Bildung

Mit Speck fängt man Mäuse

26. Juli 2013, von Prof. Günter Buchholz

Am Donnerstag, 25. Juli 2013 erschien in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (S. 14) ein ausführlicher Bericht über die Personalpolitik an der Universität Hildesheim, deren Schwerpunkt auf der Lehrerausbildung liegt, und zwar unter dem Titel „Uni setzt vermehrt auf Professorinnen“, mit dem Untertitel: „Universität Hildesheim hofft auf Förderung durch Professorinnenprogramm / Bis zu 450 000 Euro jährlich möglich“.

Grundgesetz

„Die Universität Hildesheim ist in der zweiten Phase des Professorinnenprogramms positiv bewertet worden. Somit winken in den nächsten fünf Jahren bis zu 450 000 Euro jährlich für drei neue Professorinnen.

Insgesamt haben sich sieben niedersächsische Hochschulen für das Professorinnenprogramm von Bund und Ländern beworben. Eine Jury entscheidet nun, ob die Universitäten mit bis zu 150 000 pro Professur gefördert werden. Das Gremium hat unter anderem das Gleichstellungskonzept der Universität Hildesheim gewürdigt. Durch die Fördermittel würden neue Gelder für die Stärkung dieser Gleichstellungs-Maßnahmen frei.“

Laut Auskunft von Isa Lange, der Sprecherin der Universität, sei der Frauenanteil unter den Professuren in den letzten Jahren kontinuierlich auf jetzt 42 Prozent gestiegen. Damit liege Hildesheim weit über dem Bundesdurchschnitt, der bei etwa 20 Prozent liege.

„Die Universität musste für das Professorinnenprogramm belegen, dass Gleichstellungs-Maßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden, erklärt Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte. Dazu gehört zum Beispiel das Mentorenprogramm: Studentinnen und Absolventinnen mit und ohne Migrationshintergrund werden in ihrer beruflichen Orientierung von Fachleuten aus Wirtschaft und Politik unterstützt. Im Projekt ´Männer und Grundschullehramt´stellt die Uni jungen Männern das Grundschullehramt als berufliche Perspektive vor. ´Wir müssen noch stärker den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Viele Frauen geben nach der Promotion ihre wissenschaftliche Karriere auf und entscheiden sich gegen eine Habilitation´, sagt Lange.“

Wer der oben genannten Jury angehört, darüber wird in dem mit (r/jkr) gezeichneten Artikel nichts ausgesagt. Zu vermuten ist, dass das BMBF in Berlin und das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (MWK) maßgeblich in ihr vertreten sind.

Es fehlt in dem Artikel jegliche Problematisierung des Vorgangs. Immerhin werden im Rahmen des Professorinnenprogramms Professuren nur für Frauen vergeben, d. h. männliche Bewerber werden von vornherein ausgeschlossen, und zwar nur, um den Frauenanteil auf einen willkürlichen Soll-Wert anzuheben.

Mit dem Art. 3 des Grundgesetzes ist das nicht zu vereinbaren, weil Art. 3 nur von Gleichberechtigung und nicht von Gleichstellung (im Sinne der Erreichung einer Zielquote) spricht:

Art 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Und zu Art. 33 (2) steht das Professorinnenprogramm im Gegensatz, denn dieser sichert Folgendes zu:

Art 33
(1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.
(2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.

Wegen dieses Verfassungsbruchs sollten sich Männer auf derartige Stellen bewerben und ggf. den Klageweg beschreiten.

 

Weitere Beiträge
Geschlechterdebatte

Rot-grüner Beton

12. Mai 2013, von Lucas Schoppe
Vor der Abstimmung über die Frauenquote im Bundestag erregte sich Andrea Nahles über den CDU- Fraktionsvorsitzenden: „Unionsfraktionschef Volker Kauder hat die Frauen in der Union öffentlich aufgefordert, gegen ihr eigenes Gewissen zu stimmen.“
Tatsächlich wollten sich die Abgeordneten der Union, die mit dem Gedanken an eine Stimme für die Einführung von starren...

Geschlechterdebatte

Individuelle Leistung statt kollektive Quoten

16. Juni 2012, von Dr. Alexander UlfigNirgendwo werden Gehirnwäsche und mediale Manipulation so intensiv betrieben wie in der Debatte um die Frauenquote.
In bestehenden Unternehmen soll eine Frauenquote in den Vorstandsetagen eingeführt werden. Die Einführung der Fauenquote wird dabei als Gleichberechtigung deklariert. Frauen sind aber bereits gleichberechtigt. Bezogen auf die Wirtschaft...

Geschlechterdebatte

NovoArgumente: Dossier „Genderdebatte“

23. August 2013
Staatliche Gleichstellungspolitik wird zunehmend zu einem Problem für Frauen und Männer. Nicht Emanzipation, sondern Regulierung, Volkserziehung und Gleichmacherei stehen im Vordergrund.
Inwieweit müssen Frauen wirklich vor Übergriffen durch das andere Geschlecht geschützt werden? Warum ist es politisch und moralisch geboten Frauen im Beruf zu bevorzugen? Und wieso haben es...

