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15. Dezember 2014, von Tom Todd

Liebe Männer, Väter und Jungs,
gerade in der Weihnachtszeit, in der die Familie, die Liebe und gefühlsbetont der Zusammenhalt der Menschheit hochgehalten werden, schwappen die Wogen der Enttäuschung und Verbitterung verstärkt an die Oberfläche.

Weihnachten-lkin8637 Gerade jetzt vielleicht verhärten sich noch mehr die Gefühle und Meinungen, die uns Männern dazu verleiten, hart ins Gericht mit unseren weiblichen Mitmenschen zu gehen. Was gibt es nicht schon alles über Genderwahn, Radikalfeminismus, Männerhass und Jungendiskriminierung zu lesen (von Quotenpolitik über ADHS, PAS, Frühsexualisierung bis hin zu Beschneidung).

Mit logischer Stringenz führen wir Argumente und Belege dafür auf, wie sehr sich unsere Gesellschaft in Politik und Kultur dem scheinbaren Diktat der frauenbewegten Allmacht beugt.

Allzu leicht geraten alle Frauen in unseren Worten unter Generalverdacht und vor allem werden die Gräben zwischen männerpolitischen Initiativen und deren vermeintlichen GegnerInnen (von VAMV über ASF bis hin zum Deutschen Juristinnenbund) weiter vertieft.

Auch dieser Appell wird womöglich schnell unter die Räder der verbitterten Unnachgiebigkeit der Männer kommen, die im Grundsatz zurecht eine systematisch forcierte Begünstigung von Mädchen und Frauen und die damit notwendigerweise verbundene Diskreditierung und klar erkennbare Diskriminierung von Männlichkeit beklagen, aber nicht darum wissen, wie aus empfundenem und objektiv feststellbarem Unrecht eine Versöhnung zu münzen ist.

Ich bleibe aber dabei: wir tun uns kein Gefallen, wenn wir nicht im politischen Dialog das Kunststück fertigbringen, souverän über unserem Leid zu stehen und die Türe offen zu halten für eine Annäherung der doch nur scheinbar diametral entgegengesetzten Meinungen.

Auch wenn die herrschenden Medien (immer auch die Medien der Herrschenden) unsere Anliegen verfälschen oder gar totschweigen und damit einen Dialog nicht nur erschweren, sondern teilweise bewusst auch noch mit Bundesmitteln über Stiftungen usw. kontraproduktiv radikalisieren (indem wir z.B. mit Breivik in einen Topf geworfen werden) – auch dann obliegt es uns, das Prinzip einer ergebnisoffenen Auseinandersetzung hochzuhalten, das vor allem dem vermuteten „Gegner“ respektvoll unterstellt, sie/er (Schwarzer wie Rosenbrock) führe grundsätzlich die besten Absichten im Schilde.

Ich bin kein Christ und auch nicht sonst religiös angehaucht, bin aber aus der persönlichen Erfahrung der jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit Frauen und Männern davon überzeugt, dass wir nur dann eine Politik mit friedlicher Zukunft gestalten können, wenn wir die gegenwärtige Vetracktheit des Dialogs aufzulösen versuchen, indem wir uns unsere eigenen Fehler eingestehen und damit vorbildhaft demonstrieren, wie sich daraus Erkenntnis und Lösungen entwickeln.

Ich habe beispielsweise selber der Mutter meiner Tochter jahrelang unterstellt, sie agiere aus böswilliger Absicht, wenn sie die Einschränkung des Umgangs mit meiner Tochter damit begründete, es belaste unser Kind zu sehr, wenn sie ihren Vater wie sonst vor der Trennung so oft sehen würde. Der verständliche wie auch ungebührende Zorn, den ich ihr entgegenbrachte, hat zu nichts anderem geführt als Schweigen und Gesprächsverweigerung.

Wenn Frauen eine Gleichberechtigung über Gleichstellung einfordern, dann müssen wir immer grundsätzlich betonen, dass wir dieses Anliegen grundsätzlich verstehen und begrüßen, aber nur als Männer mitmachen können und wollen – mit unserer Männlichkeit, die allerorts und in jeder Lebensphase von Kindern und Erwachsenen seit jeher dann das „gute“ Leben ermöglicht hat, wenn das lustvolle und liebevolle Zusammenwirken mit der Weiblichkeit Freiräume (wenn auch begrenzt) erlangte.

Eine gleichschaltende, technisch vereinfachende Gleichheit der Geschlechter (gender mainstreaming) wird es nie geben, denn die Natur hat uns dazu nicht gemacht und wird uns nie machen. Auch werden wir niemals – trotz der Illusion technischer Beherrschung der Natur – die komplexe Ökologie unserer geschlechtlichen Zweiteilung steuern können, ohne Einschnitte in die Naturrechte der Menschen (und vor allem der Kinder) vorzunehmen.

Genauso wenig werden wir unsere männlichen Kompetenzen (z.B. in der Förderung der Autonomie unserer Kinder, der weitsichtigen planerischen Gestaltung von Systemen, u. dgl. mehr) friedenstiftend einbringen können, wenn wir nicht stets unsere Frauen überall mit ihren ureigenen, weiblichen Kompetenzen in jeder Entscheidung von Belang einbinden (wie sie es auch umgekehrt tun müssen).

Niemals wird der Körper einer Frau nur ihr eigener sein, auch wenn nur sie die Kinder gebärt, denn spätestens mit der Ausgrenzung des Vaters (ob durch gekaufte Samen oder durch Trennung) springt „Papastaat“ an seine Stelle ein und verlangt von ihr die Abgabe erzieherischer Kompetenzen und ihrer Arbeitskraft an die Kapitäne des Wachstumsfetischismus.

Die Frauen dafür mit Spott und Häme zu überziehen, nur weil sie mit vielen Männern den Idolen der narzisstischen Machtpolitik materialistischer Globalisierungsideologien selbstmissverständlich verfallen sind, führt nur in den Krieg.

Denkt immer mit euren starken Herzen und bietet immer die Hand an!

Tom Todd

 

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