Gesellschaft

Im Zweifel gegen die Eltern

20. April 2015, von Birgit Kelle


Manuela Schwesig will ein Recht der Kinder gegen das Erziehungsrecht der Eltern konstruieren. Ein Generalverdacht par excellence!

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Sind Kinder keine Menschen? Das ist der erste von vielen Einwänden, der mir spontan einfiel, nachdem Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig einmal wieder die Verankerung von Kinderrechten in der Verfassung forderte. Unsere Verfassung unterscheidet nämlich weder zwischen Alter noch Geschlecht eines Menschen in Artikel 1 Grundgesetz.

 

Biotopia - Versuch eines empathischen Zuganges

13. April 2014, von Deborah Ryszka


Ein wundervoller Bauernhof mit saftiger grüner Wiese, auf welcher die Tiere voller Ehrfurcht und Achtung vorsichtig und nachdenklich das Gras aus der Erde ziehen, um dieses zu verspeisen. Dazu ein strahlenblauer Himmel mit lachender Sonne. Genauso lachend und glücklich wie der Bauer und seine Tiere. Das ist Biotopia. Alles ist biologisch - frei nach dem Motto: „Wer Bio isst, nur der hat Mut. Denn Bio das tut allen gut."

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Langsam fängt diese Art des extremen, dekonstruktiven und unkritischen Bio-Wahns an wirklich zu stören - trotz natürlich gewisser positiver Vorzüge. Die Bio-Hand streckt aber ihre Finger aus, um nach Menschen zu greifen und sie in ihre Klauen zu ziehen.

 

Das Desiderat des Marxismus

19. März 2015, von Dr. Alexander Ulfig

Eine Studie der Freien Universität Berlin zeigt, dass linksextreme Tendenzen in Deutschland weit verbreitet sind. Viele Linke befürworten Gewalt, sprechen sich sogar für eine Revolution aus und weisen antidemokratische und antifreiheitliche Denkmuster auf.

marxDiese Tendenzen verweisen auf das Fehlen einer moralisch-ethischen Grundhaltung. Doch dieses Desiderat kommt nicht von ungefähr, sondern ist bereits in der Theorie des geistigen Vaters der linken Bewegungen Karl Marx angelegt.

 

Gruppenbehaftetes Denken - Furchtsymptom unserer digitalen Gegenwart?

11. März 2015, von Deborah Ryszka


Um sich als ganzheitliches, vollkommenes Individuum zu verstehen, braucht der Mensch andere Menschen - er ist ein soziales Wesen. Sogar wenn er in den tiefsten Ecken des Teutoburger Waldes ein Einsiedlerleben führt, kommuniziert er: in Gedanken mit sich selbst oder mit den ihn umgebenden Tieren, oder aber Bäumen.

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Und dieser kommunikative Akt stellt eine Form der sozialen Interaktion dar. Deswegen bezeichnete bereits Aristoteles den Menschen als zoon politikon und Èmile Durkheim diesen als homo duplex, um auf die doppelseitige Natur des menschlichen Wesens einzugehen: einerseits als unabhängiges Individuum, andererseits als „abhängiges" Element der Gemeinschaft.

 

Offener Brief an Cordt Schnibben, DER SPIEGEL

02. März 2015, von Arne Hoffmann

Einige meiner Leser haben die Bitte des SPIEGEL-Redakteurs Cordt Schnibben, ihnen über ihre Erfahrungen mit dem Niedergang des deutschen Journalismus zu schreiben, nicht nur erfüllt, sondern auch mich ins CC gesetzt. Einen dieser Briefe veröffentliche ich nach Rücksprache mit dem Verfasser gerne hier als Offenen Brief an den SPIEGEL.

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Dass immer mehr Journalisten zu Ideologen werden und ihnen dabei selbst elementare ethische Grundsätze verloren gehen, stellt leider ein wachsendes Problem dar und erfordert ein immer stärkeres Engagement der Bürger.

 

Plädoyer für eine zivile Debatte - ein offener Brief an den SWR

An den Rundfunkrat des SWR sowie an Herrn Peter Boudgoust (Intendant des SWR) und Herrn Gerold Hug (Hörfunkdirektor des SWR)

01. März 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir schreiben Ihnen anlässlich der SendungMaskulinistenKrieger im Geschlechterkampf, die in diesen Tagen bei SWR2 mehrfach ausgestrahlt wird.

BriefSchreiben-lksh7829 Mit einem überraschend konsequenten Freund-Feind-Denken und vielen offenbar bewusst gesetzten Falschinformationen macht diese Sendung Stimmung gegen eine politische Entwicklung, die wir ausdrücklich begrüßen und die zur demokratischen Öffnung von erstarrten Debatten führen kann.

 

Im Schatten Willy Brandts: Endlich liegt eine wissenschaftliche Würdigung der fast vergessenen Gertrud Meyer vor

08. Februar 2015, von Peter Munkelt

Zum 100. Geburtstag von Willy Brandt sind viele Bücher und Sonderausgaben von Zeitungen und Magazinen erschienen. Auch Fernsehen und Hörfunk erinnerten ausführlich an den bedeutenden Staatsmann und SPD-Vorsitzenden.

