Geschlechterdebatte

Sexuelle Gewalt durch die Mutter - Manfred Bielers "Still wie die Nacht"

04. Oktober 2013, von Lucas Schoppe

Manfred Bielers Roman „Der Mädchenkrieg", die Geschichte einer deutschen Familie in Prag, war 1976 mehrfach preisgekrönt verfilmt worden, die VerfilmungDas Kaninchen bin ich“ des gleichnamigen, in der DDR verbotenen Bieler-Romans aus dem Jahr 1965 durfte erst 1989 vorgeführt werden.

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Das umreißt auch schon wesentliche Lebensstationen des Autors: Manfred Bieler wurde 1934 in Zerbst geboren, war bis zu seinem Ausschluss Mitglied des Schriftstellerverbands der DDR, siedelte 1965 nach Prag über und ließ sich schließlich nach dem Einmarsch in die Tschechoslowakei in München nieder.

Sein letzter großer literarischer Text erschien 1989, dreizehn Jahre vor seinem Tod, und ist auch heute noch tief irritierend: Still wie die Nacht. Memoiren eines Kindes. In diesem offenkundig autobiografischen Text erzählt Bieler aus den ersten sieben Jahren seines Lebens: vom Aufwachsen in einem Kleinbürgerhaushalt zwischen dem Vater, einem alkoholkranken Bauingenieur, der Mutter, in deren sexuelle Beziehungen mit vielen wechselnden Männern der Junge schon sehr früh hineingezogen wird, der Großmutter, die dem Jungen manchmal letzter Zufluchtsort ist und die ihn manchmal mit massiver Gewalt bedroht – und er erzählt auch vom sexuellen Missbrauch des Jungen durch die Mutter.

Kindheit als Höllenfahrt

Diese Höllenfahrt in die Abgründe der eigenen Kindheit kann niemanden, der das Kind in sich noch nicht ganz abgetötet hat, unberührt lassen. Wer sich auf dieses Buch einläßt, begibt sich in Gefahr, in einem Strudel aus Scham und Entsetzen zu ertrinken“,

schrieb nach dem Erscheinen des Textes Paul Kersten in seiner Rezension für den Spiegel. Ganz ähnlich der Psychoanalytiker Tilmann Moser in seiner Rezension für Die Zeit:

Es tut nicht gut, diesen schier endlosen Blick in den Abgrund einer Kindheit an einem Stück auszuhalten. Dies ist ein ernstgemeinter Rat. Denn der Schwindel erfaßt auch den geübten Leser. Die Atmosphäre steckt an wie eine unterirdisch eindringende Krankheit. Nach ein paar Stunden, wenn man sich wirklich einläßt, hat sich der eigene Blick auf die Welt verändert. Das eigene Unbewußte scheint vergiftet.“ 

„Schwindel“, „Strudel“, „Abgründe“, „Entsetzen“, „Krankheit“, „Ertrinken“, „Vergiftung“ – was von den Rezensenten in nur wenigen Zeilen so beschrieben wird, als ob es hier um einen Abstieg in die Hölle ginge, ist tatsächlich die Erinnerung an eine Kindheit, die zumindest nach außen hin weitgehend normal war. Auffällig ist allerdings, wie gegenwärtig diese Kindheit im Text ist: Bieler erzählt durchgehend im Präsens, als ob alles, wovon er berichtet, gerade erst geschähe. Selbst dann, wenn er über die Gefühle des ganz jungen Kindes schreibt, wirkt der Text einleuchtend, stimmig, allerdings auch bitter.

Ich fühle die Gleichgültigkeit der Mutter, den Widerwillen, ihren wachsenden Haß, der mich mit Schüttelfrost überzieht. Eines Abends schiebt sie meinen Stubenwagen in die Wäschekammer und verbietet der Großmutter, bei mir zu bleiben. Zum erstenmal bin ich allein in der Dunkelheit. Ich zittere vor Angst und weine, aber die Mutter verläßt mich und kommt nicht zurück.“ (S. 9f.)

