Geschlechterdebatte

Hallo, kleine Pinguine

11. Dezember 2014, von Prof. Walter Hollstein

Im amerikanischen Nebraska ist man unlängst auf die Idee verfallen, die Schulkinder nicht mehr länger als Buben und Mädchen anzusprechen. Sie werden hinfort als nette Hasen, liebe Katzen, quirlige Goldfische oder eben kleine Pinguine angeredet.

Pinguine-njhu8756 Hintergrund ist die nicht gerade neue Erkenntnisse, dass es neben Frauen und Männern auch solche Menschen gibt, die sich weder als das eine noch als das andere fühlen.

 

Das marktkonforme Geschlecht

04. Dezember 2014, von Heinz Sauren

Gender-Mainstreaming ist Leitkultur – und steht damit vor allem für das produktivitätsoptimierte, uninorme Geschlecht.

Geschlechter-nhux1946 Im Grunde lässt sich nicht vieles zum Zeitgeist sagen, zumindest nicht viel gutes. Das, was sich hinter dem verharmlosenden Ausdruck des Mainstream versteckt, ist die Simplifizierung der Moralvorstellung einer führenden Elite auf die kognitive Auffassungsgabe bildungsferner Gesellschaftsschichten. Denn nur wenn auch diese angesprochen und mitgenommen werden, erfüllt der Mainstream den Anspruch der Mehrheitsmeinung, des vorwiegenden Gedankenstroms einer Gesellschaft.

 

Buchvorstellung: „Verwundbar sind wir und ungestüm. Erzählungen aus der unsichtbaren Welt der Männer"

02. Dezember 2014, von Arne Hoffmann

Vor einigen Wochen zitierte die Wochenzeitung "Die Zeit" den verstorbenen Väterrechtler Dietmar Nikolai Webel mit der Einschätzung, es entstehe seit einiger Zeit eine ähnlich starke Welle von Literatur über die Benachteiligungen von Männern, wie es sie in den siebziger Jahren zum Frauenthema gegeben hatte – und so wie damals fast nur in kleinsten Verlagen abseits des Mainstreams oder sogar im Eigenverlag herausgegeben.

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Allerdings begrenzt sich diese neue Literatur – wenn man einmal von den Werken Wolfgang Gogolins absieht – bislang auf Sachliteratur, erzählerische Texte gibt es hier kaum.

 

Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Frauenquote?

01. Dezember 2014, von Prof. Günter Buchholz

Die Frauenquote ist schwach legitimiert, und das merken auch Feministinnen. Sie wiederholen fortwährend Standardformeln, die bei oberflächlicher Kenntnisnahme plausibel wirken mögen, hauptsächlich, wie in der Werbung, durch häufige Wiederholung auf allen medialen Kanälen, aber sie halten einer kritischen Überprüfung nicht stand. Also wird diese Kritik ausgeblendet.

FrauGlobus-csde4635 Ein für mich überraschendes, aber eher schlecht durchdachtes Argument ist nun die Behauptung, dass die Frauenquote etwas zur Lösung der sogenannten „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ beizutragen in der Lage wäre.

 

Quoten-Kunst-Kanon

01. Dezember 2014, von Prof. Adorján Kovács

Es gibt immer noch Bereiche, in denen Männer und Frauen nicht zu gleichen Teilen repräsentiert sind. Dazu gehören die Müllabfuhr und die Stahlgießerei. Auch in den Bergwerken und beim Militär kann es noch vorkommen, dass man auf mehr Männer als Frauen stößt.

FraueKlavier-nhvj7534 Das macht den Genderideologen aber nichts aus, denn diese Jobs sind viel zu anstrengend und schlecht bezahlt, als dass da eine Frauenquote gefordert werden sollte. Anders sieht es bei den Rosinen aus, die in Form von Vorstandsposten aus dem Kuchen der Berufe herausgepickt werden.

 

Petition zur Förderung von Jungen - Das Potential von Jungen begreifen

Petition an Manuela Schwesig

30. November 2014, von Dr. Bruno Köhler, Dr. Alexander Ulfig und Kevin Fuchs

Liebe Unterstützer/innen,
wir bedanken uns recht herzlich für eure Unterstützung zur Jungenförderpetition im Bildungsbereich.

