Geschlechterdebatte

Empörungstheater

29. September 2013, von Lucas Schoppe

„Frauen würden sich ihrer Obdachlosigkeit schämen und verstecken, sagt Renate Kaufmann. ‚Männer hingegen feiern ihr Schicksal quasi mit einem Doppelliter in der Öffentlichkeit‘, überspitzt die Bezirksvorsteherin von Mariahilf (SP) die Tatsache, dass obdachlose Frauen viel weniger sichtbar sind."

homeless

Das wurde aber auch Zeit: Während oberflächlich argumentierende Menschen die geringere Sichtbarkeit weiblicher Obdachloser eindimensional darauf zurückführen, dass schätzungsweise 90% der Obdachlosen männlich sind,

arbeitet die Wiener Sozialdemokratin die männliche Obdachlosigkeit also endlich als Teil patriarchaler Herrschaft heraus, in der Männer auch dann unbekümmert viel zu viel öffentlichen Raum einnehmen, wenn sie billigen Wein trinken und oft nicht einmal vernünftig gewaschen sind. Weit mehr als Männer nämlich nähmen Frauen

eine gewaltvolle Beziehung oder sexuelle Ausbeutung in Kauf, nur um nicht auf der Straße zu landen und noch mehr ausgeliefert zu sein.“

Empörend: Während Frauen also in Gewaltbeziehungen verbleiben müssen, die Männer niemals erleben, und außer ein paar Frauenhäusern da und dort und außer dem nun endlich eröffneten zweiten Wiener Obdachlosenheim nur für Frauen keinerlei Anlaufstellen haben – währenddessen vergnügen sich die männlichen obdachlosen Luftikusse in aller Öffentlichkeit und streichen unbekümmert die patriarchale Dividende ein.

Warum aber ist das, was Kaufmann bemerkt, nicht vorher schon auch allen anderen aufgefallen? Es ist eben ihre Empörung, die ihr den scharfen Blick für diese Zusammenhänge ermöglicht und die sie davor bewahrt, sich von Scheinargumenten ablenken zu lassen. Ein großes Glück und eine sinnvolle Einrichtung der menschlichen Psyche ist es, dass wir alle an diesem scharfen Blick teilhaben können, dass man also Empörung lernen kann – und dass das sogar ganz einfach ist.

Empörung für Anfänger und Fortgeschrittene

Was aber ist Empörung eigentlich? Alfred Andersch, ein großer Empörter und Empörer der neueren deutschen Literatur, schreibt das in einem Gedicht so:

ausgeschlossen / sagen viele moral und / vergnügen / schließen sich aus // ich aber schreib’s in / einer / zeile // empört euch der himmel ist blau

Wunderbar und auch sprachlich elegant macht Andersch also deutlich, was eigentlich moralisch ist: nicht etwa der Versuch, die Perspektiven anderer nachzuvollziehen – Möglichkeiten der gemeinsamen Verständigung zu schaffen – oder gar Rechte zu etablieren, die für alle gelten. Moralisch ist vielmehr die Auflehnung des reinen inneren Menschen gegen die Falschheit der Verhältnisse, die Empörung über deren Schlechtigkeit, die sich eben nicht durch Ablenkungsmanöver wie den Respekt vor unterschiedlichen Perspektiven zur Kumpanei mit dieser Schlechtigkeit verführen lässt.

Der Christdemokrat Armin Laschet, recht geschieht’s ihm, hat das gerade erst gemerkt. Da hat er doch auf Twitter glatt Trittin mit Brüderle verglichen:

Bei Brüderle gab es wg Nichtigkeiten einen #aufschrei...“

Die passende Antwort gab es postwendend:

Für den Herrn @ArminLaschet von den #CDU ist also #Sexismus eine Nichtigkeit? #aufschrei war und bleibt wichtig wegen sowas!