Die Mutter hatte sich ein Mädchen gewünscht, lehnt den Jungen ab, wendet sich ihm dann aber immer wieder unvermutet und werbend zu. Moser fasst eine wichtige Szene so zusammen:

Als der Junge an seinem dritten Geburtstag über den schlechtsitzenden neuen Anzug quengelt, schlägt ihn die Mutter, reißt ihm die Sachen herunter und stürzt aus dem Haus. ‚Laß mich nicht allein‘, schreit er verzweifelt hinter ihr her. Erst spät am Abend kommt sie zurück, küßt ihn und fragt halb zärtlich und halb drohend: ‚Hast du mich noch lieb?‘ Da muß er lügen und ‚Ja‘ sagen, während die Tränen fließen.

Ähnlich widersprüchlich sind alle Erwachsenen der Familie. Beim Vater ist der Junge zeitweilig glücklich, etwa wenn er in auf seinen Schultern trägt:

Ich spüre seine Bartstoppeln an meinen Schenkeln. Ich bin so glücklich wie nie zuvor. Ich umarme seinen Kopf und lege mein Gesicht auf sein schwarzes Haar.“ (69)

Meist aber ist der Vater an seinem Sohn desinteressiert und abwesend in mehrfacher Hinsicht: fixiert auf seinen „Frühschoppen“, in wortloser Unterordnung unter Edith, seine Frau, und die Großmutter Louise, die bei der Familie lebt. Dass Edith in mit Arbeitskollegen und mit einem Freund betrügt, registriert er, ohne es offen anzusprechen.

Louise wiederum steht auf der Seite des Jungen, wenn sich ihre Tochter über ihn echauffiert und ihn für Kleinigkeiten maßlos bestraft, ist aber zu anderen Gelegenheiten auch unbegreiflich kühl und ablehnend. Die Widersprüchlichkeit der Erwachsenen spiegelt sich schon früh im Verhalten des Jungen. Auf ein Mädchen, das ihn freundlich und interessiert anspricht, reagiert er etwa unvermutet aggressiv:

Ich liebe sie, ich hasse sie und spucke ihr ins Gesicht.“ (43)

Auffällig ist insbesondere, dass die Erwachsenen immer wieder selbst infantil agieren, seine Zuneigung suchen, aber sogleich auf ihrer erwachsenen Machtposition bestehen, wenn er nicht wie gewünscht darauf antwortet. Als etwa die Mutter den Kleinen küssen will, er sich aber angesichts ihres Mundgeruchs durch zwei faulige Zähne („Nur ihr zuliebe hab ich immer so getan, als würd es mich nicht stören.“, 110) von ihr abwendet, wird sie plötzlich grausam.

Edith zerrt mich aus dem Bett und gibt mir einen Stoß. Ich taumele vor den Spiegel. Findest du etwa, daß du hübscher bist als ich? jault die Mutter. Sieh dich doch an, du Hampelmann! ruft sie mit einem gräßlichen Lachen, das ihren Mund zerreißt. Ich blick in den Spiegel und erkenne mich nicht.“ (111)

Nur selten unterbricht der erwachsene Erzähler das erzählende Kind, und auch dann ordnen seine Kommentare das Geschehen nicht, sondern formulieren Fragen.

