Geschlechterdebatte

Ein Mordsgeschäft: Frauenpreise der Heinrich-Böll-Stiftung

11. Februar 2014, von Thomas Walter

Es ist schon bizarr, aus welch trüben Quellen der Inspiration die Feministinnen der Heinrich-Böll-Stiftung ihren Nektar schlürfen. Passend zum notorischen Weltfrauentag verleiht die Stiftung am 7.3.2014 den Anne-Klein-Frauenpreis an die mexikanische Frauenrechtlerin Imelda Marrufo Nava.

Preis-lknh8956

"Ihr Beitrag zur Klassifizierung der geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen in Ciudad Juarez als Feminizid und gegen die Straflosigkeit der Täter ist beispielhaft", so die Jury der Heinrich-Böll-Stiftung in ihrer Begründung.

Ciudad Juárez, die Heimatstadt Imelda Marrufos, liegt nahe der Grenze zu den USA und hat ca. 1,3 Millionen Einwohner. In den Medien erscheint diese Stadt vor allem als Drehscheibe für Waffen- und Drogenhandel und als Tatort einer sehr hohen Zahl von Verbrechen, in vergleichsweise geringem Ausmaß auch an Frauen. Marrufo Navas Thema inmitten all dessen ist aber nur: Frauen, Gender, Gewalt gegen Frauen, Prostitution. Aus der lokalen Perspektive mag das sogar noch nachvollziehbar sein. Objektiv betrachtet ist die Verwendung des Begriffes "Feminizid" in diesem Zusammenhang jedoch eine grandiose Verfälschung der Realität.

Preisverleihungen wie diese und weitere - nach Indien, Serbien, China usw. - illustrieren deutlich die Strategien der Heinrich-Böll-Stiftung, ihre polit-feministischen Sichtweisen über den Globus zu verbreiten. Der Anne-Klein-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Aus der Parteispitze fand sich offenbar niemand zur Laudatio, so dass auf die glücklose Claudia Roth zurückgegriffen werden muss.

Wer noch zweifelt, wer gar von der Vorstellung beseelt ist, es ginge dabei um Aufklärung, der beachte den verwirrenden Gebrauch des Begriffs "Feminizid". Bedeutete dieser ursprünglich, in Anlehnung an "Homizid" (das Töten eines Menschen), einfach das Töten einer Frau, wurde die Bedeutung in den 1970er Jahren von feministischen Autorinnen (z.B. Diana Russell) eingeengt auf "das Töten einer Frau, weil sie eine Frau ist". Daran lehnt sich die Heinrich-Böll-Stiftung an und definiert Feminizid als "Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts".

Im Zusammenhang mit der exzessiven Gewalt in Ciudad Juárez verkommt der Feminizid zum Kampfbegriff. Der dort tobende Drogenkrieg wird zum Krieg gegen die Frauen stilisiert. Dabei berichtet die Autorin Janette González Hernández für das deutsche Lateinamerika-Magazin Quetzal von 3.100 Morden im Jahr 2010, davon 306 an Frauen, und bezeichnet dies als „Feminicidio“. González beruft sich ihrerseits auf María de la Luz Estrada vom Observatorio Ciudadano Nacional de „Feminicidios“.

306 von 3.100 Ermordeten, also knapp 10%, reichen für Frau Marrufo und die Heinrich-Böll-Stiftung aus, um die "geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen in Ciudad Juarez" als Feminizid zu klassifizieren! Die fast 2.800 Opfer, die keine Frauen sind, spielen aus feministischer Perspektive offensichtlich keine Rolle.

Die Heinrich-Böll-Stiftung, eigentlich keine Stiftung, sondern ein mit der Partei "Die Grünen" verbundener Verein, wird hauptsächlich aus Steuermitteln finanziert, die sich im Jahre 2013 auf ca. 53 Millionen Euro beliefen. Während auf der Internetseite der Heinrich-Böll-Stiftung zwar die Namensgeberin, aber kein Stifter benannt wird, gehen andere Quellen, etwa das feministische Magazin „Streit“, davon aus, dass das Preisgeld aus einer Schenkung stammt, die Anne Klein zu Lebzeiten der Heinrich-Böll-Stiftung angedeihen ließ. Diese Intransparenz legt nahe, dass im Rahmen der Preisverleihung auch öffentliche Mittel Verwendung finden. Das allerdings würde nicht weniger bedeuten, als dass der Preis zum Teil ausgerechnet von denen finanziert wird, die mit solchen einseitigen Sichtweisen gezielt entöffentlicht werden – den Männern!

Der Artikel erschien zuerst auf MANNdat.

 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

Weitere Beiträge
Geschlechterdebatte

Warum Feminismus nicht links ist (und die Männerrechtsbewegung nicht rechts)

15. Mai 2013, von Lucas Schoppe
„Links=feministisch?“ So ist auf Genderama ein Gastbeitrag des ehemaligen SPD- und Linken-Mitglieds Sven Janssen betitelt.
Janssen geht davon aus, dass eine Männerrechtsbewegung nur erfolgreich sein könne, wenn sie an der „Wurzel des Problems“ ansetze – dass nämlich feministische Positionen nicht einfach Ergebnisse „von intellektuellen Verirrungen“ wären, sondern deshalb...

Geschlechterdebatte

Rezension: Neues Buch Meilenstein bei der Debatte um häusliche Gewalt

24. November 2014, von Arne Hoffmann
"Auf dem Gebiet der häuslichen Gewalt findet eine Revolution statt." Mit diesem Satz beginnt die Einleitung, die der in vielfacher Hinsicht renommierte Gewalt-Experte John Hamel und die Psychologie-Professorin Tonia L. Nicholls dem von ihnen herausgegebenen Fachbuch Familiäre Gewalt im Fokus. Fakten – Behandlungsmodelle – Prävention vorangestellt haben:
ohne...