Ein Beispiel dafür, dass eine gekonnte Äußerung von Empörung auch ein ästhetisches Vergnügen ist: Keinen Moment lang lässt sich die Autorin dadurch beirren, dass Laschet doch keineswegs Sexismus, sondern Brüderles Dirndl-Kommentar als Nichtigkeit bezeichnet hat, und das noch dazu in Relation zu Trittins Pädophilie-Unterstützung. Der klare Blick der Empörung liest zwischen den Zeilen und hält sich nicht lang und nutzlos mit den Zeilen selbst auf – er arbeitet heraus, was eigentlich gemeint ist, anstatt sich durch die Oberfläche der Äußerung ablenken zu lassen.

So ist denn auch kaum ein anderes Medium so empörungsgeeignet wie Twitter, und so war es auch kein Zufall, dass eine der effektivsten Gruppenempörungen der neueren Zeit, die Aufschrei-Kampagne, dort ihre Heimstatt hatte. Die Knappheit der 140 Zeichen verhindert jedes Hin- und Herreden, arbeitet klar das Wesentliche heraus und räumt damit eines der größten Hindernisse aus dem Weg, dem die aufrechte Erhebung des reinen inneren Menschen begegnen kann: dem Derailing durch Differenzierung (DdD).

Ob nun ein Spruch über die Brüste einer Frau, ein patriarchal-paternalistisches Türaufhalten, eine Vergewaltigung oder ein Mann, der mehr öffentlichen Raum einnimmt, als ihm von Rechts wegen zusteht: Die Knappheit der Empörung arbeitet die gemeinsame Struktur dieser Phänomene mühelos heraus und hält sich nicht mit irritierenden Unterscheidungen auf.

Zudem reduziert die Twitter-Knappheit eine Äußerung auf ihren wesentlichen Kern, nämlich auf die Frage: Auf welcher Seite stehst Du? Männer, die daherkommen und auch Sexismus erlebt haben wollen, nur weil sie ihre Kinder nicht mehr sehen oder in Gewaltbeziehungen keine Hilfe erhielten, sind schnell enttarnt und können durch geeignete Verfahren (Spam-Block, Verhöhnungen, Löschungen, virtuelle Pranger etc.) unschädlich gemacht werden. Keine Möglichkeit mehr, dass Hinz und Kunz angelaufen kommen, sich auch als Opfer präsentieren und die „Verunsichtbarmachung“ (Lantzsch) der rechtmäßigen Opfer, das berüchtigte Victim Vanishing (VV) betreiben.

Amateur-Empörte allerdings gehen unbefangen fröhlich durch die Welt und enragieren sich erst dann, wenn ihnen etwas begegnet, das ihnen die Schlechtigkeit der Verhältnisse in unerwarteter Weise vor Augen führt resp. vor den Latz knallt. Profis hingegen sind sich dieser Schlechtigkeit beständig bewusst, sie halten ihre Empörungsbereitschaft konstant auf hohem Niveau und scannen ihre Umgebung unermüdlich nach Gelegenheiten, dieses Potenzial abzurufen und in eingeübter, beeindruckender Weise vorzuführen. Die Stellenbeschreibung für die Nachfolge einer Meisterin des Fachs sieht dann so aus:

Diese Person sollte in der Lage sein, sich binnen weniger Sekunden mit bebender Stimme über jeden beliebigen Vorgang und Sachverhalt im Umkreis von 10.000 Kilometern zu empören."

Dergestalt aufgeklärt über das innere Wesen der Empörung und gefeit gegen die beiden größten Hindernisse, die sich in den Weg stellen, können wir nun selbst den Schritt von Amateuren zu Profis wagen und uns fragen: Wer sonst, neben christdemokratischen Sexismusverniedlichern und obdachlosen Breitmachmackern, hat unsere Empörung verdient?

Denn wenn auch dieses Mittel vielseitig einsetzbar ist, für linke wie für rechte Politik, für den Ausbau von Windrädern und den der Atomkraft, gegen den Hunger in der Welt und gegen Bayern München und manchmal sogar schon für Männeranliegen – so ist es doch oft eine feministische Politik gewesen, die hier besondere Meisterschaft entwickelte und zeitweilig sogar ein Monopol auf die Vorführung rechtschaffener Empörung in Geschlechterdebatten besaß. Mit ihr lässt sich ein besonders leichter Übergang von den Amateuren zu den Profis finden.