Wohin gehen wir, du und ich? Was wurde uns gestohlen, dir und mir? Wer nahm die Liebe aus deinem und meinem Herzen? Wer raubte dir und mir das Glück der kleinen Freuden, die Wohltat der unbefleckten Zärtlichkeit, das Geheimnis der Tränen, die Unschuld der Spiele, die Lust am Leben?“ (145)

„Gegen Ende kommt es zu sexuellem Mißbrauch“

Der schwerkranke Vater geht auf Jahre in ein Sanatorium, und als die Familie ihn dort besucht und in der Pension eines nahegelegenen Ortes wohnt, wird der Aufenthalt für den nun Sechsjährigen zu einer Tortur. Irritierend sind zunächst kleinere Grenzüberschreitungen der Mutter:

Ich stehe auf und blicke dem Vater hinterher. Als er sich umdreht, winke ich ihm zu und fühle, wie Edith meine Knie zwischen ihre Schenkel nimmt.“ (291)

Als seine Mutter dann in der Pension, der „Freudenschloßbaude“, eine Affäre mit einem jungen Mann namens Toni beginnt, flößt sie ihrem Sohn Eierlikör ein, um ungestört mit ihrem Liebhaber schlafen zu können („Eierlikör, flüstert sie, den trinken nur wir beide, ganz heimlich, verstehst du?“ 304). Der Kleine, der im selben Zimmer wie seine Mutter schläft, wacht trotzdem in der Nacht auf, hört Tonis und Ediths Keuchen und ihre Reden beim Sex, und er onaniert unwillkürlich selbst dabei.

Dann wische ich meine klebrigen Finger am Nachthemd ab. Dann lasse ich die Tränen laufen. Aber plötzlich höre ich eine Stimme, von der ich nicht weiß, woher sie kommt. Sie ist so laut, daß mir der Kopf zerspringt. Sie brüllt mir nicht in den Ohren. Sie dröhnt aus mir heraus, als sitze sie in meinem Bauch. Die Stimme hat keinen Mund. Sie sagt immer wieder das gleiche. Ich selber bin es, der spricht. Entweder vergißt du, was geschehen ist, oder du stirbst, schwöre ich mir.“ (306)

Er wird wiederholt Zeuge der Treffen von Edith und Toni, und er wird auch Zeuge, wie Toni sich von der Mutter distanziert, sie darunter leidet und schließlich wieder Nähe zum Vater sucht (320). Er schämt sich, dass die Mutter trotz Tonis Desinteresse immer noch an ihm hängt, leidet aber auch mit ihr – der Sechsjährige wird von der Mutter in die Position eines erwachsenen Freundes manövriert, der ihren Liebeskummer teilt und der zugleich ihr verschwiegener Verbündeter gegen den eigenen Vater ist.

Zudem benutzt sie ihn auch selbst als Liebhaber. Als Mutter und Sohn bei einem Spaziergang von Sturm und Regen überrascht werden, suchen sie Schutz unter einem Baum.

Hilf mir, stöhnt sie, zitternd vor Angst. Ich springe zu Edith und umarme sie. (…) Wärme mich, bettelt Edith und schmiegt sich an mich. Ich tauche die Hand in ihr Kleid und streichele den nackten Rücken. Der Regen läuft mir in den Kragen, aber ich weiche nicht von der Stelle. So ist es gut, flüstert die Mutter und schiebt, als sie mich küßt, ihre Zunge in meinen Mund.“ (315)

In der Pension streicht sie dem Kleinen beim Waschen so lange mit der Hand über das Glied, bis er eine Erektion bekommt („Wehe, wenn das noch einmal passiert, droht sie, doch in ihren Augen ist ein Lächeln, das mich besänftigt und mir verzeiht“, 342). Sie zieht den Jungen beim Umziehen zwischen ihre nackten Beine und küsst ihn intensiv auf den Mund (343), sie nimmt ihn mit zu sich ins Bett und gibt ihm auch hier einen langen Kuss.

Er bittet darum, dass sie ihm Gute-Nacht-Lieder singt, sie tut es widerwillig und zieht ihn währenddessen aus.

Laß das! fahre ich sie an und presse die Hand an meinen Schniepel, weil ich fühle, daß er jeden Moment platzen muß.“ (347)

Schließlich schläft sie mit ihm.