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Eine ehrliche und effektive geschlechterspezifische Bildungsförderung muss beide Geschlechter und damit auch Jungen im Blick haben, denn auch Jungen sind Kinder und was aus Kindern wird, dafür sind wir Erwachsene verantwortlich. 785 Menschen haben unsere Petition mit ihrer Unterschrift unterstützt, die wir nun mitsamt Unterstützerliste beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages einreichen.

 

Der radikale Biologismus des Gender-Mainstreamings

25. November 2014, von Prof. Günter Buchholz

Bei der Frauenquotenpolitik geht es darum, ein Mittel zu finden, um sich auf dem Arbeitsmarkt und in den Personalhierarchien privater Unternehmungen und öffentlicher Organisationen in der subjektiv als übermächtig erlebten Konkurrenz gegenüber Männern Sondervorteile zu verschaffen.

AnatomieMannFRau-klnj8767 In der Durchsetzung dieser Interessen gibt es bis hin zum offenen Verfassungsbruch kaum Hemmungen. Allerdings muss der feministischen Rechtfertigungsrhetorik, die hierfür entwickelt worden ist („Geschlechtergerechtigkeit“ usw.), Respekt gezollt werden.

 

Rezension: Neues Buch Meilenstein bei der Debatte um häusliche Gewalt

24. November 2014, von Arne Hoffmann

"Auf dem Gebiet der häuslichen Gewalt findet eine Revolution statt." Mit diesem Satz beginnt die Einleitung, die der in vielfacher Hinsicht renommierte Gewalt-Experte John Hamel und die Psychologie-Professorin Tonia L. Nicholls dem von ihnen herausgegebenen Fachbuch Familiäre Gewalt im Fokus. Fakten – Behandlungsmodelle – Prävention vorangestellt haben:

violence ohne Frage ein Meilenstein in der Fachliteratur über dieses Thema. Das Buch ist 744 Seiten stark (eine E-Book-Version ist in Planung) und umfasst über zwei Dutzend Beiträge von Experten im Bereich der häuslichen Gewalt.

 

Den Geschlechterkampf beenden!

Anmerkungen zum Internationalen Männertag am 19. November 2014

19. November 2014, von Prof. Günter Buchholz

„Denn die einen sind im Dunkeln und die andern sind im Licht und man siehet die im Lichte die im Dunkeln sieht man nicht.“ - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper -

Leiharbeiter-hgcs6729 Die mediale Öffentlichkeit widmet heute der Lage des weiblichen Geschlechts jede denkbare Aufmerksamkeit, während zugleich die Lage des männlichen Geschlechts unbeachtet bleibt. Das weibliche Geschlecht ist im Lichte, und das männliche Geschlecht bleibt im Dunkeln.

 

Virales Video über sexuelle Übergriffe auf der Straße entpuppt sich als Fake

14. November 2014, von Arne Hoffmann

Zahlreiche Medien berichten dieser Tage – wie immer in diesen Fällen gutgläubig, grundnaiv und ohne Gegenrecherche – über ein aktuelles virales Video, das sexuelle Übergriffe darzustellen scheint, und geben das dort Gezeigte wieder, als ob es sich um unzweifelbare Fakten handeln würde.

Video-ghfz7568 So schreibt etwa der Schweizer "Blick" in dem Beitrag Wie eine Betrunkene zu Freiwild wird:

 

„Though this be madness, yet there is method in’t“

13. November 2014, von Dr. Klaus Funken

Als der „Berliner Kurier“ - allerdings reichlich spät - am 4. August 2014 seinen Bericht über das „Leitbild zur Gleichstellung und Beteiligung von Frauen und Männern im Kreis Mitte“ (Beschluss der Kreisdelegiertenkonferenz der SPD-Mitte vom 5. April 2014) mit der Überschrift „SPD: Redeverbot für Männer“ aufmachte, dachte der Leser an einen verspäteten Aprilscherz.

SPD-Logo2867dkfin Der Spott von Marcus Böttcher, dem Autor des Artikels über die SPD, war aus jeder Zeile zu spüren. Mit Recht. Es fällt schwer, seriös zu bleiben und Haltung zu bewahren. Die Diskussion über die Gleichstellung der Geschlechter in der SPD nimmt immer komischere Züge an. Die Grenze zur Satire ist zwischenzeitlich überschritten. Realsatire nennt man das wohl.

 

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Feminismus: die Zeiten ändern sich....