Männer sitzen machtausübend – und andere Aufführungen im Kleinen Haus  

Breitmachmacker, übrigens, sind eben die Menschen, die ungehörig viel öffentlichen Raum einnehmen, die z.B. – als hätte die Welt nicht schon genügend Probleme – breitbeinig in öffentlichen Verkehrsmitteln sitzen. Zum Glück gibt es empörte tapfere Frauen, die sie dabei fotografieren und diese Fotos der Öffentlichkeit präsentieren. Sehr schön ist hier zu sehen, wie elegant jedes Derailing durch Differenzierung vermieden wird, wie selbstverständlich also niemand die alberne Frage stellt, ob nicht das ungefragte Fotografieren von Menschen, die unerlaubte Veröffentlichung dieser Fotos und das gezielte Bloßstellen der Betroffenen vor einer möglichst großen Öffentlichkeit nicht ein wenig schlimmer sein könnte, als mit leicht geöffneten Beinen in einem Bus zu sitzen.

Wunderbar auch der geschärfte Blick, der sogleich in der männlichen Sitzhaltung die patriarchale Allmacht erkennt: Männer nehmen Raum ein und Frauen machen sich klein

Wie groß hingegen die Irritation, wenn ausnahmsweise auch Frauen einmal ein wenig Raum einnehmen. Dass der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf eine frisch umgebaute Sporthalle nur für Frauen öffnen wollte und dies nun an fünf Tagen der Woche auch tut, führte sogleich zu gewagten Interpretation bis hin zum absurden Vorwurf, die Maßnahme sei „männerfeindlich“ (auch hier vgl. die oben erläuterte VV-Strategie).

Die Idee zur Frauenturnhalle kommt von Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD). Dieser wollte ursprünglich die Halle sogar an sieben Tagen in der Woche in rein weibliche Hand geben. Denn in Marzahn-Hellersdorf ist nur ein Drittel der in Vereinen organisierten Sportler weiblich.

Elegant und überzeugend die Logik, dass Frauen gerade deshalb eine eigene Sporthalle brauchen, weil viel weniger Frauen als Männer Sport treiben wollen. So ließe sich auch, beispielsweise, die Zahl der Studentinnen in MINT-Fächern mit einfachen Mitteln deutlich erhöhen – gerade weil hier so wenige Frauen studieren wollen, müsste man ihnen nur, über den Daumen gepeilt, 75% der Studienplätze reservieren. Es ist bezeichnend, dass noch niemand auf diese so simple wie naheliegende Lösung gekommen ist.

Doch gibt es in Marzahn-Hellersdorf irgendeinen Anlass zur Empörung? Allerdings: Schon wer sich nur probeweise – einfach um mal zu überprüfen, ob es passt – über Komoß empört, muss feststellen, dass seine Maßnahme ebenso wie das oben dokumentierte Foto scheinbar frauenfreundlich, tatsächlich jedoch von tiefer heterosexistischer Perfidie geprägt ist. Denn was wird hier Männern und Frauen vermittelt?

Männer können offenbar in aller Ruhe zuhause auf dem Sofa liegen, sich womöglich rundum bedienen lassen – und trotzdem das Gefühl haben, ganz in Ordnung zu sein. Frauen hingegen wird bedeutet, dass sie an sich arbeiten müssen, dass sie so, wie sie sind, nicht in Ordnung sind, sondern sich erst angestrengt in Form bringen müssen.