Dann trennen wir uns. Ich zittere vor Angst. Ich brenne lichterloh. (…) Ich weine, ohne zu schluchzen. Ich will zu Louise. Ich will sie fragen, warum Edith mir das angetan hat. Es dauert eine Ewigkeit, bis ich die Antwort höre. Ach, mein Junge, sagt die Großmutter, darüber brauchst du dir keine Gedanken zu machen, es gibt viele Dinge im Leben, die man vergessen muß.“ (347)

Der Missbrauch des Jungen durch die Mutter spitzt sich zu, was auch schon zuvor die familiäre Situation geprägt hat. Der Vater ist abwesend und desinteressiert, die Großmutter bietet nur scheinbar eine Zuflucht, die Mutter nimmt sich vom Jungen, was sie will. Den Missbrauch bereitet sie durch ungewohnte Aufmerksamkeit vor:

meine größte Freude bleibt, daß sie heute nur Augen für mich hat. Ich bin die Hauptperson. Mir gelten ihre Blicke. (…) Ich strotze vor Glück.“ (336)

Angesichts der zentralen Stellung der mütterlichen sexuellen Gewalt gegen den Sohn, in der die „Memoiren“ vor einem kurzen „Nachspiel“ ihren zugespitzten Abschluss finden, ist es irritierend, wie wenig davon in den Rezensionen spürbar ist. Paul Kersten erwähnt die Situation als „Verführung" durch die Mutter, Tilmann Moser erträgt sie nur in einer unpersönlichen Umschreibung, die Edith nicht als Täterin nennt: „gegen Ende kommt es zu offenem sexuellen Mißbrauch“.

Schon dass der Junge sexuell missbraucht wurde, ist offenbar ein Tabu, das auch durch einen Psychoanalytiker nur in distanzierender Form angesprochen werden kann – dass es seine eigene Mutter war, die ihn missbraucht hat, geht offenbar beiden Rezensenten zu weit, um es deutlich aufschreiben zu können. Das ist bezeichnend für die Zeit, in der das Buch erschien, und prägt auch noch heutige Diskussionen um sexuelle Gewalt gegen Kinder.

Stille Schreie und ein ultimatives Tabu

Michelle Elliott bezeichnete den sexuellen Missbrauch durch Frauen als „ultimatives tabu“ („ultimate taboo“), veröffentlichte 1993 (deutsch 1995) die Essaysammlung Female Sexual Abuse of Children (dt: Frauen als Täterinnen. Sexueller Mißbrauch an Mädchen und Jungen) und wurde dafür mit hasserfüllten Briefen von Feministinnen überschwemmt: „she was deluged by hate mail from feminists who saw it as an attempt to detract from the real problem“.

Das gilt so auch für Deutschland: Ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass die Rede von Frauen als Täterinnen aus feministischer Perspektive als Strategie einer „Gegenbewegung“ gegen die Aufklärung über sexuellen Missbrauch dargestellt wurde, deren Ziel es lediglich sei, die Gewaltakte von Männern zu relativieren. Ein absurdes Argument, das die Rede über kinderfeindliche sexuelle Gewalt als Vertuschung diffamiert, die Errichtung von Gesprächstabus aber als Akt der Aufklärung feiert.

Der Hintergrund dafür ist natürlich, dass Arbeiten von Feministinnen tatsächlich sehr bedeutsam bei der Aufklärung über sexuellen Missbrauch von Kindern und seine destruktiven Folgen waren, dass aber diese Arbeiten immer das Ziel hatten, die sexuelle Gewalt von Erwachsenen an Kindern als eine Form männlicher Gewalt an Frauen und Mädchen zu deuten. Diese Aufklärung war und ist nicht nur einseitig, sie hat auch einen hohen Preis: Während sie einige Gesprächstabus abbaut, verstärkt sie zugleich andere, nämlich die Tabus der sexuellen Gewalt an Jungen und, mehr noch, der sexuellen Gewalt durch Frauen.