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Wirklich Neues konnte kaum mehr mitgeteilt werden, es sei denn, man hätte zuvor eine Persönlichkeitsstudie aus der Perspektive seiner Haut vermisst, die nun in der biografischen Publikation „Die Familie Willy Brandt“ 25 Seiten lang nachgereicht worden ist.

 

Familienbilder in Deutschland und Frankreich - Monitor Familienforschung 34/2015

06. Februar 2015, von Gerd Riedmeier

In ihrer aktuellen Stellungnahme zum Monitor Familienforschung 2015 vergleicht Frau Bundesministerin Manuela Schwesig die unterschiedlichen kulturellen Herangehensweisen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland und unserem Nachbarland Frankreich. Dabei weist sie zu Recht darauf hin, dass diesseits des Rheins in den letzten Jahren große Verbesserungen erzielt werden konnten.

Familie-kjui8956 Ich stimme ihr zu, die staatliche Förderung des Baus von Kindertagesstätten und die Einführung der verschiedenen Möglichkeiten zur Inanspruchnahme von Elterngeld/Elternzeit stehen für einen Quantensprung für Familien in Deutschland.

 

A bisserl Retourblick geht sich scho’ aus

„Schnee von gestern“ trifft auf die Leserschaft von heute: Kindheit und Jugend im Österreich der 1970er und 1980er Jahre

06. Januar 2015, von Johannes Meiners

Den Autoren Friederike Leibl-Bürger und Florian Asamer gelingt mit ihrem Erstlingswerk eine beachtliche, realitätsnahe Einsicht in das Leben von Kindern und Jugendlichen im Österreich der 1970er und 1980er Jahre. Es geht um den damaligen Alltag: Schule, Familie, Essen – und um Urlaub in Variationen. Mit Tiefgang.

oesterreichische-flagge Dabei stehen nicht spezifische Erfahrungen der Autoren im Vordergrund, wie sie betonen, sondern auf die ganze Generation verallgemeinerbare Aspekte dieser Zeit. Der Ausflug der noch immer recht jungen Chefin vom Dienst (41) und des stv. Chefredakteurs (43) der Tageszeitung „Die Presse“, mithin der „FAZ Österreichs“, unter die Zeitchronisten darf als gelungen betrachtet werden.

 

Ökonomische Wehrpflicht?

Was Männer ertragen müssen, wenn sie sich aus Geldnot zum Dienst an der Waffe verpflichten

17. Dezember 2014, von Lars G. Petersson

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Praxis der Musterungsuntersuchungen und den niedrigen Bewerberzahlen bei der Bundeswehr? Diese Frage wird hinter vorgehaltener Hand seit Jahren in der Bundeswehr diskutiert. Das belegt ein nun öffentlich gewordenes Dokument des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.

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Die Bundeswehr steht seit Monaten wegen immer neuen Pannen, Kostensteigerungen, Materialmängeln und Verzögerungen bei der Auslieferung von neuem Militärgerät im Kreuzfeuer der Kritik. Doch neben Transportflugzeugen, welche ständig zwischenlanden müssen, weil sie zu alt und marode sind, und Gewehren, die einfach nicht geradeaus schießen wollen, ist die Bundeswehr seit der Aussetzung der Wehrpflicht mit einem noch viel größeren Problem konfrontiert - mit konstant zu niedrigen Bewerberzahlen.

 

Niedergang der Presse am Beispiel der „Brigitte“

30. Oktober 2014, von Hadmut Danisch

Ich fange das mal anders an. Ich war zweimal im Laufe meines Berufslebens bei Internet-Providern tätig. Trotzdem unterschieden sich die Tätigkeiten extrem.

Zeitungzerrissen-jnbh8735 Beim ersten Provider war ich bei einem der beiden ersten deutschen Provider, bei dem wir damals noch alles selbst machten und wirklich jede Schraube und jedes Bit persönlich und beim Vornamen kannten. Es gab damals nichts anderes. Wir waren sehr gut, sehr seriös, sehr zuverlässig – und sehr teuer. Wir hatten viele Techniker und einen Juristen.

 

Ist der Mensch das Maß aller Dinge?

Postmoderner Anti-Humanismus versus Humanismus als Lebensorientierung

19. Oktober 2014, von Dr. Alexander Ulfig

Postmoderne Denker wie Michel Foucault, Jacques Derrida oder Jacques Lacan, werden als Anti-Humanisten bezeichnet.(1) Michel Foucault, der wohl prominenteste Denker der Postmoderne, lehnt den Humanismus ausdrücklich ab.

MenschenKreise Doch was versteht Foucault unter „Humanismus“ und aus welchen Gründen lehnt er ihn ab? Hat er etwas gegen die Hervorhebung der besonderen Rolle des Menschen?