Geschlechterdebatte

Hatr.org: „Antifeministische hate speech“ unter der Lupe

Von Arne Hoffmann   1. April 2012

In letzter Zeit wurde Feminismuskritikern immer wieder der Vorwurf der "hate speech" gemacht. Dabei handelt es sich einer Definition der Wikipedia zufolge um "sprachliche Ausdrucksweisen, die zur Ausgrenzung oder Benachteiligung von bestimmten Personen oder Personengruppen, oder sogar zur Gewalt gegen diese, anreizen sollen". Eine bekannte Website, auf der...

Politik

Wikipedia: Sinnstiftung für Ideologen

29. Oktober 2012, von Michael Klein, zuerst erschienen auf Sciencefiles.org
Verbale Aufstände fragiler Persönlichkeiten
Die Frage, warum sich Menschen wie verhalten, hat Philosophen und Sozialpsychologen seit Jahrhunderten fasziniert. Unter den Antworten stechen nach meiner Ansicht insbesondere die von Leon Festinger und Stanley Milgram hervor. Milgram hat mit seinen Experimenten gezeigt, dass sich...

Geschlechterdebatte

Warum es eine starke Frauen- und eine schwache Männerbewegung gibt

7. Oktober 2012, von Arne Hoffmann
Eine Rezension zu Matthias Stiehlers Buch "Der Männerversteher: Die neuen Leiden des starken Geschlechts"
Derzeit scheint es pro Jahr mindestens ein Buch zu geben, das die männerpolitische Debatte entscheidend voranbringt. War es 2008 Professor Walter Hollsteins "Was vom Manne übrig blieb" und 2009 die von Paul-Hermann Gruner und Eckhard Kuhla herausgegebene...

Geschlechterdebatte

Der Mann 2013: Arbeits- und Lebenswelten - Wunsch und Wirklichkeit

03. Oktober 2013, von Manfred Datlar
Die Studie "DER MANN 2013: Arbeits- und Lebenswelten - Wunsch und Wirklichkeit" (in der Presse kurz und plakativ "Wie tickt der Mann?" bezeichnet) beschäftigt sich mit dem Thema Gleichberechtigung. Natürlich in erster Linie aus Sicht der Frau.
Immerhin wurde diese Studie im Auftrag von Bild der Frau angefertigt. Bemerkenswert für MANNdat ist, dass immerhin...

Geschlechterdebatte

Menschenrechte in Beton

Zur Achtung der Menschenrechte in Deutschland. Update 2015 05. Juni 2015, von Lucas Schoppe
„Menschenrechte sind in der Bundesrepublik offenbar nur deklamatorischer Natur.“ Dieser Satz bezieht sich auf das deutsche Familienrecht und ist mehr als zwanzig Jahre alt. Er stammt aus dem Essay „Die Achtung der Menschenrechte in Deutschland – Anspruch und Wirklichkeit. Gedanken zum Jahr der Familie“,...

Gesellschaft

Zum Lohfink-Urteil: Eine Ministerin unterstützt eine Straftat

Warum eigentlich muss Manuela Schwesig nicht zurücktreten? 27. August 2016, von Lucas Schoppe
„Der Fall von Gina-Lisa Lohfink zeigt, dass dringend das Sexualstrafrecht reformiert werden muss. Dass die Vergewaltiger von Gina-Lisa nicht zur Verantwortung gezogen werden und sie selbst stattdessen wegen Falschaussage verurteilt werden soll, sendet ein verheerendes Signal.“ 
Das schrieb die im...

Geschlechterdebatte

Prostitution, Feministen und der Zwang

16. August 2013, von Georg Friedenberger
In den letzten Jahren ist verstärkt zu beobachten, dass Prostitutionsgegner europaweit versuchen, in den einzelnen Staaten generelle Prostitutionsverbote, etwa nach dem Muster Schwedens, durchzusetzen.
An vorderster Front der Prostitutionsgegner stehen dabei die (Radikal-)Feministinnen. Sie fühlen sich durch das sexuelle Angebot anderer Frauen in ihrer...

Geschlechterdebatte

Geschlecht und Schuld

31. Oktober 2015, von Dr. Alexander Ulfig
Seit Jahrzehnten wird Männern die Schuld an der angeblichen Misere der Frauen gegeben. Männern Schuldgefühle einzureden und sie zwecks „Wiedergutmachung“ einzusetzen, hat sich als eine effiziente Strategie der Frauenpolitik erwiesen. Eigentlich gäbe es ohne die Schuld der Männer keine Frauenpolitik 
 

Politik

Rezension: „Piraten - Auslaufen zum Kentern! Wie man eine Partei erfolgreich versenkt“

06. Septermber 2013, von Arne Hoffmann
In der letzten Woche waren die Absurditäten in der Piratenpartei einmal mehr Thema auf Genderama. Das brachte mich dazu, mich intensiver mit der Frage zu beschäftigen, warum eine Partei, die weit überwiegend von Männern gegründet und etabliert wurde, für Sektierer aus dem feministischen Lager derart anfällig ist.
Und wie kam es überhaupt zum Niedergang dieser...

Geschlechterdebatte

Über den Gender-Begriff (1)

08. März 2015, von Prof. Günter Buchholz
Den Begriff „gender“ haben Sie wahrscheinlich schon einmal gehört oder gelesen. Feministinnen verwenden ihn häufig und gern. Aber wissen Sie eigentlich, was mit „gender“ gemeint ist?
Ich meine, wissen Sie, was genau damit gemeint, und was eben nicht? Damit sie verstehen, wovon Feministinnen wirklich reden oder schreiben? Nun, wir haben es mit einem...