Nur ein empörungsgeschärfter Blick kann also Komoß als den Frauenfeind entlarven, der er ist – ein Blick wie dieser hier:

die 3 Regalmeter mit ‚Intimwaschlotion - creme, -parfum, -deodorant, ...‘ in jedem Drogeriemarkt. Bei Budni in Hamburg gibt es derzeit 11 (!) verschiedene Produkte dieser Art, und zwar ausschliesslich für Frauen gedacht. Entsprechende Produkte zur ‚Intimhygiene‘ für Männer gibt es nicht. Botschaft??!?“

Doch auch die Grünen sind nicht besser als der Sozialdemokrat. Da müssen Menschen in der Beitritterklärung der Grünen Jugend ankreuzen, ob sie „weiblich“ oder „nicht weiblich“ sind, was ungeübte Beobachter mit Männerfeindlichkeit assoziieren. Nicht gesehen wird hier, dass die Grüne Jugend eben gerade Frauen eine definitive Selbstverortung in der heterosexistischen Matrix abverlangt, während Männer sich in einem großen Spektrum an Identitäten einlesen lassen können, solange sie eben nur nicht definitiv weiblich sind. Ein ungeheurer Fehlgriff, der noch nicht genügend Beachtung fand. 

Es muss schon klar sein, wer Hauptopfer ist – Aufführungen im Großen Haus

Mit dergestalt geschärftem Blick können wir uns nun auch der ganz großen Politik zuwenden und entdecken natürlich auch hier, und gerade hier, Grund uns zu empören.

Frauen wählen gerne Studien, die persönliche Vorlieben bedienen, Männer die besser bezahlten technischen Fächer.“ 

Manche Männer weisen gar darauf hin, dass etwa drei Viertel der Einkommenssteuer von Männern erarbeitet wird und dass das für den Konsum vorhandene Geld zum weit überwiegenden Teil von Frauen ausgegeben wird. Gerade der Skandal des Gender Pay Gap, um den es hier natürlich geht, ist häufig Ziel solcher DdD-Attacken, und es ist gut und so wichtig, dass empörte Bürgerinnen sich hier nicht durch unnötige Argumente verwirren lassen.

Ähnlich in Debatten über die Wehrpflicht. Dass diese in Deutschland ausgesetzt ist, dass Männer ansonsten an allerlei interessanten Orten auf der Welt männliche Hegemonie in ihrer schärfsten Ausprägung ausagieren können, wird von ihnen unbeirrt als vollständige stattliche Verfügbarmachung männlicher Körper erlebt und mit Tod und Trauma und Verkrüppelung assoziiert – ein offenkundiges VV-Manöver zur Verunsichtbarung der Verfügbarmachung weiblicher Körper. Zum Glück hat Hilary Clinton auch hier schon längst das Notwendige klargestellt:

Frauen waren immer schon die Hauptopfer im Krieg. Frauen verlieren ihre Gatten, ihre Väter, ihre Söhne im Kampf.“

Viel mehr Beispiele ließen sich noch anführen. Doch wie ineffektiv wäre unsere Empörung, wie leicht wäre sie lächerlich zu machen, wenn es nicht Institutionen gäbe, die sie tragen. Den Grünen ist – trotz aller Kritik – zum Beispiel für die Klarstellung zu danken, dass nicht nur die Wehrpflicht ursprünglich das Vorrecht des vollen Bürgers war, sondern dass auch das Sorgerecht, in dem nichteheliche Väter de facto rechtlos sind, tatsächlich frauendiskriminierend ist – weil es die Frau in der Position der Mutter festhält.

Zutiefst zu danken ist auch der EU, in der es Pläne gibt, unserer so wichtigen Empörung den längst überfälligen sicheren Rechtsrahmen zu geben.

Take concrete action to combat intolerance, in particular with a view to eliminating racism, colour bias, ethnic discrimination, religious intolerance, totalitarian ideologies, xenophobia, antiSemitism, anti-feminism and homophobia.