3. März 2015, von Prof. Gerhard Amendt
Bevor man sich erstaunt über das Schweigen der Männer gibt, sollte man sich einmal Gedanken über die Selbstverständlichkeit machen, wie deren Tod hingenommen und stillschweigend totgeschwiegen wird.
Wohingegen das Unbehagen von Frauen im Kleinen wie im Großen – wie bei kriegsbedingten Vergewaltigungen - zum Gesellschaftsskandal stets aufgerüstet wird. Wobei...

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Juristen haben von Sexualstrafrecht keine Ahnung – Polizisten noch weniger!

31. Januar 2016, von Dr. Alexander Stevens
Die Kölner Staatsanwaltschaft erklärt, dass der erste Täter von den 883 Sex-Attacken in der Kölner Silvester-Nacht mittlerweile gefasst sei und in U-Haft sitze – wegen „sexueller Nötigung“ (§ 177 StGB). Dieser Tatvorwurf wird sich nach der derzeitigen Gesetzeslage vor Gericht nicht halten lassen können – zu Recht!
In einem am vergangenen Sonntag...

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Gegen die Homophobie von Ilse Lenz und Hinrich Rosenbrock

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Burkhard Oelemann: „Die Lynchaufrufe sind ein logisches Produkt jahrzehntelanger Dämonisierung“

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Über die negativen Auswirkungen des Feminismus
Fast jede Form des sozialen Wandels kann zu Konflikten führen. Denn Wandel löst komplexe Alltäglichkeiten auf, die sich innerhalb von Kulturen, sozialen Schichten, Ethnien und im Arrangement der Geschlechter als Selbstverständlichkeiten etabliert haben. Solchen Wandel wollte auch die Frauenbewegung bewirken. Sie...

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Jörg Kachelmann: „Sind Menschenrechte nicht unteilbar?“

19. Oktober 2012, von Arne Hoffmann
Jörg & Miriam Kachelmanns "Recht und Gerechtigkeit" und das mediale Echo Ich hatte in meinen Blogs immer wieder über das Gerichtsverfahren gegen Jörg Kachelmann berichtet, aber besonders eilig damit, mir sein Buch darüber zu besorgen, hatte ich es offen gesagt nicht. Das lag an vielen Gründen: Durch die intensive mediale Berichterstattung hatte ich den...

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Sexuelle Belästigung: In Deutschland bisher nur während der Arbeitszeit verboten

Über die (noch) fast grenzenlose Freiheit von Grapschern und sexuellen Anmachen in Deutschland 21. Februar 2016, von Dr. Alexander Stevens
Die Debatte um sexuelle Belästigung von Frauen ebbt nicht ab. Zuletzt bei den sog. „Sex- Mobs" in der Silvesternacht, aber auch im letzten Jahr, als selbsterklärte „Pick-Up- Artists" Jagd auf „sexhungrige" Frauen machten, die freilich durch die offensiv...

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Jugendgewalt: Agenda-Setting und manipulative Berichterstattung in Schweizer Medien

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Warum bleiben männliche Opfer von Gewalt in der Partnerschaft oft noch immer unsichtbar? Schauen wir uns mal die Berichterstattung über eine aktuell vorliegende Untersuchung an.
Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, kurz ETH Zürich, hat dieser Tage eine aktuelle Studie veröffentlicht, die die Hochschule auf ihrer Website unter der Überschrift Gewalt...

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Das Gina-Lisa Urteil ist richtig und gut!

...und eine schallende Ohrfeige für die beiden Bundesminister Schwesig und Maas 23. August 2016, von Dr. Alexander Stevens
Bis zuletzt war auch für Experten nicht absehbar, wie das Verfahren rund um das „It-Girl“ Gina-Lisa Lohfink ausgehen würde. Und das nicht etwa deshalb, weil sich Frau Lohfink mit Burkhard Benecken einen echten „Promi-Anwalt“ und selbsterklärten Spezialisten für schlicht...

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Der Brüsseler Anschlag und der Islamofaschismus

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Kürzlich hat Joseph Croitoru das neue Buch von Hamed Abdel-Samad über den islamischen Faschismus in der „SZ“ vernichtend besprochen. Dabei hat sich Abdel-Samad auf die ägyptischen Muslimbrüder konzentriert, deren Mitglied er ja einmal war und die er kennen sollte.
Croitoru verurteilt den Begriff des „Islamofaschismus“ und meint: „So ist er hierzulande bei...