Dadurch, dass Feministinnen eine Aufklärung über solche Formen der Gewalt regelrecht bekämpften, haben auch sie dieser Gewalt Vorschub geleistet. Wenn also Alice Schwarzer heute zu Recht die Grünen im Zusammenhang der Pädophilie-Debatte dafür kritisiert, dass sie sich für die Opfer ihrer Politik niemals ernsthaft interessiert haben, unterschlägt sie, dass eben dieser Vorwurf in eben diesem Zusammenhang auch an Feministinnen gerichtet werden kann.

Dass Manfred Bielers Text nicht – wie er es verdient hätte – erfolgreicher und bekannter wurde, liegt sicher auch daran, dass seine Beschreibung der Geschlechter radikal unzeitgemäß, von handelsüblichen Klischees weit entfernt war und ist. Frauen erscheinen hier durchweg keineswegs als sanft und fürsorglich, auch nicht durchgehend als destruktiv, aber sie agieren dem Kind gegenüber immer wieder unbegreiflich grausam. Das gilt nicht nur für die Familie: Als der Junge sich einmal bei den Nachbarn Reichwein in die Hose macht, zieht die heimlich von ihm angehimmelte Frau Reichwein ihn im Bad angeekelt aus, stößt ihn in siedendheißes Wasser und beschimpft das schreiende Kind als „Hosenschisser“. (206)

Der Vater lässt das Kind allein, aber von ihm wünscht sich der Junge nicht nur Zuneigung, sondern auch, dass er einmal gegen Mutter und Großmutter aufbegehren würde. Er sucht sich imaginäre Ersatzväter – den Onkel Arnold beispielsweise, der ihm Klavierstunden gibt und der „ihr Saures (gibt)“, als Edith meint, der Junge würde es nie fertigbringen, auch nur eine Tonleiter zu lernen. (381) Beides – die selbstverständliche Darstellung brutaler Handlungen von Frauen, die hier keineswegs als Gegenwehr gegen patriarchale Gewalt oder als „Mittäterinnenschaft" erscheinen, wie die Betonung der Bedeutung, die eine väterliche Präsenz für den Jungen gehabt hätte – ist auch heute noch provokativ. 

Still wie die Nacht“ ist der Titel eines Lieblingsliedes der Mutter. Er ist hier aber natürlich auch eine Anspielung auf die Stille, die dem Jungen abverlangt wird: Er muss sein Wissen um die sexuellen Abenteuer der Mutter verschweigen, in die sie ihn bedenkenlos involviert, er muss verschweigen, was sie ihm tut, er hat aber auch schlicht keine Worte für das, was er von den Erwachsenen insgesamt erlebt. Seine stummen Schreie sind ein Leitmotiv des Textes:

Der Tag kommt, an dem ich euch den Hals umdrehe! schrei ich, ohne daß es jemand hört.“ (309)

Der erwachsene Schriftsteller hat hier dem Jungen, der vergessen sollte und nicht vergessen hat, nachträglich seine Möglichkeiten geliehen, das Erlebte zu formulieren: „Memoiren eines Kindes“. Das ist irritierend angesichts des Wissens darum, dass Erinnerungen immer auch nachträgliche Rekonstruktionen sind – es ist aber auch den gesamten Text über auf beeindruckende und bedrückende Weise plausibel.

Still wie die Nacht ist heute, wie andere Texte von Bieler, nur noch antiquarisch erhältlich. Auch das ist bezeichnend: Während klischeekonforme Erfahrungs- und Meinungsfetzen als „Aufschrei“ zu einem medialen Großereignis hochgejubelt werden, sind die Erfahrungen dieses Jungen schon längst wieder in der Stille verschwunden, aus der er sie als erwachsener Autor in einer enormen Leistung für kurze Zeit herausgeholt hatte.

Alle nicht verlinkten Zitate stammen aus: Manfred Bieler: Still wie die Nacht. Memoiren eines Kindes, Hamburg 1989.

Der Artikel erschien zuerst auf man tau.

 

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