Endlich also wird erkannt, dass Rassismus, Antifeminismus und Antisemitismus drei Seiten derselben Medaille sind. Kein Derailing durch Differenzierung mehr, das absurde Unterschiede konstruiert zwischen der rassistischen oder judenfeindlichen Feindschaft gegen Menschen und der Kritik an bestimmten politischen Positionen. Keine Erwartung mehr, diese Positionen müssten aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, Interessen müssten miteinander abgeglichen werden (Victim Vanishing) – sondern die Reduzierung der Politik auf das im humanen Sinne Wesentliche: Was uns empört, ist falsch und muss weg.

Doch diese so wichtigen Maßnahmen bleiben wertlos, wenn sie nicht mit Leben gefüllt werden. Es liegt an allen, die Empörungsbereitschaft hoch zu halten, ihre Ausübung kontinuierlich einzuüben und wieder und wieder in einer beeindruckenden Performance die Schlechtigkeit der Verhältnisse auszustellen. Denn das Theater ist, wie schon die Klassiker wussten, eine moralische Anstalt.

Der Artikel erschien zuerst auf man tau.

 

Weitere Beiträge
Geschlechterdebatte

Sexuelle Gewalt durch die Mutter - Manfred Bielers "Still wie die Nacht"

04. Oktober 2013, von Lucas Schoppe
Manfred Bielers Roman „Der Mädchenkrieg", die Geschichte einer deutschen Familie in Prag, war 1976 mehrfach preisgekrönt verfilmt worden, die Verfilmung „Das Kaninchen bin ich“ des gleichnamigen, in der DDR verbotenen Bieler-Romans aus dem Jahr 1965 durfte erst 1989 vorgeführt werden.
Das umreißt auch schon wesentliche Lebensstationen des Autors: Manfred...

Geschlechterdebatte

Von wem geht hier wirklich Sexismus aus?

03. Oktober 2014, von Arne Hoffmann
Wenige Wochen vor dem Erscheinen von Anne Wizoreks Buch "Weil ein Aufschrei nicht reicht" erklärte die US-amerikanische Professorin für Geistes- und Medienwissenschaft Camille Paglia, Feminismus sei im Jahr 2014 nicht mehr als "ein Haufen gemeiner Mädchen auf Twitter".
International sammeln die jungen "Women Against Feminism" immer mehr Anhängerinnen. Und...

Geschlechterdebatte

Warum es eine starke Frauen- und eine schwache Männerbewegung gibt

7. Oktober 2012, von Arne Hoffmann
Eine Rezension zu Matthias Stiehlers Buch "Der Männerversteher: Die neuen Leiden des starken Geschlechts"
Derzeit scheint es pro Jahr mindestens ein Buch zu geben, das die männerpolitische Debatte entscheidend voranbringt. War es 2008 Professor Walter Hollsteins "Was vom Manne übrig blieb" und 2009 die von Paul-Hermann Gruner und Eckhard Kuhla herausgegebene...

Geschlechterdebatte

Ich möchte Alice Schwarzer danken

13. Februar 2014, von Dr. Matthias Stiehler
Was wird da bloß in diesen Tagen auf Alice Schwarzer herumgehackt. Ja, natürlich hat sie Steuern hinterzogen und sich damit strafbar gemacht. Und natürlich wird dieser Fakt auch nicht dadurch aus der Welt geschaffen, dass sie sich selbst angezeigt hat und damit straffrei davonkommt.
Aber dieses selbstgerechte Draufhauen gefällt mir nicht - auch wenn...

Geschlechterdebatte

Münchner SPD will angeblich „Mädchen-Zonen“ auf Kinderspielplätzen

10. März 2014, von Hadmut Danisch
Behauptet Focus. Schön so. Damit die lieben Kleinen schon im Kindergartenalter lernen, dass die Gesellschaft zweigeteilt ist, in Ober- und Untermenschen, in von Geburt aus Adlige mit Sonderrechten und Privilegien und das gemeine Proletariat.
Klar, dass so ein Aufbau einer Zweiteilung der Gesellschaft in Privilegierte und Fußvolk, das draußen bleiben muss, sowas...

Gesellschaft

Schlimmer als Helikopter-Eltern: Helikopter-Narzissten!