Geschlechterdebatte

Geschlechterpolitik und Männer – passt das zusammen?

07. Mai 2015, von Johannes Meiners
Anfang März 2015 stellte der Club of Vienna (CoV), die Denkfabrik der Stadt Wien, eine neue Studie vor. Sie befasst sich mit dem Geschlechterverhältnis. An der Entwicklung von Teil I, der sich mit der Teilhabe von Männern und Frauen am Geschlechterdiskurs sowie der Geschichte von Feminismus und Maskulismus (Männerrechtsbewegung) beschäftigt, wirkte ich...

Geschlechterdebatte

Räuberinnen-Rhetorik

08. Dezember 2014, von Prof. Günter Buchholz
Anne Wizorek hat einen ebenso meinungsstarken wie begründungsschwachen Artikel geschrieben, der erstaunlicherweise von "Cicero" veröffentlicht wurde.
Warum erstaunlicherweise? Nun weil es sich leicht erkennbar um feministische Rhetorik handelt, um moralisch überhöhte frauenpolitische Propaganda.
 

Geschlechterdebatte

Frauenquote: Warum schweigen deutsche Juristen? - ein Aufruf zum Handeln

29. Oktober 2014, von Prof. Günter Buchholz
Die Frauenquote scheint eine beschlossene Sache zu sein. Ab 2016 sollen die börsenorientierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen verpflichtet sein, 30 Prozent der Aufsichtssitze mit Frauen zu besetzen.
Die Frauenquote wird die Bundesrepublik schwerwiegend verändern, denn sie verstößt gegen fundamentale Prinzipien unserer Gesellschaft:
...

Politik

Was heißt „populistisch“?

29. Februar 2016, von Dr. Alexander Ulfig
Menschen, die eine andere Meinung als der politische und mediale Mainstream haben, werden als „Populisten“ bezeichnet. Das gilt insbesondere für Menschen, die eine rechte oder angeblich rechte Meinung vertreten. Sie werden als „Rechtspopulisten“ bezeichnet.
Die Etikettierung des politischen Gegners als „Rechtspopulist“ dient dazu, ihn in die rechte Ecke...

Geschlechterdebatte

Menschenrechte in Beton

Zur Achtung der Menschenrechte in Deutschland. Update 2015 05. Juni 2015, von Lucas Schoppe
„Menschenrechte sind in der Bundesrepublik offenbar nur deklamatorischer Natur.“ Dieser Satz bezieht sich auf das deutsche Familienrecht und ist mehr als zwanzig Jahre alt. Er stammt aus dem Essay „Die Achtung der Menschenrechte in Deutschland – Anspruch und Wirklichkeit. Gedanken zum Jahr der Familie“,...

Geschlechterdebatte

Wer ist der bessere Chef?

Über feministische Mythenbildung zum Nachteil der Frauen 13. Januar 2013, von Prof. Dr. Walter Simon, zuerst erschienen im PT Magazin
Deutschlands Großkonzerne wollen die Frauenoffensive auf die Chefsessel unterstützen. In der Telekom sollen bis 2015 rund 30 Prozent Frauen Führungsverantwortung übernommen haben.
Fast ein Drittel der Führungsmannschaft der Allianz-Versicherung soll, jedoch ohne...

Geschlechterdebatte

Sexismus ist weiblich – oder: Das Märchen vom bösen Buschmann

23. Mai 2012, von Bernhard Lassahn
Was haben Frauen für ein Bewusstsein von Aggression und Unterdrückung? Haben Affen den Flitzebogen erfunden? Hat jede Frau ein süßes Geheimnis? Warum schleppen schwarze Männer Scheiße? Wie erkennt man Sexisten? Warum schmeckt ihnen die Süßspeise nicht?
Das sind vielleicht Fragen. Die haben sich nach und nach ergeben, als ich die Überschrift las: „Viele Frauen haben kein...

Geschlechterdebatte

Gibt es „gleiche Qualifikation“ ?

30. Juni 2012, von Dr. Alexander Ulfig
Wie selbstverständlich wird in der Gesetzgebung und in der Arbeitswelt von „gleicher Qualifikation“ gesprochen. Bei Bewerbungen um Arbeitsplätze orientiert man sich an der Satzung „Bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt“. Diese Satzung spielt eine wichtige Rolle in der Beschäftigungspolititk. Sie ist ein wichtiges Instrument, mit dessen Hilfe...

Geschlechterdebatte

Die Desinformationskampagne von "ProQuote"

15. Juni 2013, von Hadmut Danisch
Ich bin gerade auf der Jahreskonferenz des Journalistenverbandes "Netzwerk Recherche". Es ist erstaunlich, mit welcher Intensität hier für ProQuote getrommelt wird. Und mit welchen Methoden der Desinformation.
Die erste Veranstaltung dazu war – schon wieder – eine “Podiumsdiskussion”. Ich hasse Podiumsdiskussionen, da kommt nämlich nie was bei heraus.
...