Wissenschaftlich gelenkte Individuen

01. September 2014, von Julian Mintert

Mit Hilfe der modernen Verhaltensforschung will der „libertäre Paternalismus“ Menschen vor „schlechten“ Entscheidungen bewahren – ohne offenen Zwang, dafür aber durch subtile Beeinflussungsversuche. Aus philosophischer Perspektive ist das entmündigend, meint Julian Mintert.

Menschenmenge-klmj8796 Haben Sie sich jemals über Fliegen auf Urinalen in öffentlichen Toiletten gewundert? Sie sind nicht nur eine Verzierung, sondern sollen die Zielgenauigkeit der Männer verbessern und so für mehr Sauberkeit in sanitären Einrichtungen sorgen.

 

Paternalismus: Wir lassen uns nicht herumschubsen

27. 08 2014, von Sean Collins

Der Libertäre Paternalismus will Menschen zu sozialgefälligen Entscheidungen anleiten. Für Sean Collins zeigt sich in der „Anschubs-Theorie“ das pessimistische Menschenbild einer Elite, die sich die Bewältigung der eigentlich wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben nicht mehr zutraut.

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Als das Buch Nudge [sinngemäß: anschubsen]: Wie man kluge Entscheidungen anstößt [1] im Jahre 2008 im Original erschien, schien es, als handle es sich um einen jener kurzlebigen Bestseller wie Freakonomics oder anderer populärwissenschaftlicher Zeitgeist-Bücher.

 

Alter, Tod und Lebenssinn

26. 08. 2014, von Dr. Alexander Ulfig

Denkt der einzelne Mensch an seinen Tod, so wird ihm die Endlichkeit der eigenen Existenz bewusst und er versucht, sein Leben sinnvoll, eigentlich zu entwerfen – so der Philosoph Martin Heidegger.

AlterMensch-hnjuDas solle umso mehr auf ältere Menschen zutreffen, denn sie setzen sich angesichts des immer näher kommenden Todes mit demselben häufiger auseinander als jüngere Menschen. Doch trifft das auf ältere Menschen wirklich mehr zu als auf jüngere? Oder irrt sich Heidegger und gilt für ältere Menschen ein anderes Konzept der Auseinandersetzung mit dem Tod?

 

Der neue Antisemitismus- von den Medien hofiert und von der Politik finanziert

31. Juli 2014, von Vera Lengsfeld

Es geht heiß her in diesem Sommer auf deutschen Straßen und Plätzen. Daran sind nicht die Temperaturen schuld.

In Göttingen werden Demonstranten gejagt, geschlagen, bespuckt und verhöhnt. Anschließend wird eine von ihnen erbeutete Israelfahne verbrannt.

In Frankfurt überlässt die Polizei einem Hassprediger das Polizeimikrofon für seine antisemitischen Parolen. Erst nach Tagen, als die Empörung im Netz nicht mehr zu übergehen war, kam die lahme Erklärung, der Mann hätte sich angeboten, deeskalierend auf eine aus dem Ruder laufende linke Anti- Israel Demonstration einzuwirken.

 

Hilft uns der Tod?

Mit Epikur gegen Heidegger glücklich werden

27. 07. 2014, von Dr. Alexander Ulfig

Die Auseinandersetzung mit dem Tod gehört zu den zentralen Themen der Philosophie. Entscheidend ist dabei die Frage, wie der Mensch mit dem Tod umzugehen hat. Denn vom Umgang mit dem Tod hängt die Gestaltung des Lebens ab.

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Der deutsche Philosoph Martin Heidegger (1889-1976) und der griechische Philosoph Epikur (341 v. Chr.-271 v. Chr.) haben hierzu zwei entgegengesetzte Vorschläge gemacht, die im Folgenden miteinander verglichen werden.

 

Wie zu erwarten: Eine antisemitische Allianz formiert sich

26. Juli 2014, von Prof. Adorján Kovács

Was ich am 8. Juni 2010 zum neuen Stolz der Berliner Republik und ihrem geänderten Verhältnis zu Israel und den Juden geschrieben habe, ist so aktuell wie nie.  Die Konsequenzen sehen wir heute auf deutschen Strassen: Antisemitismus ist wieder salonfähig.

Der Krieg in Syrien und Irak – interessiert nicht. Der Krieg in der Ukraine – egal. Der Massenterror in Nigeria – weit weg. Mögen dort auch um ein Vielfaches mehr Menschen gewaltsam ums Leben kommen, so ist doch nur Israels Überlebenskampf: natürlich ein Verbrechen.

 

Der Brüsseler Anschlag und der Islamofaschismus

6. Juni 2014 von Prof. Adorján F. Kovács

Kürzlich hat Joseph Croitoru das neue Buch von Hamed Abdel-Samad über den islamischen Faschismus in der „SZ“ vernichtend besprochen. Dabei hat sich Abdel-Samad auf die ägyptischen Muslimbrüder konzentriert, deren Mitglied er ja einmal war und die er kennen sollte.

Croitoru verurteilt den Begriff des „Islamofaschismus“ und meint: „So ist er hierzulande bei Rechts- wie bei Linkspopulisten, die mit diesem Etikett auch die islamische Religion per se zu diffamieren suchen, ebenso beliebt wie bei militanten Gegnern des politischen Islams in den muslimischen Ländern.“ Leider trägt die Absicht, sei sie „gut“ oder „böse“, nichts dazu bei, die Richtigkeit eines Begriffs zu veri- oder zu falsifizieren.

 

Gutmenschentum und Zynismus

02. Juni 2014, von Prof. Günter Buchholz

Es gibt bekanntlich einen manchmal katastrophalen Unterschied zwischen“gut gemeint” – oder der vermeintlich oder tatsächlich guten Gesinnung – und “gut” in einem intersubjektiv begründbaren Sinne sowie, insbesondere, im Sinne der tatsächlichen Folgen.

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Wer sich dessen nicht bewußt ist und ebenso naiv wie beschränkt auf der persönlichen subjektiven Gesinnung beharrt, um diese zur Geltung zu bringen, der muß anderen, die ebenso berechtigt eine andere subjektive Gesinnung haben oder die sich bereits über die Folgen Gedanken gemacht haben, als zwanghafter Rechthaber, als Vertreter einer Political Correctness oder einer Ideologie, als nur vermeintlich wohlwollender Diktator oder als totalitärer Erzieher eines neuen Menschen erscheinen.