Über die Opfergesellschaft und das narzisstische, globalisierte Ich 1. Februar 2017, von Deborah Ryszka
Das Auftreten narzisstischer Persönlichkeitsstörungen hat über Jahrzehnte hinweg in unserer Gesellschaft zugenommen. Jedoch findet zugleich neben einer gesellschaftlichen Globalisierung auch eine individuelle, narzisstische statt. Nämlich die des eigenen Ich. Diese drückt sich in einer...

Geschlechterdebatte

Antifeminismus zwischen Demagogie und Flirthilfe

19. August 2013, von Lucas Schoppe
Da lese ich, im Zug sitzend, unschuldig auf meinem Laptop ein paar Texte zum Thema „Antifeminismus“, kämpfe mich zum Beispiel ohne Rücksicht auf mich selbst durch Rolf Pohls „Männer – das benachteiligte Geschlecht? Weiblichkeitsabwehr und Antifeminismus im Diskurs über die Krise der Männlichkeit“
und bleibe trotz des wikipedia-Artikels mit der großen...

Gesellschaft

Menschlichkeit zum halben Preis

11. August 2013, von Bernhard Lassahn
Andrea Nahles folgt, wie sie in ihrem Buch Frau, gläubig, links: Was mir wichtig ist selbstbewusst verkündet, der Weisung: „Mach’s wie Gott: werde Mensch“! Doch wie hält es die SPD mit Menschen, die keine Frauen sind?
„Wer die menschliche Gesellschaft will ...“, heißt es ihrem Parteiprogramm – nun, das will jeder! Ich kenne keinen, der etwas dagegen hätte...

Geschlechterdebatte

Der feministische (Selbst-)Betrug der SPD

26. September 2014, von Hadmut Danisch
Ich war heute bei der Tagung „Gender-Ungleichheiten und ihre Folgen – Wie arbeiten und wirtschaften wir weiter?” des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der SPD-„nahen” Friedrich-Ebert-Stiftung (FES).
Sieht aus, als wäre der Feminismus primär gescheitert, in der Krise und in der Rettungsphase. (Ich war nur bis etwa 16.30 dort, zu mehr hat...

Geschlechterdebatte

Feminismus - so funktioniert er in der schulischen Praxis

10. Mai 2013, von Dr. Andreas Kraußer
Aktuell erreichte uns der beeindruckende Erfahrungsbericht eines Abiturienten. Darin zeigt sich ein Mechanismus von perfektem, arbeitsteiligem Wirken von Feministinnen.
Mit öffentlich inszenierten Aufschreien zu Sexismus und anderen Nichtigkeiten binden Vulgärfeministinnen öffentliche Aufmerksamkeit, während Politfeministinnen, fest etabliert in den...

Geschlechterdebatte

Rezension: Neues Buch Meilenstein bei der Debatte um häusliche Gewalt

24. November 2014, von Arne Hoffmann
"Auf dem Gebiet der häuslichen Gewalt findet eine Revolution statt." Mit diesem Satz beginnt die Einleitung, die der in vielfacher Hinsicht renommierte Gewalt-Experte John Hamel und die Psychologie-Professorin Tonia L. Nicholls dem von ihnen herausgegebenen Fachbuch Familiäre Gewalt im Fokus. Fakten – Behandlungsmodelle – Prävention vorangestellt haben:
ohne...

Geschlechterdebatte

Alice Schwarzer: Heldenhafte Steuerhinterziehung

03. Februar 2014, von Dr. Christian Weilmeier
Nach Angaben des SPIEGEL hat Alice Schwarzer in der Schweiz Steuern hinterzogen. Im Gefolge einer Selbstanzeige musste sie einige Hunderttausend Euro nachzahlen. Schwarzer eine Steuersünderin? Nein, eine Heldin.
Es ist vollkommen nutzlos, jetzt den drohenden männlichen Zeigefinger gegen die Frauenrechtlerin zu erheben. Das mit dem Zeigefinger geht...